Keine Ahnung

Seit Jeremy Corbyn an der Spitze von Labour steht, ist sie mit mehr als einer halben Million Mitgliedern die größte Partei Europas. Unter Blair war die Partei von den Konservativen „kaum unterscheidbar“[ref]Christian Zaschke in den „Süddeutschen Zeitung vom 29.9.16. S.3[/ref]. Laut ,sämtlichen Umfragen’ hat sie keine Chance, die Wahlen zu gewinnen. So stellt Christian Zaschke in der „Süddeutschen Zeitung“ die ,alte Frage’: „Ist es wichtiger, an seinen Idealen festzuhalten oder wählbar zu sein?“
Gute Frage?
Auch eine Frage: Hat man noch eine Wahl, wenn die Parteien ,kaum unterscheidbar’ sind?
Überflüssig dagegen die Frage: Warum sind die Wahlen für Labour, sobald sie sich von den Rechten unterscheidet, laut ,sämtlichen Umfragen’ nicht zu gewinnen?
Einfach keine Ahnung?

Pfui, welche Häme!

Hatte doch vor einiger Zeit der schleswig-holsteinische Ministerpräsident Thorsten Albig als Ziel der Bundes-SPD ausgegeben, Teil der (von der CDU und Merkel geführten) Bundesregierung zu sein, und deshalb zukünftig einen eigenen SPD-Kanzlerkandidaten für unnötig erklärt. Und ihr? Ihr habt gespottet und gehöhnt. Schämt euch! Aber wenn die FDP damals Westerwelle als Kanzlerkandidaten aufgestellt hätte? Haha! Ausgerechnet Westerwelle und dann auch noch als Kanzlerkandidat. Aber von den Prozentzahlen her hätte es genauso gut gepasst, wie wenn die SPD jetzt in Baden-Württemberg Nils Schmid für den Posten des Ministerpräsidenten nominieren würde. Haha! Wer zum Teufel ist Nils Schmid? Na, der Stellvertretende Ministerpräsident (wie damals Westerwelle Vizekanzler) und der Landesvorsitzende der SPD! Die SPD steht als Juniorpartner der Regierung in Baden-Württemberg bei 15 Prozent (laut Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen im Januar). Im Bund hat sie angeblich 24 Prozent. Anscheinend weiß kaum jemand, warum man sie wählen sollte. Vorschlag: Wollen sie weitere Häme vermeiden, sollten Gabi und die SPD vielleicht ganz auf eine Beteiligung bei den Wahlen verzichten?

Zusammenschluss SPD mit CSU?

Wie aus dem inneren Zirkel der SPD verlautet – die Quelle möchte nicht genannt werden -, plant Gabriel den Zusammenschluss der SPD mit der CSU. Einzige Bedingung sei, dass er den Parteivorsitz auch in der SPSU behalten dürfe. Wie sein Freund Horst (Seehofer), mit dem er den Vorsitz teilen müsste, glaubt er (auch angesichts der Macht der Medien), dass Wählerstimmen nur am rechten Rand und mit dem Geld der Wirtschaft zu gewinnen sind. So erklärt sich sein Verständnis für Pegida und sein Eintreten für TTIP, seine Heuchelei in der Griechenlandfrage, wo er auch von “sehr weiterreichendem Angebot” und 36 Milliarden sprach und dann aus dem “nein” beim Referendum folgerte, die “Absage an die Spielregeln der Euro-Zone” machten “Verhandlungen über milliardenschwere Programme kaum vorstellbar” bzw. “auf der Grundlage dieses Referendums” gebe es keine neuen Hilfsgelder. Dann die Rückendeckung für Schäubles Vorschlag eines zeitweisen Grexit: er müsse “unvoreingenommen geprüft” werden. Auf Gabriels Facebook-Seite reagierte man auf diese Haltung eher unfroh: “Wenn du eine Austrittswelle willst, Sigmar, dann mach nur so weiter.” Aber das kann Gabriel nicht schrecken: Tritt ein SPDler aus, tritt ein ehemaliger AfDler ein. Und über Kritik aus der Partei[ref]vgl. “Der da oben” Süddeutsche Zeitung 8.7.15[/ref], dass er dass er die Partei nicht rechts von der CDU positionieren dürfe, dass in einem Strategiepapier zu viel von Sicherheit und Patriotismus, aber zu wenig von Gerechtigkeit die Rede sei, kann er nur lachen.
Übrigens, wussten Sie schon: Der Wähler ist – auch dank unseren Medien – nicht so dumm?
httpv://www.youtube.com/watch?v=ktqKNu4N9Ds”

Wundern über Wundern

OLYMPUS DIGITAL CAMERADie SPD kommt in den Wählerumfragen nicht über die 25% hinaus. Da wundern sich manche. Wir wundern uns auch: Tatsächlich immer noch 25 %, obwohl kaum jemand mehr weiß, warum er die SPD wählen soll. Im Beitrag vom 4.10.13 “Weiter so, SPD” hatten wir prophezeit, dass Sigi die SPD zur dritten Kraft hinter der “Linken” machen würde. Vielleicht schafft er es ja noch! Wir drücken ihm jedenfalls die Daumen. Seine Aussage: “Unsere Kinder werden uns verfluchen, wenn TTIP nicht kommt.” ist da sicher zielführend. Ja, auch eine geistige Umnachtung kann, verflucht noch mal, zielführend sein.

Mehr Rot geht nicht

Über den Rüstungslobbyisten in der SPD Wilhelm Adamowitsch, einst Staatssekretär unter Wolfgang Clement, dem Wirtschaftsminister und späteren Wahlkampfunterstützer von Guido Westerwelle, und seit 1968 SPD-Mitglied wegen seiner Bewunderung für Helmut Schmidt schreibt ein wunderbarer Journalist namens Christoph Hickmann in der SZ (1.8.14): „Mehr Rot geht kaum im Lebenslauf.“
Eine tiefgründige Analyse der heutigen SPD.