Logisch

Erdogan küsst alle seine Krieger (auch die toten?) – auf die Stirn. Ganz edle Geste! Selbstverständlich Tränen der Rührung bei den Kriegern (auch bei den toten?)

. Logisch: Erdogan ist damit allerdings für die nächsten Wochen voll ausgelastet und musste alle anderen Termine absagen, obwohl ja Trump die türkische Wirtschaft zerstören und ausradieren wird.

Die doofen Kurden ärgern sich, weil Trump keine Verpflichtung gegenüber den Kampfgenossen im Krieg gegen den IS sieht . Aber geschieht ihnen recht! Denn – logisch – wie Trump zu Recht feststellt: “Sie haben uns nicht im Zweiten Weltkrieg geholfen, sie haben uns beispielsweise nicht mit der Normandie geholfen.“

Und er sah, dass es gut war

Es lebte einst und lebt noch heut ein Jüngling fortgeschrittnen Alters (insofern also kein Jüngling mehr) mit blondem Haar (ob das Haar wirklich blond war oder gefärbt, weiß man allerdings nicht so genau)  in einem Haus, das groß mit einem exquisit ovalen Zimmer mit Vorhängen wie Gold und lauter bunten Fahnen. Auch hatte er einen ziemlich großen Tisch mit einer riesigen Mappe und in der Mappe riesige Bögen kostbaren Papiers, auf die er jeden Tag in riesigen Lettern seine Unterschriften setzte, was eine riesige Menge Menschen, mit von riesiger Bewunderung offenem Mund betrachten durften.

