Die Bundesbahn braucht Christian „Porsche“ Lindner!

Die Bundesbahn braucht einen neuen Grube. Aber da plärren sie immer nur Pofalla, Pofalla, Pofalla! Maaann! Als wenn es nicht auch einen smarten Christian „Porsche“ Lindner gäbe. Die Leute von der FDP wissen doch am besten, wo das Große Geld liegt. Fachleute eben! Sie lieben es bekanntlich und sind bereit, alles dafür zu geben – ohne Rücksicht auf Arm und Reich. Und dabei behalten sie – entgegen allen Vorurteilen – immer die Arbeitnehmer im Blick: Denn bevor der Reichtum verteilt wird, muss ihn ja die Wirtschaft, d.h. die Konzerne, erst einmal erwirtschaften (“Wir brauchen Steuersenkungen!”), um dann, wenn sie genug gesoffen hat, Wasser zu lassen. Hat sie nämlich ordentlich Geld gemacht und die Arbeit weitestgehend rationalisiert, d.h. mechanisiert, dann gibt es – wir alle wissen es aus dem Wirtschaftskurs für Dummies – auch ein Tröpfchen („trickle down“) für die klasse(nlosen) FDP-Wähler. Die brauchen nur das Mundwerk weit aufzureißen und schon tropft das herrliche Tröpfchen hinein, an dem sie sich dann ohne weiteres sinnlos berauschen können.

