Sensibel

Manchmal muss ein Politiker, auch wenn er Schäuble heißt, sehr sensibel sein. Die nächsten Wahlen kommen trotz AfD.  Also muss der arme Schäubele den unvermeidlichen Schuldenschnitt für Griechenland, den ja der verehrte IWF fordert, aber gegen den Schäuble die Deutschen aufgehetzt hat, bis nach den Wahlen hinausschieben.
Die Wähler werden es bis zu den nächsten Wahlen schnell vergessen haben. Aber vor den Wahlen lieber noch einen Köder auslegen: Steuersenkungen sind sehr, sehr populär –  obwohl der Staat momentan viel Geld für Investitionen benötigt. Denn Steuersenkungen finden die BILD-Leser immer gut, Steuererhöhungen finden sie immer schlecht. Für Steuersenkungen würden sie glatt auf Schulen und Straßen verzichten. Wer Steuern senkt, ist ein ganz Lieber.
Aber, so fragt sich Schäuble insgeheim, Steuersenkungen müssen her, aber für wen? Am besten sollte man  den „Leistungsträgern“, die ja nur von ihren Kapitalerträgen leben müssen, – als Gegenleistung für ihre Unterstützung im Wahlkampf – noch ein wenig mehr Entlastung verschaffen. GeldMit den Erleichterungen bei den Erbschaftssteuer ist es möglicherweise nicht getan. Sie sind sehr anspruchsvoll. Jedenfalls eine übertriebene Sensibilität gegenüber den Unterprivilegierten angesichts steigender Armut kommt nicht in Frage: Oh, um Himmels willen, bitte nicht, nein, nein!  Er hat einen Ruf zu verlieren. Er heißt nicht Neudecker.