Doch der alte Junge fühlte sich einsam. Er blickte in den Spiegel. Und wen sah er dort? Sich selbst! Super! Sich selbst! Super! Aber immer nur sich selbst. Das war nicht mehr super, sondern sehr, sehr traurig. Gab es denn in der großen weiten Welt niemanden, der einen ähnlich großen Schreibtisch in einem ebenso schönen Haus mit vielen bunten Fahnen und goldenen Vorhängen besaß?[htsP anchor_text = “Weiterlesen”]
Da er reich (3,1 Milliarden Dollar) und mächtig (sehr großer roter Knopf) war, schickte er Kuriere aus, die für ihn den ganzen Kontinent durchsuchen und einen Menschen finden sollten, der ihm ebenbürtig wäre und den er zum Freunde oder – noch besser – zur Freundin haben könnte. Doch seine Kuriere kehrten zurück und gestanden, dass sie niemanden gefunden hätten, der einen ähnlich großen Schreibtisch in einem ovalen Raum mit goldenen Vorhängen und bunten Fahnen besäße. Da wurde der alte Jüngling sehr zornig, und er rief: “You are fired.” Und es war the biggest firing ever!
Aber da er, wie er wusste (“I’m a very stable genius.”), ein einzigartiges Genie war und er überhaupt niemanden kannte, der je annähernd soviel Geist und Energie versprühte wie er, konnte er nicht lange passiv bleiben und schickte neue Kuriere hinaus in die Welt jenseits des großen Wassers, auf dass sie auch dort suchen sollten nach einem Menschen, der ähnlich riesig wohnte und reich und und schön und mächtig wäre wie er selbst.
Und die Boten gelangten zunächst voller Hoffnung auf eine große Insel
in Europa, dort gab es einen riesigen Palast. Darin wohnte, umgeben von viel Gold, eine alte Dame, die eine Krone auf dem Kopf trug. Das gefiel dem alten Jungen sehr. Aber sie sprach eine seltsame Sprache und wirkte gebrechlich und schwach. Sie ähnelte auch überhaupt nichtStormy Daniels”, dem Pornostar, die er einst freudig, aber kurz zu seiner Freundin erkoren hatte, obwohl sie keine Wohnung mit goldenen Vorhängen und bunten Fahnen, dafür aber in seinen Augen offensichtlich andere Vorzüge besaß. Und der Schreibtisch der alten Dame war zwar antik und insofern sehr wertvoll, aber er hätte doch wohl nicht in sein Büro mit vielen bunten Fahnen und goldenen Vorhängen gepasst. „Nein, die will ich nicht”, rief der alte Junge.
Es gab a
uf derselben Insel aber noch, so meldeten seine Kuriere, eine andere Frau, die viel jünger war und kräftiger, wenn auch ein weniger mager, und die es wie er liebte, ab und an Papiere zu unterzeichnen. Aber sie bewohnte bloß einen Teil eines lächerlich kleinen Mehrfamilienhauses. „Neieiein, die will ich nicht. Die ist mir zu mager, und sie hat ja einen Buckel und wohnt gar nicht in einem großen Haus wie ich.”
Also suchten seine Kuriere weiter,
verließen die Insel und kamen in eine Stadt mit einem großen Palast mit vielen Säulen an einem kleinen Fluss gelegen. Darin hauste eine Frau, die nicht so mager war wie die Frau auf der Insel (was ihr einst ein ältlicher Bunga Bunga Krieger vorgeworfen hatte). Diese Frau hatte auch einen ziemlich großen Schreibtisch, allerdings gab es weder goldene Vorhänge noch viele bunte Fahnen. Auch missfiel ihm, dass die Frau immer das gleiche Kostüm – nur unterschiedlich gefärbt – trug. “Nein, die will ich nicht. Die spricht auch eine Sprache, die kein Mensch versteht. Wenn sie wenigstens Melania, Ivana oder Ivanka hieße! Was soll ich mit einem Engel? Kein Vergleich mit “Stormy Daniels”!
Da schwärmten seine Kuriere wieder aus und trafen auf einen riesigen alten Palast. Der war so groß, dass das Gesicht des alten Jünglings vor Neid die Farbe seiner Haare annahm. Und der Palast hatte unzählige Räume, so dass man, wenn man zu seinem Herrscher durchdringen wollte, schon ganz erschöpft war, bevor man endlich anlangte. Und der Herrscher hatte nicht nur einen riesigen Schreibtisch und Zimmer mit viel Gold und blumigen Tapeten, sondern auch ein stolzes Pferd, auf dem er sich gern mit seinem entblößten kräftigen Oberkörper zu zeigen geruhte, so dass dem alten Jüngling ganz wundersam zumute wurde. “Jaaah, den will ich zum Freund. Er soll mir auch das Reiten und Fischen beibringen.”
„Aber, oh Herr”, riefen seine Kuriere, “ihr sagtet doch, er sei euer Feind!” “Schweigt! Bedenket, was ihr tut, wenn ihr mir widersprecht! Er hat mir geholfen, der mächtigste Mann auf Erden zu werden. Kann er da mein Feind sein? Vergesst, was ich gestern sagte: Ich sage heute dies und morgen das. Aber euch sei Gelegenheit gegeben, mir einen weiteren Freund zu finden. Eilt euch, sonst seid ihr schneller gefeuert, als ihr papp sagen könnt,”
Also schwärmten die Kuriere erneut aus. Und da die Drohung ihren Eifer vervielfacht hatte, fanden sie schnell einen weiteren Palast, d.h. eigentlich mehrere Paläste, die ihr Herrscher auf eine naturgeschützte Fläche gesetzt hatte und die von unzähligen Säulen geziert waren und unermesslich viele Räume enthielten, von denen jeder glänzte aufgrund des vielen Goldes auf Wänden und Möbeln. Sein Herrscher aber zeigte sich nie entblößt; vielmehr ließ er sogar seine Frau verhüllen, weil er fürchtete, ihre unsagbar schönen Augen, ihre Nase und – oh! – Ohren sowie Mund, aber vor allem ihre aufreizend erotischen Haare würden sonst unzüchtige Wünsche bei fremden Männern erregen, was er ihnen gern ersparen wollte. Er selbst aber wurde verehrt, obwohl er wie gesagt den entblößten Anblick seiner herrlichen Brust verweigerte. Wenn aber jemand wagen sollte, etwa an seiner Männerbrust zu zweifeln, die, wie er sicher wusste, in allen Frauen nur unzüchtige Wünsche erregte, so ließ er ihn ohne weitere Umstände in den Kerker werfen. “Eu-jeu-jeu, sapperlot!”, rief da der alte Junge. Und ein großes Feuer entbrannte in seiner Brust; er wünschte sich nichts sehnlicher, als auch diesen zu seinem Freunde zu haben. Zu dritt würden sie unbesiegbar sein: er als Gottvater, der eine als sein Sohn und der andere als sein Heiliger Geist. ((Laut Süddeutscher Zeitung (Christian Zaschke 4.4.18) erzählen Trumps Mitarbeiter, Putin, Erdogan und Xi Jingping seien Trumps Lieblingspolitiker.))
Und glücklich kämmte er lange sein Haar, betrachtete dann sein Bild im Spiegel, betrachtete es wieder und wieder, streckte seinen Finger aus und zeigte verliebt auf sein Ebenbild im Spiegel. Und er sah, dass es gut war.
Fotos:
Foto Francisco Anzola – Kremlin, CC BY 2.0; www.kremlin.ru; CC BY-SA 3.0[/htsP] 

Na, denn: Prost!