Herr Wolf und die abendländischen Werte

– Das hat sie nun davon! Habe ich es nicht schon immer gesagt? Das hätte Rotkäppchen nicht tun sollen. Mit dem Margaux Premier Grand Cru Classé und der Sacher-Torte ganz allein zur Großmutter zu gehen! Hätte sie wenigstens ein Taxi genommen! Man kennt ihn doch den bösen Wolf …
– Ach, du meine Güte! „Man kennt ihn“, wenn ich das schon höre! Oh, ihr heiß geliebten Vorurteile! Und: „der böse Wolf“! Weder Herr Wolf noch sonst ein Wolf ist böse!
– Mag ja sein. Aber wenn er Kuchen und Wein riecht …
– Papperlapapp – du verzeihst mir den Ausdruck! Herr Wolf, ich kenne ihn gut – er geht zum selben Italiener „Da Mario“ – warst du da nicht auch schon einmal essen? Ah, dieser herrliche Primitivo, den sie da zu den Scampi alla Santa Madalena  servieren …
– Nun hör mal! Dass er sie überfallen hat, wirst du doch wohl nicht leugnen!
– Tja, was kann er dafür? Sie hat ihn herausgefordert. Unsere Gesellschaft ist nun halt mal so. Hätte er können, wie er wollte, dann hätte – da bin ich ganz sicher – er ihr noch eine Torta al cioccolato morbide  dazu spendiert, dem leckeren Lämmchen. Nicht wahr, Herr Lindner? Sie sind unserem Gespräch gefolgt?[dropdown_box]
– Ja, guten Abend, die Herren. Ach, Sie wissen ja, ich bin Kaufmann durch und durch, und als solcher vertrete ich eben unsere abendländischen Werte. Aber das heißt auch – da will ich gar kein Blatt vor den Mund nehmen, nicht wahr: Man muss zur Not mal den Schwächlingen mit dem Hammer eines auf den Schädel geben dürfen. Sonst bringt das ja alles überhaupt keinen Spaß.[ref]Der Kriminalpsychologe Jens Hoffmann behauptet, es gebe in Führungspositionen den “dominanten Typ: Der hat Freude an Hierarchiekämpfen. Und weil sein Motiv Dominanz ist, ist er nicht zimperlich beim Austeilen. In seiner Extremform ist dieser Boss-Typ ein Sadist”. (“Süddeutsche” vom 2812.15)[/ref] Hammer oder Amboss! So lautet das Gesetz des Lebens. Meine Devise: Hart wie Kruppstahl, nicht wahr! Und was die abendländischen Werte angeht, so ist meine Philosophie: Erst wenn alle menschlichen Werte ehrlich und offen vom kaufmännischen Weltbild aus gewertet werden, dann werden die Kaufleut ihren Höhepunkt erreicht haben.[ref]Herr Lindner zitiert hier Herrn Schmitz aus Ödon von Horvaths Der ewige Spießer[/ref]
Na ja, und was dieses Mädchen, die Mareike, angeht, die ist ja die reinste Provokation. Ich spreche jetzt nicht von ihrem roten Mützchen mit dem „Che“-Bild darauf. Man kennt es, dies Revoluzzertum der zu kurz Gekommenen.[ref]Laut einer Studie der Stanford University (Stéphane Côté, Julian House) steigert die Ungleichheit bei Privilegierten den Egoismus. Sie gibt ihnen das Gefühl, dass sie etwas Besonderes sind und sie daher ihre privilegierte Stellung ebenso sehr verdient haben wie die Zukurzgekommen ihre unterprivilegierte Stellung.[/ref]  Naja, sie ist ja eigentlich nicht zu kurz gekommen. Haha. Nein, diese Bluse und die eng geschnittene Hose! Eu, jeujeu! Da darf sie sich doch wirklich nicht wundern. Ich werde ihr beim nächsten Mal anbieten, sie in meinem Porsche zu ihrer Großmutter zu fahren, der von mir hochverehrten Frau Krimhild Grima Edle von Grimburg zu Grimberg, die übrigens vor kurzem aus gesundheitlichen Gründen ihr Mandat als Freiheitliche im Europäischen Parlament niedergelegt hat. Ich meine, die Frau war kein Weichei, die hatte noch Klasse! Freie Fahrt den Abgaswerten! Freie Überholfahrbahnen nur für SUVs der Luxusklasse![ref]Auch die Narzissten mit ihrer Liebe zur Dominanz und vielfach auch zum Risiko finden sich laut Hoffmann (s.o.) in den Führungspositionen.[/ref] Steuerfreiheit für die Leistungsträger! Solche Sachen eben! Übrigens wenn Sie sie sehen, grüßen Sie sie ganz herzlich von mir!
– Herr Lindner, das war ein toller Vortrag. Sie sollten in Talkshows auftreten.
– Bitte unterbrechen Sie mich nicht dauernd.
– Aber Herr Lindner, wir sind doch gar nicht in einer Talkshow.
Zurück zu unserer Frage: Ist der Herr Wolf bzw. ist der Mensch böse oder gut?
– n’Abend!
– Bitte unterbrechen Sie mich nicht dauernd. Man wird doch wohl noch unbequeme Wahrheiten aussprechen dürfen.
– Herr Lindner! Noch einmal: Wir sind in keiner Talkshow, sondern beim Bier in der “Goldenen Krone”!
n’ Abend, Mareike, na, lässt du dich auch mal wieder blicken? Sag mal, wo ist denn deine Guevaramütze geblieben? Und so schick? Makeup, Lippenstift, Lidschatten, lange Wimpern und plötzlich langes blondes Haar!
– Ach, das mit Che, das waren doch Kindereien. Ich bin jetzt in der FDP und kandidiere als Spitzenkandidatin im Saarland. Oma Grimi hat uns etwas Geld zukommen lassen, damit wir zu Leistungsträgern werden und die deutsche Wirtschaft ankurbeln. Mit dem Geld gründe ich mit Wölfie – German Mut! – eine Kette von Boutiquen für den Kunden, der das Besondere im obersten Preissegment sucht, Spitzenweine, feinste Pâtisserie und so.
Sie haben Wölfie übrigens sogar zum Spitzenkandidaten der CDU von Baden-Württemberg gewählt. Von wegen böser Wolf!
– Sag ich doch![/dropdown_box]

Herrlich Lindes Magenta

Lindner“Wir erfahren gerade eine gigantische Umverteilung von den Privaten zum Staat.” (Christian Lindner im Interview mit der SZ)
Ist doch wirklich ‘ne tolle Type, der Lindner! Kann man nicht anders sagen.[ref]Wie er darauf kommt? Na, die niedrigen Zinsen.[/ref]
Für die “Abneigung gegen TTIP” [ref]Frage der SZ: Verstehen Sie die Abneigung gegen TTIP?[/ref] hat er viel Verständnis; man könnte sogar sagen, er ist so einer von den Anti-TTIP-Kampagne-Verstehern: “Da kommt viel zusammen: Desinformation, Antiamerikanismus im Allgemeinen und die angespannten US-Beziehungen im Besonderen, die wir seit dem Irakkrieg haben.”
Welch analytischer Scharfsinn! Und immer gut frisiert!

Es plumpst!

