Oha!

Weil man es ja nicht mehr ertragen kann, ständig neuen Irrsinn von Trump, L. zu erfahren, ist es schön, wenn man auch mal etwas Erfreuliches erfahren kann. Man muss zwar suchen; aber wenn man sich anstrengt, findet man auch etwas.
So meldet die dpa: Spahn grenzt sich von AfD ab. Naja, er hätte ja auch ihr beitreten können. Aber vielleicht wollten sie ihn auch nicht haben als bekennenden Schwulen.
Aus zuverlässiger Quelle verlautet zudem, dass Franz “Fluffi” Müntefering sich endgültig in den Schacht Hünxe der Zeche Lohberg zurückgezogen hat und aus tiefer Verzweiflung dem Tageslicht für immer und ewig fern bleiben will. Grund ist, dass nun ein CDU Landeschef, nämlich Brandenburgs Ingo Senftleben, eine Koalition mit der Linken für möglich hält.
Toll auch Finanzminister Olaf Scholz: Auf die Frage: “Können Sie sagen, was Sie von Ihrem Vorgänger Schäuble unterscheidet?” antwortet er mit einem klaren, ehrlichen “Nein.” Das ist allerdings nicht ganz richtig. Denn schließlich hat er Jörg Kukies, den bisherigen Deutschlandchef der größten Investmentbank Goldmann Sachs zum Staatssekretär für Europa und Finanzmarktregulierung gemacht, das hätte Schäuble so nie gewagt. Und dass der Bänker Kukies selbstlos auf sein Millionensalär bei Goldmann Sachs verzichtet, um sich für Peanuts ((Titel des Artikels von Cerstin Gammelin in der “Süddeutschen Zeitung” vom 4.4.18: “Dienen für Peanuts”)) gegen die Interessen der Heuschrecken ganz in den Dienst der Finanzmarktregulierung zu stellen, verdient uneingeschränkte Bewunderung. Da staunt selbst Ex-Kanzler Schröder, unter dem immerhin der sozialdemokratische Staatssekretär Jörg Asmussen – heute in einer Privatbank tätig – Gesetze auf den Weg brachte, die den Finanzmarkt deregulierten und die Bankenkrise herbeiführten.
Es gibt Politiker, die heißen Altmeier, und die sind auch so. Es gibt aber auch Politiker, die gibt es gar nicht, sondern nur ihr Image. Die brauchen dann gar nicht mehr den Mund aufzumachen, weil ihr Outfit alles sagt. Sie heißen z.B. Lindner und tragen ein T-Shirt unter dem Jackett. Zwar ist “Porsche” Lindner zuletzt einmal wieder im weißen Hemd unter der Anzugjacke und mit Krawatte aufgetreten, aber das war in einer Sendung des öffentlich-rechtlichen Fernsehens, die seine jugendliche, unpolitische Klientel nicht ansieht, und außerdem hatte er doch zumindest einen Dreitagebart. Wenn er bzw. sein Image überzeugen soll, benötigt er – das weiß man vom Ex-Kanzler Schröder – natürlich auch volles Haar, gut frisiert. “Um liberales Wachstum zu generieren, ließ er sich erst einmal Haare transplantieren.” Das schrieb eine Journalistin, und zwar seine Ehefrau, die eigentlich eine zuverlässige Quelle sein müsste. Schade, nun haben sie sich getrennt. Über den Grund kann man nur spekulieren.
Neuerdings steigt da immer so ein rundlicher, etwas dümmlich aussehender Kerl aus großen Flugzeugen. Man würde nicht auf die Idee kommen, dass es sich hier um den amerikanischen Außenminister namens Pompeo (nicht Popo) handelt. Aber zum Glück trägt er ein kleines Abzeichen mit der amerikanischen Fahne am Revers. Dann muss er es natürlich sein.
Ein anderer rundlicher Bursche, Israels Ministerpräsident Netanjahu, hat seinen gaaanzen Grips strapaziert und sich etwas gaaanz Feines ausgedacht: Um die Weltöffentlichkeit von der Bösartigkeit des Irans zu überzeugen, hat er vor laufenden Kameras (!) einen Schrank und eine Stellwand enthüllt mit vielen Aktenordnern und ganz vielen glänzenden CDs, die gerade noch genau auf die Stellwand passten!!!!! Sehr eindrucksvoll. Nun ist es also bewiesen! Niemand darf und kann mehr zweifeln: Der Iran ist böse. Aber für die völlig Doofen hat er es noch auf eine große Leinwand schreiben lassen, schwarz auf weiß: Der Iran hat gelogen. Das nennt man Aufklärung!