Es war einmal ein Kaiser …
– Ach, Sie wollen uns Märchen erzählen? Das lassen Sie mal lieber bleiben.
– Nun warten Sie doch erstmal ab. Na, gut. Ich fange noch einmal neu an.
Ein Herrscher hatte einst …
– Ach, „einst“ – wie das schon klingt! Könnten Sie nicht lieber etwas erzählen, was in unserer Zeit spielt?
– Ihnen kann man es aber nur schwer recht machen. Ich fange nochmal an:
Ein Herrscher – nenne wir ihn Erwin – verfügte vor nicht allzu langer Zeit über einen erstklassigen Friseur und einen eigenen Schneider. Erwin war sehr eitel, und jeden Abend besah er sich in einem kleinen goldenen Spiegel – er konnte sich goldene Spiegel leisten, denn er war ja ein mächtiger Herrscher – und bewunderte sich. Aber der Spiegel zeigte nicht nur ihn, sondern im Hintergrund auch eine Wand seines Wohnzimmers mit einem Foto von seiner Frau und einen Tisch mit einem Kaktus in einem Blumentopf. ((Von dem Kaktus und der Frau wird im Folgenden nicht mehr die Rede sein.)) Erwin war damit gar nicht zufrieden; er fand das popelig. Da er ein Naturfreund war, ließ er in einem Naturschutzgebiet einen sehr großen Palast erbauen. Er sollte wirklich gigantisch sein, größer als alle anderen Herrscherpaläste auf der ganzen, ganzen Welt. Deshalb hatte er seine Diener viele Bilderbücher kaufen lassen mit Bauwerken mächtiger Herrscher, die sich Duce, Führer, Stalin u.ä. nannten. Dann ließ er für 600 Millionen US Dollar von seinen Untertanen einen Palast bauen mit 1100 Zimmern. Und als er fertig war und Erwin eingezogen war, wanderte er jeden Abend über teure weiche Teppiche von einem mit Seidentapeten verzierten Zimmer in das andere, besah sich das eine oder andere von seinen vielen Schwimm- und Dampfbädern und stellte sich schließlich, wenn er müde wurde, vor eine der vielen Treppen, sah dann in seinen goldenen Spiegel und ließ sich von einem seiner zahlreichen Diener fotografieren. Dann betrachtete er versonnen sein Foto und murmelte: „Es ist unglaublich, wie großartig ich bin. Na, Spiegel, was sagst du nun? Gar nichts mehr, was?“ – und zufrieden lächelnd begab er sich sodann auf die Suche nach einem seiner vielen Schlafgemächer.[htsP anchor_text=”Weiterlesen”]
– Hören Sie, da haben Sie sich ja was Tolles ausgedacht. Hatten Sie nicht versprochen, dass Sie uns keine Märchen erzählen wollten?
– Manchmal ist das Leben märchenhaft.
– Sprüche!
– Sie lassen sich doch sonst alles Mögliche vormachen, wenn Sie vor dem Fernseher sitzen und sich mit Scripted Reality berieseln lassen.
– Ist ja schon gut. Machen Sie ruhig weiter. Ich bin gespannt, was Sie uns noch alles vorschwindeln werden.
Nach einiger Zeit wurde ihm jedoch langweilig. Er dekorierte die Treppe jeweils mit ein paar Komparsen, lud fremde Herrscher ein und und ließ sich dann vor der Treppe mit ihnen fotografieren – es half nichts. ((https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Recep_Tayyip_Erdo%C4%9Fan_Mahmoud_Abbas.jpg#/media/File:Recep_Tayyip_Erdo%C4%9Fan_Mahmoud_Abbas.jpg)) Er schaute in seinen Spiegel und fragte: „Bin ich vielleicht doch nicht der größte Herrscher der Welt?“ Der Spiegel gab ihm aber keine Antwort. Da fiel es ihm plötzlich wie Schuppen von den Augen: „Sch… Was nützt mir der größte Palast der Welt mit 1100 Zimmern und vergoldeten Möbeln und schweren damastenen Vorhängen und Schwitzbädern in einem Naturschutzgebiet, wenn ich zwar mächtig, aber nicht allmächtig bin. Jeder kann mich kritisieren, ohne dafür bestraft zu werden; Richter und von anderen Menschen gemachte Gesetze können mir vorschreiben, was ich zu tun oder zu lassen habe. Ich Unglücklichster unter den Sterblichen, ich bin ja tatsächlich nur ein armer Wicht, ein konstitutioneller Kaiser.“
– Na, hat man schon sowas Verrücktes gehört: Statt sich an seiner 1100-Zimmer Wohnung zu freuen … Und einen schicken SUV hat er doch bestimmt auch. Die Heizungskosten lässt er sich wahrscheinlich auch bezahlen.
– 600 000 US Dollar jeden Winter zahlen seine Untertanen.
– Oh, der hat’s gut. Miete und Heizung sind nämlich schon bei einer Zwei-Zimmer-Wohnung kein Pappenstiel, müssen Sie wissen.
– Ich weiß. Lassen Sie mich weiter erzählen?
Erwins Untertanen liebten ihren Herrscher sehr, denn er sagte ihnen immer wieder, dass ein Volk mit so einem teuren Palast mit so vielen Zimmern ein reiches und ruhmvolles Volk sein müsse. Jeder könne und müsse darauf stolz sein, dazu zu gehören, sei er auch noch so arm und ungebildet. Ja, besonders die Armen und Ungebildeten sollten stolz darauf sein, denn sie hatten ja sonst nichts, worauf sie hätten stolz sein können. Und diesen Ruhm würden sie natürlich alle dem verdanken, der so prachtvolle Paläste bauen könne – größer als alle Paläste im ganzen Universum. Und die Armen und Ungebildeten fanden das tatsächlich ganz großartig und waren mächtig stolz auf das, was ihr Herrscher erbaut hatte, denn sie selbst hatten ja nichts. Und Erwin schmeichelte ihnen, indem er ihnen einredete, dass Bildung und Intellekt teuflische Erfindungen feindlicher Mächte wären. Die „Eierköpfe“ seien nur Nestbeschmutzer, vaterlandslose Gesellen, die immer alles besser wussten und ständig nur kritisierten, einem alle Freude nahmen, z.B. an riesigen Palästen, und endlos diskutierten und diskutierten, statt einfach das zu tun, was ihnen gesagt wurde.