Es ist Faschingszeit. Da sind viele besoffen, auch von sich selbst. Da dürfen sich dann auch irgendwelche Pappnasen als Wirtschaftsexperten verkleiden. Auf der Meinungsseite der Süddeutschen Zeitung meint ein Claus Hulverscheidt ziemlich plump, aber genauso selbstsicher wie das momentan so zornige Hausmännle Schäuble, dass Tsipras seinen Wahlsieg einer “plumpen Verdrehung von Ursache und Wirkung” bei der Beurteilung der griechischen Krise verdanke und dass er das Europa-Engagement der Populisten – ach, ist das ein schönes Wort – Merkel, Schäuble usw. “für eine plumpe Erpressung” missbrauche. Plumps! Auf derselben Seite weist allerdings sein Kollege Matthias Dobrinski auf eine Möglichkeit des Fastens hin, “sieben Wochen intellektuelle Demut”, was ja die Mühe beinhalten würde, auch Dogmen zu hinterfragen und sich nicht auf das bequeme Sofa der vorherrschenden Meinung plumpsen zu lassen.[ref]”Faulheit und Feigheit sind die Ursachen, warum ein so großer Teil der Menschen, nachdem sie die Natur längst von fremder Leitung frei gesprochen (naturaliter maiorennes), dennoch gerne zeitlebens unmündig bleiben; und warum es anderen so leicht wird, sich zu deren Vormündern aufzuwerfen. Es ist so bequem, unmündig zu sein.” Kant[/ref] Sollte man es lustig nennen, wenn Pappnasen bei den Medien, z.B. bei NDR Info, aus Pappnasensolidarität arrogante Pappnasen wie den „Wirtschaftsexperten“ (FDP!) Graf Lambsdorff interviewen, und zwar ausgerechnet zu den Problemen Griechenlands in seiner Auseinandersetzung mit den Banken und dem Großkapital, das um sein Geld fürchtet, und der sich – was soll man auch sonst erwarten – arrogant-plump über den krawattenlosen Tsipras und den motorradfahrenden Varoufakis mokiert? Tataa? Tataa? Tataa? Noch ‘n Bier, noch ‘n Korn! Und blendet alles aus, was eure aufgeputschte Heiterkeit verderben könnte, z.B. wie der momentane Klassenkampf von oben angesichts von Verarmung der unteren Schichten und Internationalisierung des Kapitals den Nationalismus mit seinen Ressentiments und seinen falschen sozialen Versprechen hervorbringt! Hoffentlich werdet ihr nicht irgendwann zu spät von euren Plumpssofas aufschrecken. Bei den ursprünglich friedlich mit den Migranten zusammenlebenden Griechen prügeln neuerdings die Faschisten auf „Fremde“ ein. Trallalla!
Der Graf, die FDP, die Liebhaber der Freiheit! Welcher? Fragt die FDP-Wähler in den Villenvierteln Hamburgs – bevor es zu spät ist! Und es muss zum Schluss noch deutlich gesagt werden, und jeder anständige Bürger mit Vorgarten muss es zugeben: Christian Lindner mit Krawatte und Porsche statt Motorrad und auch diese Katja Suding: wirklich schicke Aufmachung!

KatSud

(Foto Robin Krahl cc-by-sa 4.0 bearbeitet)

Das Foto zeigt Katja Suding einmal ganz privat beim Einkaufen. Man muss hier allerdings anmerken, dass Katja, so natürlich sie hier auch wirkt, mit diesem Foto für die FDP in Hamburg kein so hohes Ergebnis erzielt hätte.

Psycho

Christian Lindner, dem wir so viele wertvolle Erkenntnisse verdanken (vgl. Beitrag vom 9.12.13) scheint leider seinen Parteifreunden folgen und den Parteivorsitz gegen einen hochbezahlten Job – bei Porsche? – eintauschen zu wollen. Deshalb setzt er gegenüber dem „Focus“ den Bundestag mit der DDR-Volkskammer gleich. Es haben nämlich, wie er fassungslos feststellen muss, nur fünf Abgeordnete gegen die Einführung des gesetzlichen Mindestlohns gestimmt. Wie kann das möglich sein? Da können doch nur die Kommunisten, Merkel, Gabriel usw., am Werk gewesen sein. Denn: „Das ist nicht nur Politik wie in der Volkskammer.“ Ganz klar, die Demokratie muss unterhöhlt, der Bundestag unterwandert sein, wenn so eine Politik betrieben wird. „Das sind auch Abstimmungsergebnisse wie in der Volkskammer.“
Oder will er doch in die Pharmaindustrie, Bereich Psychopharmaka?