Wer ist Erdoǧan?

Sackdoof, feige und verklemmt
ist ***, der Präsident.

Er ist der Mann, der Mädchen schlägt
und dabei Gummimasken trägt.
Am liebsten mag er Ziegen ***
und Minderheiten unterdrücken.

Das ist nicht schön, was hier über einen Präsidenten gesagt wird. So etwas hört niemand gern über sich. Der türkische Präsident hat das Gedicht  – doch wohl zu Unrecht – auf sich bezogen, weil der Name Erdoǧan darin auftaucht und mit einem türkischen Präsidenten assoziiert wird, und er war sehr verletzt.
Aber kann mit diesem Gedicht überhaupt Erdoǧan, der türkische Präsident, gemeint sein?
Da werden möglicherweise ehrenrührige Behauptungen aufgestellt über körperliche Gebrechen („Schrumpelklöten“), mangelnde Körperhygiene („Selbst ein Schweinefurz riecht schöner“) sowie sexuelle Vorlieben des betreffenden Präsidenten, die frei erfunden sind, da es kaum vorstellbar ist, wie der Autor dieses Schmähgedichts zu solch intimen Kenntnissen der Person („Schrumpelklöten“) gelangt sein soll, so dass sie, wenn sie überhaupt eine reale Person betreffen sollten, dann nur einen Namensvetter des Präsidenten, etwa den Präsidenten eines Fußballvereins mit gleichem Namen, meinen können. (Etwa 223577 Personen tragen diesen Namen – vornehmlich in der Türkei.1) Sie entstammen aber ohnehin höchstwahrscheinlich nur der schmutzigen Phantasie des – besser anonym bleibenden – Autors. Im Grunde ist es zudem ja auch nebensächlich, ob der betreffende Präsident, wenn er Mädchen schlägt, dabei Gummimasken (gleich mehrere? wie viele? alle auf einmal?) trägt. Es würde schon genügen, dass er Mädchen schlägt. Wenn er das tut, sollte er es aber unbedingt unterlassen. Denn das ist gemein.
Und was die Ziegen angeht, von denen in diesem Machwerk die Rede ist, so können Ziegen, besonders Zicklein, possierliche und vor allem wohlschmeckende Tiere sein; darum muss es ein Bewunderer solcher Tiere aber nicht so weit treiben, dass ihn seine ekstatische Hingabe an die Ziegen zu sexuellen Handlungen treibt. Was hier unterstellt wird, ist aber – soviel kann man wohl feststellen – auch eher selten. Und wenn der schäbige Autor dieser Invektive nun andeuten will, dass ein solches Verhalten gerade bei einem türkischen Präsidenten namens Erdoǧan zu finden wäre, der über einen riesigen, prunkvoll ausgestatteten Palast verfügt, von dem ein schmuckes Mädchen aus Wohnungssuche nur träumen kann, nämlich mit einer Gebäudefläche von 40.000 Quadratmetern und etwa eintausend Zimmern, mit Kristalllüstern, goldglänzenden Vorhängen und vielen, vielen Fahnen ausgestattet und in einem Naturschutzgebiet gelegen, und der folglich mit seiner Aura von Macht und Reichtum durchaus die eine oder andere glutäugige Geliebte, und zwar eben keine Ziege, in seinen Harem locken könnte – sein angetrautes, geziemend verschleiertes Weib hätte nach alter Sitte gefälligst die Klappe zu halten -, so erscheint dies vollends äußerst unwahrscheinlich.
Auch muss an dieser Stelle gesagt werden, dass das „Gedicht“ keine formalen Feinheiten aufweist, was Bildsprache, Rhythmus, Reime („-icken“ – „-ücken“) usw. betrifft. Von Schönheit kann bei diesem „Kunst“werk also keine Rede sein. Daran ändert auch die Wortschöpfung „sackdoof“ überhaupt nichts.