– Genau.
Erwin wollte nun aber zu gerne absoluter Herrscher sein, wie die Sultane in „Tausend und einer Nacht“. Entsprechend märchenhafte kostbare Gewänder hatte er schon anfertigen lassen. Er mochte nicht mehr lange warten. Und schnell fand er ein einfaches Mittel: Er wusste aus der Geschichte, dass schlaue Diktatoren die Freiheiten der Demokratie dazu genutzt hatten, sie abzuschaffen. Man musste Wahlen abhalten und sich dann „ermächtigen“ lassen.
– Aha, das ist mir der Richtige.
So ließ er denn darüber abstimmen, ob er zukünftig viel, viel mehr Macht haben sollte, um noch schönere und noch größere Paläste zu bauen, wie sie die Welt noch nie gesehen hatte, so dass der Ruhm seines Volkes sich für alle Zeiten in die ehernen, von kostbaren damastenen Vorhängen umsäumten und auf seidenen Teppichen ruhenden Geschichtsbücher eingraben würde.
Als nun in der Abstimmung zu seiner Überraschung die Hälfte seiner Untertanen für und die andere aber gegen ihn gestimmt hatte, da rann eine kleine sehr kostbare Träne aus dem rechten Winkel von Erwins rechtem sehr kostbarem Auge. Er war sehr enttäuscht und tief verletzt und bestimmte, dass sein Hofnarr die Wahl entscheiden sollte. Und siehe da: Erwin hatte gewonnen.
Schuld an den vielen Gegenstimmen konnten – das wusste er jedoch ganz genau – natürlich nur finstere fremde Mächte sein. Da freute es ihn sehr – Allahu akbar – , dass plötzlich ein paar von seinen Feinden mit gezückten Krummsäbeln in seinen gut bewachten Palast einzudringen versuchten. Sie konnten kaum gucken, weil ihnen beim Laufen immer wieder der Fes über die Augen gerutscht war, stolperten über ihre Pluderhosen und schlugen sich beim Fallen ihre Nasen blutig. Sie hatten auch vergessen, ihre Krummsäbel zu schleifen, die so stumpf waren, dass sie damit nicht einmal eine geschälte Banane hätten durchtrennen können. Als sie nun da wild durcheinander gewürfelt, mit blutigen Nasen auf dem Boden lagen, ließ Erwin sie einsammeln, besah sich amüsiert, wie sie ein wenig durchgeprügelt und dann eingesperrt wurden, und dankte Allah, denn dieser Gott, der, wie es immer alle Götter tun, auf der Seiten der Guten, also auf Erwins Seite, stand, hatte ihm nicht nur die harmlosen Feinde geschickt, sondern ihm natürlich auch einen Grund geliefert, nicht nur die Krieger, sondern überhaupt alle, alle Bösen, und nicht nur alle Bösen, sondern auch alle, die böse guckten, im ganzen Land einzusperren, so dass bald seine Gefängnisse von Gefangenen überquollen und er sich gezwungen sah, die Todesstrafe wieder einzuführen. (Denn er wollte für die Gefangenen keine Paläste bauen.)
Obwohl er also das alles nur tat, um sein Land vor dem Bösen zu bewahren, gab es auch außerhalb seines Landes Menschen, unwissend und von falschem Mitgefühl fehlgeleitet, die sich empörten und ihm unterstellten, dass sein einziges Streben wäre, dass ihm alle Welt als Erwin dem Größten huldigen sollte. Doch Erwin war kein Trumpel, und seine Ehre war riesig und heilig. Und als er nun davon hörte, verkündete er schlau, dass nicht er von  Gelüsten nach unumschränkter Macht getrieben würde, sondern in Wahrheit alle anderen, besonders die, die ihm diese Machtgier unterstellten: Wer es sagt, der ist es selber. Und er ließ schnell noch einige Menschen aus solchen Ländern in seine Kerker werfen. Und als nun die Regierungen dieser Länder ihre Bürger warnten, in ein so gefährliches Land zu reisen, da warnte er schlau seinerseits seine Untertanen davor, in so ein Land zu fahren, das seine Bürger davor warnte in ein Land zu reisen, in dem man so ohne weiteres in ein Gefängnis gesteckt werden konnte.
– Ist die Geschichte nun zu Ende? Sie wiederholt sich!
– Nein, sie geht noch lange weiter. Aber sie wiederholt sich allerdings und ermüdet. Ich wollte eigentlich noch die Geschichte von Donald, dem Schnatterer, und Kim Jong-un, dem Pökerface, erzählen. Beide hatten einen guten Friseur – na ja, gut, darüber lässt sich streiten – und selbstverständlich einen  goldenen Spiegel. Also, der eine hat den anderen einen geistesgestörten Greis genannt, und der andere hat den einen einen verrückten Raketenmann genannt. Darauf hat der eine gesagt, er werde den anderen und sein ganzes Land zerstören, und darauf hat der andere gesagt, er werde den einen und sein ganzes Land zerstören.
Ich bin nun allerdings ein wenig müde geworden. Deshalb setze ich mich jetzt in meinen Ohrensessel, öffne eine Flasche und trinke auf unser aller Gesundheit und eine friedliche Zukunft.[/htsP]