 

 

 

Sie ist so frei

Sie soll den Gräfin Gedönshoff-Preis für scharfsinnigen Journalismus erhalten, denn Christiane Hoffmann vom SPIEGEL ist eine hervorragende Vertreterin politisch-analytischen Feinsinns, den sie bereits beim genialischen Markus Lanz, bei Frank Plasberg oder im ARD-Presseclub zeigen durfte und nun erneut als Gast bei Anne Will. Ihr Gabe für subtile Differenzierungen ließ sie am Sonntag (21.1.18) bei Anne Will den Befürwortern der „Groko“ in der SPD Rationalität und den Gegnern Emotionalität zusprechen. Ihre eigene Meinung zur „Groko“ ist von kristallener Vernunft geprägt: Eine große Koalition sei einfach unmodern, „anachronistisch“; sie passe nicht mehr in die Zeit.
Nein, nein, nein, das ist nicht nur schwachsinniges Gelaber, wie man es sonst in Zeitschriften wie “Petra” unter dem Titel “Die neusten Trends” findet, sondern Ergebnis scharfer Analyse. Und Hoffmann überzeugt, zumal sie diese – irgendwie sensationelle – These zudem damit begründet, dass es ein Bedürfnis nach Aufbruch, nach Neuanfang gebe, dass es einen Generationswechsel brauche. Das klingt nicht nur toll, das ist, wie man sofort erkennt, ein denkerischer Kraftakt, um den sie ihre Kollegen beneiden. Und während sich die Alten verhärmt in ihre Seniorenresidenzen zurückziehen, dürfen sich alle jungen Leute freuen – bis zu welchem Alter? -, und zwar – ist das nicht schön? – unabhängig von jeglicher politischer Couleur. Hast du es vernommen, Beatrix Amelie Ehrengard Eilika von Storch, geborene Herzogin von Oldenburg, von der AfD? Die Seherin Frau Hoffmann überblickt alles von einer höheren Warte aus, auch wenn sie von einer niederen Warte her in Jamaika durchaus so einen Aufbruch gesehen hätte. Aber da springt auch schon der erste auf und jubiliert: Was? Jung und smart? Neuanfang? Ja, wer, wenn nicht ich, Christian Lindner, und das dynamische Erneuerungsprogramm der FDP verkörpert den radikalen Neuanfang?! Nicht mehr immer nur „Brosamen für die Mittelschicht“, sondern ein Füllhorn für Mittel- und Oberschicht! Nicht mehr die sozialen Unterschiede einebnen, sondern fördern! Den Staat abschaffen, nicht immer bremsen, mehr Eigenverantwortung – für die Großunternehmen -, nicht mehr den Bürger erziehen, sondern freie Fahrt für freie Bürger! Christiane Hoffmann lächelt weise.

Muss Lindner die FDP verlassen?

Christian „Porsche“ Lindner verkündet, die Liberalen – er meint damit die FDP – seien „Anwälte der sozialen Marktwirtschaft“, und als wäre das noch nicht genug, fügt er hinzu, sie seien „nicht Interessenvertreter von Verbänden“, gemeint: Wirtschaftsverbänden ((Süddeutsche Zeitung 19.12.17)). Wird er nun aus der FDP ausgeschlossen?

Chuhhhhhahhhh!!!

Das ist sehr langweilig, immer das Hemd zuerst und dann die Hosen drüber zu ziehen und des Abends ins Bett und morgens wieder herauszukriechen und einen Fuß immer so vor den andern zu setzen; da ist gar kein Absehen, wie es anders werden soll.“ ((Danton in Georg Büchners Dantons Tod II.1))

Helene Fischer kommt von oben auf die Bühne heruntergeschwebt! Sollen sie sie doch wieder hochziehen.
Oh, wie ist mir laaaangweilig! Passiert denn gar nichts?
Im Fernsehen betreibt Martin Schultz Wahlkampf gegen Angela Merkel. Und Angela Merkel gegen Martin Schultz. Und Merkel gewinnt wie immer. Und Schultz hat auch nichts zu sagen.
Oh, wie laaaangweilig! Passiert denn rein gar nichts?
Die braunen Würste von der AfD werden vielleicht die drittgrößte Partei.
Aaach, die Ewiggestrigen. Gibt’s denn gar nichts Neues?
Der Freiherr von Guttenberg, d.h. Karl-Theodor Maria Nikolaus Johann Jacob Philipp Franz Joseph Sylvester usw., lässt sich von den Gläubigen bejubeln.
Wie öde! Chuhhhhhahhhh!!!
Christian Lindner sorgt sich um die Reichen.
Chr pfhhh, chr pfhhh!

Die Bundesbahn braucht Christian „Porsche“ Lindner!

Die Bundesbahn braucht einen neuen Grube. Aber da plärren sie immer nur Pofalla, Pofalla, Pofalla! Maaann! Als wenn es nicht auch einen smarten Christian „Porsche“ Lindner gäbe. Die Leute von der FDP wissen doch am besten, wo das Große Geld liegt. Fachleute eben! Sie lieben es bekanntlich und sind bereit, alles dafür zu geben – ohne Rücksicht auf Arm und Reich. Und dabei behalten sie – entgegen allen Vorurteilen – immer die Arbeitnehmer im Blick: Denn bevor der Reichtum verteilt wird, muss ihn ja die Wirtschaft, d.h. die Konzerne, erst einmal erwirtschaften (“Wir brauchen Steuersenkungen!”), um dann, wenn sie genug gesoffen hat, Wasser zu lassen. Hat sie nämlich ordentlich Geld gemacht und die Arbeit weitestgehend rationalisiert, d.h. mechanisiert, dann gibt es – wir alle wissen es aus dem Wirtschaftskurs für Dummies – auch ein Tröpfchen („trickle down“) für die klasse(nlosen) FDP-Wähler. Die brauchen nur das Mundwerk weit aufzureißen und schon tropft das herrliche Tröpfchen hinein, an dem sie sich dann ohne weiteres sinnlos berauschen können.