Vorsicht: selig!

„Geben ist seliger denn Nehmen.“ Deshalb lieben Christian Lindner und seine CDU die Arbeitgeber. Leider sind die unseligen Arbeitnehmer so gierig, dass sie statt des kleinen Fingers oft die ganze Hand wollen. Wahrlich unselig! Andererseits berechtigt natürlich die Tatsache, dass die Geber den Nehmern etwas geben, nicht zu einem Anspruch auf die Gesamtheit des mit dem Gegebenen ausgestatteten Nehmers. Der Geber sollte also wie seine Gabe milde sein und den Nehmer nicht einfach als sein Eigentum betrachten. Hier ist es in der Geschichte leider immer wieder zu verdrießlichen Irrtümern gekommen, die auch ein Christian Lindner heutzutage nicht mehr gutheißen würde, also zu Leibeigenschaft, Sklaverei usw. Auch ist eine allzu große Verliebtheit in die eigene Seligkeit, die nach einer Bestätigung durch das Herabsetzen des bloß Nehmenden verlangt, nicht zielführend. Ein Verhalten wie das eines japanischen Vorgesetzten, der einen seiner Nehmer zum Trinken in eine Bar mitnahm, seine Schuhe auszog und den Nehmer zwang, aus einem seiner Schuhe Sake zu trinken, stellt nach unseren westeuropäischen Moralmaßstäben eine unnötige Demütigung dar, die selbst ein Herr Kramer, Präsident der Arbeitgeberverbände, ablehnen würde.

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