Von Samaritern und schlauen Jungwähler/innen

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Man kann das soziale Engagement der großen deutschen Wirtschaftsunternehmen für Gerechtigkeit und Fairness nicht genügend bewundern. Statt das Geld zu horten und damit nur den Aktionären und Erben Freude zu schenken, engagieren sie sich als wahre Samariter für die Schwachen und Benachteiligten in unserer Gesellschaft. Ein rührendes Beispiel bieten die Anzeigen der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft, die damit viel Geld ausgibt, um die junge Generation vor der Armut zu schützen, die ihnen die „Alten“ zugedacht haben.

 

insm_familie_rentengeschenk_motiv_hochAllerdings gibt es das Problem, wem die “lieben Jungwähler und Jungwählerinnen” ihre Stimme geben sollen, den Parteien der Großen Koalition offenbar nicht. Also den Grünen oder gar den Linken? Verlass wäre jedenfalls auf die FDP. Also nun mal ehrlich, es geht natürlich nicht um Klassenkampf, Besitzwahrung gegen Forderungen nach höheren Abgaben, sondern die Unternehmer nehmen Partei im gnadenlosen Kampf der Generationen. Und die junge Familie auf dem Foto, die heute noch in ihrer blitzsauberen Komfortküche steht, guckt nicht etwa deshalb so unfroh, weil sie fürchten muss, irgendwann von ihrer Rente kaum leben zu können. Denn: “Eine gute Ausbildung, ein ordentlicher Berufsabschluss sind immer noch der beste Schatz gegen Altersarmut.”[ref]Thomas Öchsner In der “Süddeutschen” 27.10.16[/ref] Man fragt sich, warum dieser Ausspruch bei einer von ihrer Rente lebenden Krankenschwester so wenig Begeisterung auslöst.
Am Schluss noch eine Stimme der “lieben Jungwähler und Jungwählerinnen” :
Altersarmut? Betrifft mich nicht! Wieso? Dumme Frage! Weil ich nicht alt bin!
Was? Junge werden auch mal alt? Das ist doch Schwachsinn! Nie und nimmer!

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