Ein Glas Wasser

Wasser ist ja banal: flüssig, durchsichtig (wenn sauber), Es gibt Salzwasser in Meeren, Süßwasser in Flüssen und Seen sowie als Quellwasser und als Regenwasser. Wenn er sauber und nicht salzig ist, kann man es trinken. Es ist dann ziemlich geschmacklos.
Wie wirbt man für Wasser, das doch bloß wässrig ist, nichts zum Anfassen? So wie Markus Söder? Er ist so allgegenwärtig, als wäre er Wasser. Wenn er eine Maske trägt, kann man sein Foto betrachten, ohne sich zu gruseln.

Oh, Graus! Was macht er?

Er regt dann weniger auf als ein Glas Wasser. Aber wie wirbt man für ein Glas Wasser?
Ein werbewirksames Foto von Wasser gibt es nicht; man sieht ja nur seinen Hinter- oder Untergrund oder was sich in ihm spiegelt.
Lidl wirbt für das in Flaschen abgefüllte, offenbar weibliche Wasser „Saskia“ mit dem Slogan: „So geht Wasser.“ Da rennt man natürlich sofort zum nächsten Lidl-Markt und kauft die Regale leer. Aber was machen wir mit Markus Söder?

Gotthilf Markus Bimbam

Laut einer Umfrage des Pew Research Center von 2018 behaupten rund 90 Prozent der Christen in den USA, sie seien mit Gott im Dialog. 35 Prozent geben an, sie erhielten eine göttliche Antwort. Unter Evangelikalen erklären sogar 45 Prozent, regelmäßig Zwiegespräche mit Gott zu führen.
Bei einem solchen Andrang von Amerikanern ist es kein Wunder, dass wir anderen, wenn wir dem Herrn mal etwas mitteilen, z.B. über akute Missstände, Krieg, Hungersnöte usw. usw., oder ihn etwas fragen wollen, uns in der Warteschleife ständig Geharfe und irgendwelche Engelschöre mit ihrem Hallelujah-Gesumse anhören müssen, bis wir resigniert aufgeben.
Trump habe Gott in einem Zwiegespräch gefragt, ob er gute Arbeit geleistet habe, verriet er bei einem Wahlkampfauftritt in Mankato im US-Bundesstaat Minnesota. Wie man sich denken kann, hat der Herr Gott sich mit seiner Antwort nicht lumpen lassen.  Seine Begeisterung für den Trump war so groß, dass er ihn für seine Frage gescholten habe; denn Trump habe zuvor die “beste Wirtschaft in der Weltgeschichte aufgebaut”; nun müsse er es nach der Corona-Krise erneut tun.
Wird Trump nun heilig gesprochen? Wird er ein zweiter Heiliger Donald? Ist er gar der wahre Heiland?

Paula White, laut “Welt” wichtigste spirituelle Beraterin Trumps 1, hat immerhin festgestellt: „Wenn ich auf dem Boden des Weißen Hauses gehe, geht Gott auf dem Boden des Weißen Hauses. Ich hatte jedes Recht, den Boden des Weißen Hauses heiligzusprechen, weil ich dort stand. Und wo ich stand, ist es heilig.“ Das bezieht sich natürlich auf Trump, nicht auf

Paula White mit dem Heiligen

Obama, dennsie weiß: “Wer Nein zu Trump sagt, sagt Nein zu Gott.” Und immerhin hat er ja schon mit dem Covid-Virus das Böse besiegt, was für seine gläubigen Anhänger war wie die Wiedergeburt Jesu2, und zudem hat er das Wunder vollbracht, dass psychisch gestörte Evangelikale ihrem Leben einen Sinn geben, indem sie als Gotteskrieger grimmig ihre Colts und Gewehre schwingen, um freudig als Märtyrer im Kampf gegen Schwarze und Linke zu sterben, nachdem sie  den altbösen Feind möglichst blutig auf dem sternenbanner-geschmückten Altar geschlachtet haben.
Es ist zum Wahnsinnig-Werden: Nicht nur kommen wir mit unserem Gesprächswunsch nie durch, weil so viele sich ausgedehnt mit diesem Herrn Gott über dies und das, z.B. Steuererleichterungen für die Wohlhabendsten, also Frömmsten, austauschen, sondern es werden anscheinend auch noch irgendwelche geschniegelte Heilige bevorzugt behandelt und erhalten von diesem Herrn Gott Wahlkampfhilfe statt Feuer und Schwefel.
Wenn nun auch der Söder, der sich ohnehin beim Herrn einzuschleimen versucht, indem er überall rumrennt und Kreuze aufhängt  … Oh, heiliger Bimbam!

