Wagala, wallala, o weiala

Neulich in einem der Politmagazine des Fernsehens eine Befragung in verschiedenen sozialen Milieus: Was verstehen Sie unter Gerechtigkeit? Platon hätte die Frage wohl anders gestellt: Was ist ungerecht? Jedenfalls fielen die Antworten – wer hätte das gedacht? – sehr unterschiedlich aus: Die Herren und Damen in der Oper, die von ihren Kapitalerträgen leben, meinten: Das mit der Umverteilung sei nicht gerecht, denn es sei ja jeder seines Glückes Schmied. Die meisten von denen da unten wollten sich nämlich nicht anstrengen, wollten die Leistung, die zum Wohlstand führt, nicht bringen – anders als sie selbst, die ihn zum Teil unter großen Anstrengungen ererbt oder mit erheblicher Selbstverleugnung angeheiratet hätten.
Im zusammengebrochenen „kommunistischen“ System fuhren die Machthaber in Limousinen hinter verdunkeltem Panzerglas durch die Gegend und brauchten dem Volk nicht ins Auge zu schauen. Auch heute kann der Geldadel das gemeine Volk meiden, sich in seine Burg hoch droben zurückziehen und in Bayreuth Woglindes „Wagala weia! Wallala, weiala weia!“ lauschen und sich verzückten Auges von Wagners Pompmusik berauschen und in der Pause sich über das Kostüm der ,fantastischen’ Maria Müller und die Vorzüge des neuen Porsche Cayenne, des neuen Gerhard Richter oder über die deutsche Neidkultur unterhalten.[htsP anchor_text=”Weiterlesen”]
Und da in ihren Augen der €uro leuchtet und die Kleinbürger und Facharbeiter ohnehin nicht zu ihren Kreisen gehören, sind sie blind für das, was sich ereignet, und im Grunde ist es ihnen ja auch sowas von egal. Denn sollten auch einige Lindners oder Schäubles ihren Job verlieren, so werden sie durch andere gleicher Art ersetzt. Na und? Und wie in den Dreißigerjahren entsteht bei denen, die seit einem Vierteljahrhundert immer weniger verdienen,  das Gefühl, „denen da oben“ egal zu sein und es ihnen mal zeigen zu müssen. Und da sie dank „BILD“ und RTL – und äquivalenten kapitalgesteuerten Medien weltweit – systematisch verblödet wurden, meinen sie auch jetzt in Europa und den USA das Minderwertigkeitsgefühl kompensieren zu müssen, indem sie sich als Angehörige einer überlegenen – nein, nicht rassistischen, i wo – sozialen Einheit, nämlich des polnischen, ungarischen, französischen, englischen, amerikanischen, deutschen Volkes aufblähen. Aber das braucht die Dame in der Oper nun wirklich nicht zu interessieren, solange BILD und RTL usw. dafür sorgen, dass dieses unangenehme „Volk“ nicht etwa sogenannte „Linksradikale“ – heute würde auch Ludwig Erhard von den Medien als Linksradikaler angeprangert – wie Jeremy Corbyn, Jean-Luc Mélenchon, Oskar Lafontaine oder Bernie Sanders wählt, sondern die anderen Zukurzgekommenen, die in Deutschland Adolf oder Björn heißen, oder die Unersättlichen, mögen sie Donald oder Marine oder Tayip heißen, und das Sozialistische, zudem nationalsozialistisch eingefärbt, zu vertreten scheinen, aber In Wahrheit  nur das eigene “Heil!” suchen.[/htsP]

Ein Gedanke zu „Wagala, wallala, o weiala

  1. solange bloß die Böse Linke, aktuell zu Köln in der Maske gruseliger autonomer Aktivisten, die unverfroren erstmal ein “hochwertiges” Automobil in Brrand zu stecken sich erdreisten, von vieltausenden Polizisten effizient in Schach gehalten wird – nie und nimmer darf für diesen Abschaum ein Fünkchen Sympathie erglimmen. Wo könnte das hinführen!!!!

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