Gebt den Amerikanern die Ukraine zurück!

Nun ist es quasi amtlich, denn es steht ja in der äußerst (!) seriösen „Süddeutschen“: „Manche (fast alle?) Amerikaner denken, die USA seien bereits die ganze Welt.“ Grund für dieses amerikakritische (?) Urteil ist das Ergebnis einer Umfrage der Universitäten von Harvard, Princeton und Dartmouth, der eine geographische Halb- bzw. Unkenntnis der Amerikaner zu entnehmen ist. Sie verorten zum Teil die Ukraine in Colorado, Tennessee oder Alaska. Solche Probleme sind eigentlich nichts Neues. Schon Sarah Palin von der Tea-Party meinte bekanntlich, sie könne von Alaska aus „Russland sehen“. Das hat ihr Verhältnis zu Russland allerdings nicht in der Weise beeinflusst, wie das sonst – laut der Umfrage – im Verhältnis zu näher oder ferner gelegenen Staaten der Fall ist. Die Amerikaner haben es nämlich lieber, wenn militärische Einsätze in ferner gelegenen Gegenden stattfinden, etwa im Irak, wo auch immer der liegen mag. Darin sind die amerikanischen Regierungen seit jeher ganz nah beim Volk. Das lässt uns hoffen, dass die Besetzung der Ukraine durch die Amerikaner auf friedlichem Wege erfolgen wird.
Übrigens: Vielleicht haben sich die Russen in der Ostukraine ja auch nur dorthin verirrt – ganz einfach aufgrund geographischer Unkenntnis. Leider macht uns das auch nicht optimistischer, denn das Problem ist, dass die Menschen es meist mit ihrem Stolz nicht vereinbaren können, einen Irrtum zuzugeben.

Ich bin für Freiheit

Ich bin für Freiheit, Gauck auch, Eberhard von der Lottoannahmestelle auch. Ja, sogar die Pharmaindustrie und die Rüstungsindustrie sind für Freiheit!
Mit einem Abstimmungsergebnis von 5:4 Richterstimmen hat der Supreme Court der USA die Beschränkung der Wahlkampfspenden aufgehoben. Dies werde „sehr wahrscheinlich“ die große Rolle des Gelds in der amerikanischen Politik verstärken. Zu dieser bemerkenswerten Einsicht kommt die New York Times in einem Kommentar zum Urteil.
Der Amerika-Korrespondent der SZ berichtet von einem fünfzehnminütigen Arztbesuch beim Orthopäden, der den Arm des auf dem Spielplatz gestürzten Sohnes in eine Schlinge legte – Rechnung: 2 841 $. Es gibt Fälle wie diese: Diagnostik nach harmlosen Schmerzen in der Brust: 21 000$, ein Monat Krankenhausaufenthalt zur Behandlung einer Lungenentzündung 474 065$. Der Journalist erzählt von Menschen, „die ruiniert sind, weil ihr Kind Asthma hat; die ihr Haus veräußern müssen, wenn sie an Krebs erkranken“. „Zur Krankheit gesellt sich hier häufig die Privatinsolvenz“.
Wie kann es sein, dass fast die Hälfte der Amerikaner Obamas Gesundheitsreform trotzdem ablehnen, sie als Kommunismus einordnen oder wie der republikanische Ted Cruz Senator – warum nicht? – Obama aufgrund seiner Reformpläne mit Hitler vergleichen? Aufgrund welcher raffinierten Form der Gehirnwäsche? Oder sollte die Erklärung etwa unglaublich einfach sein? Tatsache ist: Die Medizinlobby gibt für die Einflussnahme im Kapitol dreimal so viel aus wie die Rüstungsindustrie. Und natürlich werden nicht nur die Abgeordneten, sondern auch die Medien großzügig mit Geld versorgt.
BoehnerÜbrigens, fünf der neun Richter des Supreme Court wurden von Reagan oder Bush ernannt.
Der Republikaner John Boehner lobt das Urteil mit den Worten: „Ich bin für Freiheit. Glückwunsch.“
Diesem Glückwunsch, lieber John Boehner, können wir uns ehrlich nur aus vollem Herzen anschließen!