Racingteam

„Wir werden die anderen vor uns hertreiben“, drohte der Gauleiter vom Gauland. Und Beatrix Amelie Ehrengard Eilika von Storch, geborene Herzogin von Oldenburg, gab durch lautes Kreischen ihre Zustimmung zu erkennen.
„Oh, ja“, riefen darauf begeistert der Horst und der Söderl. „Ein Wettrennen, dös wiad a Gaudi. Oh, ja!“
Die beiden wohnen in einem Land mit vielen tiefen Tälern, in denen die Menschen vor lauter Watzmännern meist nur ein kleines Zipferl vom Himmel sehen. Und weil es eher düster ist, schlagen sie sich auf ihre Hinterteile und schreien laut dazu und stellen viele Marterln, Feldkreuze und an Wegränder und und hängen Kreuze in Amtsstuben, angeblich weil sie glauben, dass der Gottessohn für sie gestorben wäre, woraus sie eine Menge Hoffnung schöpfen. Sie selbst wollen aber um keinen Preis sterben oder Ähnliches. Sie halten vielmehr den Heiligen Martin für total bescheuert, weil der seinen Mantel geteilt und die eine Hälfte einem frierenden Habenichts, womöglich gar einem dunkelhäutigen, gegeben haben soll. Oh, welch ein Tor, denn erstens hat er ja seinen Mantel, der sicher nicht ganz billig war, zerstört, und zweitens konnte er sich dadurch womöglich einen deftigen Schnupfen holen. Das verbietet einem jeder gesunde Egoismus, da kann der Franziskus, der in seinem Palast in Rom lebt, noch soviel heiliges Zeug reden, der damische Uhu.
„Rechts von uns darf es keine andere Partei geben“, hatte einst der feiste Metzgerssohn Franz-Josef gesagt, nach dem sie dann einen Flughafen benannt haben, weil sie meinten, dass er immer so schön Hochfliegendes von sich gegeben habe, wonach sie sich in den tiefen Tälern von ganzer Seele sehnten.
Nun gibt es aber die Partei vom Gauleiter, die ist zwar „demokratisch legitimiert“, aber stinkt trotzdem nach brauner Fäkalie.
„Der will uns vor sich hertreiben? Hoho, das lassen wir nicht zu. Wir sind schnell wie Kruppstahl, nein, wie Windhunde und rennen ieinfach immer neben ihnen her, so dass sie uns gar nimmer nicht überholen können. Hihi, des soll sie damisch ärgern!“ So riefen der Horst und der Söderl im Chor und rasten los wie eine Horde bayrischer Rindviecher.
Aber irgendwann waren der Seehofer und der Söder ganz außer Atem und konnten nicht mehr, und da hat der Seehofer Horst gesagt: Ein zweiter Platz beim Rennen ist auch nicht schlecht.
Und da ist doch einigen glatt ihr Schnupftabak in der Nase stecken geblieben, und nun rinnt ihnen das Wasser aus Augen und Nase.

