Kraft der Argumente

Absolut phantastische Leistung: Claus Hulverscheidt ist Schäuble. Toll! In der SZ berichtet er zwar am 18.4.15 und 20.4.15 einerseits über Zuhörer in den USA, die Varoufakis nach einem Vortrag „ergriffen“ versicherten: „Hier in Washington haben Sie ein Heimspiel.“ Aber dann versucht er doch richtig Stimmung zu machen, wenn er über den „Wettbewerb um die Gunst der Weltgemeinschaft“ schreibt: Unser Finanzminister versuche es „mit der Kraft der Argumente“, indem er auf den verordneten Maßnahmen gegenüber Griechenland bestehe. Doch wo bleibt die Kraft der Argumente? Seltsamerweise „überzeugt“ er „die meisten seiner Zuhörer“ damit nicht; sie halten die Kraft der Argumente angeblich zwar für „akademisch richtig“, aber für „politisch engstirnig.“ Varoufakis dagegen nutze die Skepsis, die Schäuble hinterlassen hat, geradezu perfide „für einen fulminanten Konter: Kein Land, so sagt er, habe seinen Haushalt so radikal saniert wie Griechenland mit bestürzendem Ergebnis.“ Dabei hätte Varoufakis doch auch so scharfsinnige Argumente vorbringen müssen wie Schäuble. Aber nein, da seine Argumente sowieso nur kraftlos wären, verzichtet der Wirtschaftsprofessor (Ha ha!) auf jede Vernunft. Dann sagt der Narr auch noch, dass er nur Auflagen akzeptieren wolle, die sinnvoll seien, und zerstört damit selbstverständlich „alle Hoffnung auf baldige Fortschritte“. Wie man sich denken kann, hat der Schäuble da „mehrfach Mühe, seine Zunge in Zaum zu halten“. Eine Spitzenleistung, lieber Claus Hulverscheidt, – entschuldigen Sie die direkte Anrede, aber es geht einfach mit mir durch – ist aber der Schluss Ihres Artikels. Wie Sie da den eitlen Geck durchschauen: Phantastisch! „Am Samstagvormittag schlendert (ja, genau, wie der schon immer geht!) der Minister durch die große Eingangshalle des IWF Hauptgebäudes an der Washingtoner Pennsylvania Avenue (ha! er schlendert, und das an dieser Adresse! Eingangshalle des IWF Hauptgebäudes an der Washingtoner Pennsylvania Avenue), umringt von einer ganzen Traube (nicht einer halben, sondern einer ganzen – man glaubt’s nicht!) zumeist weiblicher Bewunderer. (Nachtigall, ich hör dir trapsen!) Gleiche mehrere der Damen (welch köstliche Ironie!) halten ihr Handy in die Höhe, um sich selbst (nicht nur sich, sondern auch noch sich selbst!) mit Varoufakis zu fotografieren. (Unerhört! Hulverscheidt, alter Knabe, Sie waren doch auch da. Die ,Damen‘ hätten sich gefälligst mit Ihnen fotografieren lassen wollen müssen!!) Der Minister nimmt die Frauen in den Arm (das allein ist an sich schon unerhört, aber es kommt noch schlimmer) – und lächelt cool.“