Mehr Todesurteile!

Man versteht die Pharmaindustrie: Warum Geld in die Forschung stecken, warum Medikamente herstellen, wenn der Absatz bzw. der Profit eher gering ist? Ärzte und betroffene Krebspatienten kennen das Problem. Eine natürliche Marktlücke mit Bestandsgarantie, sofern der Staat nicht eingreift.
Wenn nun im US-Staat Arkansas die Verwendung der Todesspritzen mit Midazolam laut Ablaufdatum mit gewissen Risiken verbunden ist, dann müssen natürlich die Todesurteile im Akkord vollstreckt werden. Es bleibt aber das Problem des Nachschubs, da einerseits die Verbrechen nicht plötzlich aufhören, aber andererseits die Pharmafirmen sich zieren, mit der Produktion von erprobten Todesspritzen nachzukommen. ((Die geringe Zahl freiwilliger Probanden stellt ein zusätzliches Problem dar, dessen man aber wohl in der Dritten Welt Herr werden könnte.)) Einige weigern sich angeblich sogar aus moralischen Gründen. Eigentlich dürfte das Problem in der moral-freien Marktwirtschaft schnell zu lösen sein. Denn wenn die Nachfrage stiege ((Momentan sitzen in den USA nur 3000 Todeskandidaten in den Gefängnissen.)) , d.h., wenn der Staat eingriffe und die Gerichte sich etwas mehr anstrengten und die Zahl der Todesurteile weiter vermehrten, würde ganz sicher das Profitstreben sofort die vorgegebenen moralischen Skrupel besiegen
– zumal sich auch gerade in der Türkei ein neuer Markt zu erschließen scheint..