Für harte Strafen bei Verstößen gegen Informationspflicht

Es gibt in den USA eine demokratische Senatorin, Elizabeth Warren, die tatsächlich die großen Finanzkonzerne zerschlagen will und sich gegen die Verbindungen von Regierung und Banken wendet. Der linke Flügel der Demokraten würde sie gerne für die Präsidentschaftskandidatur gewinnen. Aber dann würden die Demokraten wahrscheinlich die Wahlen hoch verlieren, denn der Widerstand in den Medien, z.B. die der Koch Brüder, wäre enorm. Da es überall in der Welt so läuft, erscheint die Situation aussichtslos.
Das Problem besteht darin, dass, wenn Demokratie funktionieren soll, man den mündigen Bürger braucht, man also gegen die durch BILD und Das goldene Blatt usw. erzeugte oder verstärkte Blödheit kämpfen muss. Zwar hat jeder eigentlich das Recht und die Pflicht, sich zu informieren, aber momentan kann das jeder als allzu mühselig auch ablehnen. Dagegen muss endlich eine Verordnung her, die den pflichtvergessenen BILD-Leser dazu verurteilt, zur Strafe täglich Artikel, wie z.B. den über den traurigen Tod des armen Hundes von Uli Hoeness oder über Helene Fischers heimliche Sünden, auswendig zu lernen. Die notwendige Kontrolle der Bürger sollte dank NSA usw. kein Hindernis sein. Ach, ihr Feiglinge: Wetten, kein Schwein setzt sich für eine solche Initiative ein!

Ihr seid super, Ihr oberen Vierprozent!

Alle Achtung, wie Ihr das mit Eurem Geld in den westlichen “Demokratien” geschafft habt, auf friedlichem Wege, ohne dass Ihr auch nur eine Patrone vergeudet hättet, allein mit Hilfe der Euch gehörenden Medien, das Volk so zu verdummen, dass Ihr jede Wahl gewinnt und so die Politiker zu willfährigen Gehilfen Eures Profitstrebens gemacht habt, da hätte selbst George Orwell mit den Ohren geschlackert (und mit den Augen geklappert?). Die Gehirnwäsche kann, so war zu lesen, sogar so weit gehen, dass im Rahmen des Schulsponsoring Schüler lernen, wie man als Mitarbeiter zur Gewinnoptimierung der Unternehmens dadurch beitragen kann, dass man Mitarbeiter entlässt.
Unser Vorbild sind ja die USA – nicht nur in Bezug auf das Analphabetentum. Dort hatten sich – so erfährt man – laut einer Umfrage von Yougov im Auftrag der Huffington Post zwar über 80% der Befragten für einer Kennzeichnung von genveränderten Nahrungsmitteln ausgesprochen, aber Monsanto, Bayer, BASF, Pepsi und Coca usw. haben 17 Millionen Dollar für eine Medienkampagne ausgegeben und es geschafft, dass bei einem Volksentscheid in Kalifornien die Kennzeichnungsgegner knapp gewonnen haben. Auch der Widerwillen gegen Obamas Krankenversicherungsprojekt, den die Koch-Brüder so energisch gefördert haben, indem sie es als kommunistisch, teuflisch denunziert haben, ist ein gelungener Coup.
Skrupel kennt Ihr nicht!
Wie leicht Euch das von der Hand geht: Geld vernichtet die individuelle Urteilskraft!
Bernward und Maren Jopen sind gute Menschen (“Gutmenschen”?) und wollen als solche zur Reintegration von Strafgefangenen beitragen, und zwar indem sie sie zu Wirtschaftsbossen umbilden und so Teil der guten Gesellschaft werden lassen. Denn die Verbrecher seien “eigentlich gute Geschäftsleute”. Sie haben “sich unternehmerisch ja längst bewiesen. Wer einen Drogenring aufbaut, weiß viel über Dinge wie Kundenakquise, Personalplanung, Organisatíon” usw.[ref]Süddeutsche Zeitung 24.10.14[/ref]
Naja, irgendwie konsequent.