O süßer, O freundlicher, O gütiger Herr Söder

Ooooh, Mann, ist der aber fromm! Zwar betet die bayrische CSU-Prominenz gerne vor Kameras in der Wallfahrtskirche Mariä Himmelfahrt in Tuntenhausen, und Seehofer feierte gar mit Papst Ratzepepi (Benedikt XVI.) dessen 90. Geburtstag; aber Söder übertrifft natürlich alle: ER, Söder, ließ sich neben IHM betend in der Grabeskirche in Jerusalem ablichten ((http://www.sueddeutsche.de/bayern/jerusalem-markus-soeder-ein-frommer-lehrling-der-internationalen-politik-1.2918738)). Denn die beiden verstehen sich. Und er treibt mit seinen Kreuzen überall den Teufel aus und rettet die Christen vor Verfolgung durch die Heiden wie einst Kaiser Konstantin. Letzteres verkündet Monsignore Oliver Lahl.((Süddeutsche Zeitung 2.6.18)) Sein Verdienst wächst noch angesichts der Tatsache, dass er ja Protestant ist. Zum Glück will Söder, wie er sagt, das “nicht instrumentalisieren”. Das finden wir gut. Niemand wäre auf die Idee gekommen, dass dieser ,Allerheilige’ mit Papst Franziskus ein “spirituelles” Gespräch geführt habe. ((Ebd.)) Dennoch muss es so gewesen sein, denn Söder sagt es. Man muss man es ihm einfach glauben, denn dieser Glaube ist ihm heilig. Ansonsten sei der Inhalt des Vier-Augen-Gesprächs natürlich vertraulich. Mit IHM und seinem Intimfeind Seehofer vereint Söder u.a. auch die Liebe zu Kindern: „Lasset die Kinder zu mir kommen!“ Davon kann man gar nicht genug bekommen, und ein gütiger Söder freut sich, wenn die Potenz nicht nur für die vier ehelichen, sondern auch für ein uneheliches Kind reicht. Das ist gut für die Renten, und man ist ja kein Pharisäer!! Allerdings möchte der freundliche Mann, dass Eltern weniger Sozialhilfe und Kindergeld bekommen sollen, wenn sie sich erkennbar nicht um ihre Kinder kümmern. Da ficht es den süßen Söder, der keine Sozialhilfe bekommt, nicht an, wenn die Mutter seiner unehelichen Tochter in der „Bunten“ klagt, dass er seine Tochter so wenig besuche. Denn erstens hat ein Söder nun wirklich viel zu tun, weil er z.B. überall Kreuze aufhängen muss, und daher erkennbar wenig Zeit, und zweitens ist die Frau vielleicht gut gebaut, aber wahrscheinlich genauso wenig fromm wie die ganze unheilige Flüchtlingsbagage. Es ist ein Kreuz.

Nur noch einen Satz! Nur noch einen Satz!

„Lassen Sie mich doch nur noch diesen einen Satz zu Ende bringen.“ Markus Söder, der aufgrund eines offenbar eher wenig erfolgreichen Grammatikunterrichts ein unzureichendes Verständnis hat von dem, was „ein Satz“ ist, wiederholte diese Forderung mehrfach erfolgreich bei Maybritt Illner. Dabei hätte man sich gewünscht, dass es in der gesamten Sendung bei einem einzigen Satz geblieben wäre.
Der hätte ja durchaus eine längere Gestalt haben können wie der folgende:
Söder, der möglicherweise das Fremdwort Solidarität kennen mag, aber nicht erkennen lässt, ob er weiß, was damit gemeint ist, durfte in der Talksendung die tüchtigen Staaten des Nordens gegen die erbärmlichen Staaten des Südens ausspielen, weil er anscheinend glaubt, dass ein Vereinigtes Europa bedeutet, man müsse sein wirtschaftliches Besitztum mehren, möglichst auch auf Kosten der scheinbar so wenig tüchtigen anderen Europäer, wie z.B. der Griechen oder Italiener, die sich ihre geographisch so ungünstig gelegenen Länder schließlich selbst ausgesucht haben, dergestalt dass sie gefälligst mit ihren Flüchtlingen selbst fertig werden sollen, und sich ein solidarischer Verzicht zugunsten der Schwächeren beim wohlerzogenen lieben Wähler bzw. bei der überaus wohlerzogenen lieben Wählerin nun mal nur schlecht verkaufen lässt.