Frau Erdogan zürnt

„Das mit den Nazis hat ihm nur wieder seine Ziege eingeflüstert“, behauptet Frau Erdogan. „Und nun hat der Recep Tayyip ständig schlechte Laune, weil ihn ja schon die geringste Kritik in Rage bringt. Und wer muss das den ganzen Tag aushalten? Na? Richtig, ich werde meines Lebens nicht mehr froh. Vielweiberei – schön und gut, aber was er an dieser Ziege findet, weiß ich wirklich nicht. Dass sie so schüchtern tut und ihr  Kopftuch nie ablegt? Das kann es wohl doch nicht sein. Nee, ich bin echt ratlos.“
Diese Aussage hat Frau Erdogan eigentlich gegenüber der türkischen „Gala“ gemacht. Aber sie durfte natürlich nicht veröffentlicht werden. Frau Erdogan selbst hat sie schließlich auf Bitten der Redaktion nicht autorisiert. Frau Erdogan begründete ihren Rückzug mit den Worten: „Man weiß ja heutzutage echt nicht, wer alles im Gefängnis landen kann.“
Damit hat sie natürlich Recht. Deshalb muss diese Nachricht auch wirklich unter uns bleiben. Wir wollen doch nicht, wenn wir irgendwann doch noch einmal den Urlaub in der Türkei verbringen wollen, fürchten müssen, plötzlich in einem Foltergefängnis aufzuwachen. Also an dieser Stelle auf alles, was uns heilig ist, schwören: pssst! bleibt unter uns.