Werd’ ruhig poetisch, Olaf!

  
Da haben sich “Die drei von der Süddeutschen” aber wirklich was Schönes ausgedacht. Dichter, immer dichter. Dichteraus, Dichterin? Dichterin muss es schon sein – wegen zarter Empfindung und Quote. Von wegen: “Werd nicht poetisch, Ede!” (Panzerknacker:in) Im Gegenteil! Werd unbedingt poetisch! Es lebe die Phantasie! Hört die Querdenker raunen von Teufeln und Hexen. Und von der harmlos freundlichen Fee Alice Weidel, die einst in reizvoller Rüstung Erlösung bringt.

Politik poetisch.1 Das Plenarprotokoll der Bundestages fasst die Rede des Olaf Scholz in poetische Bilder und Verse. Einst war die Welt viel öder, sagt dann nicht nur der Söder. (Noch ‘n Gedicht!)
Und gebannt lauschen wir z.B. dem
Lob des – zauberhaft reinen  – Lauterbachs:
“Du hast so schöne Worte tief im Herzen,
Du weißt so wunderbare alte Weisen,
Und wie die Stern am Firmamente kreisen
Ziehn durch die Brust dir ewig Lust und Schmerzen.” (Eichendorff:in)

Oder ein Beispiel für ein etwas weniger persönliches Werk, das hingegen die Probleme des politischen Standorts bei SPD und Grünen zugleich poetisch und aufklärerisch nüchtern beschreibt:

lichtung
manche meinen
lechts und rinks
kann man nicht velwechsern
werch ein illtum
(
E. Jandl:in)

  1. Die Alliteration zeigt, wie eng beides doch zusammengehört.

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