Recep Erdoǧan, der türkische Präsident, schlägt Frauen nach unseren Kenntnissen nicht, und wenn, dann nicht sehr kräftig, vermutlich kaum. Aber durch seinen Austritt aus der Istanbul-Konvention gegen Gewalt an Frauen liefert er diese seinen männlichen Landsleuten aus, von denen der eine oder andere gerne auch einmal in seinem Überschwang einen Ehrenmord an Frau oder Tochter begeht. Wer meint. das kritisieren zu müssen, dem muss allerdings entgegnet werden, dass es ganz einfach eine Frage der türkischen Identität ist, sich in solchen Fragen von allen Modernismen des dekadenten Westens zu distanzieren.
Wenn Erdoǧan übrigens in dem Schmähgedicht „schwul“ genannt wird, so ist darauf zu erwidern, dass das, wenn es wahr wäre, nicht nur seine Privatsache wäre, sondern dass er ja darüber hinaus tatsächlich Schwule sogar verfolgen lässt, was Schwule als solche nur selten tun. Vielmehr liebt ein reiner Türke Frauen, die nicht um jeden Preis hübsch sein müssen, da sie ja meist verhüllt rumlaufen, aber gefügig 2. Und wenn der heiratswillige Türke einmal unter Kopftuch, Schleier und Burka nach kurzem Werben beim zukünftigen Schwiegervater und Übergabe eines passenden Kaufbetrages an diesen schließlich entdeckt, dass er hereingelegt wurde und sich unter dem Hidschab ein abgefeimter männlicher Schwuler verbarg, dann verstößt er diesen meist sofort. Und es kommt überdies zu einer Blutfehde mit der gesamten betrügerischen Familie, die ihm den Kerl untergeschoben hat: Tod allen bis zu den Omas und Babies. Es ist eine Frage der türkischen Identität.
Nun gut, es muss an dieser Stelle auch gesagt werden, dass Erdoǧan wie jeder Sterbliche auch seine Schwächen hat: Er fühlt sich z.B. nur gut, wenn er lauter Gleichgesinnte um sich hat, die ihn anhimmeln. Das ist sehr menschlich. Darum verfolgt er Kurden und hat auch mit Christen und deren Identität (Hagia Sophia) nicht viel im Sinn. Und er hasst es generell, wenn Menschen anderer Meinung sind als er und diese Meinungsverschiedenheit in Form vom Kritik an ihm öffentlich äußern. Da gerät er schon einmal wirklich in Rage.
Solche Aufmüpfigen wirft er dann flugs in den Kerker, wenn sie nicht gerade als Beauftragte der EU zu ihm gekommen sind und z.B. Ursula von der Leyen heißen. Selbstverständlich bringt er sie nicht persönlich hinter Gittern, sondern er lässt es seine Justiz tun, die praktischer Weise von lauter Personen repräsentiert wird, die er selbst ausgesucht hat und die die türkische Identität hochhalten. Dieser Erdoǧan ist schon ein schlauer Hund. So muss z.B. Canan Kaftancioǧlu, eine Frau (!), die als Chefin der örtlichen oppositionellen CHP Erdoǧan in Istanbul 2019 bei den Wahlen eine Niederlage zugefügt hatte, fürchten, für mehr als acht Jahre ins Gefängnis gesperrt  zu werden, weil sie via Twitter den türkischen Staat „erniedrigt“ haben soll. Es war sicher für sie nicht leicht, einen Staat zu „erniedrigen“. Es fällt einem schwer, sich vorzustellen, wie das gehen soll. Sie muss schon ziemlich raffiniert vorgegangen sein. Irgendwie muss sie es aber geschafft haben, es sei denn Erdoǧan setzt seine Person und den Staat gleich.
Das Beispiel Canan Kaftancioǧlu zeigt: Frauen können ganz schön fies sein, so dass einem schon mal die Hand ausrutschen kann. Sie hat nämlich
mehrmals den Präsidenten kritisiert und ihn folglich beleidigt. Das hätte sie wissen müssen: Erdoǧan ist ja sofort beleidigt, wenn man ihn kritisiert. Da darf Canan Kaftancioǧlu sich nicht wundern. Wenn sie aber denkt, sie könnte selbst beleidigt sein, wenn der Innenminister Süleyman Soylu sie als „Närrin“ und Handlangerin der terroristischen PKK bezeichnet, dann zeigt sie nur, wie wenig Hirn Frauen haben. Denn zum einen ist sie ja nur eine Frau und somit nicht berechtigt, beleidigt zu sein, und zum anderen hat Soylu sie ja gar nicht beleidigt. weil tatsächlich eben nur Narren bzw. Närrinnen jemanden wie Erdoǧan kritisieren können. Und man weiß ja im übrigen auch, dass die PKK Erdoǧan gegenüber in übler Weise jeden Respekt vermissen lässt. Sonst hätte sie sich schon selbst abgeschafft. Das ist auf jeden Fall eine Art Terrorismus. Und wer sie nicht mit allen Kräften bekämpft, ist folglich selbst ein Terrorist.
Auch der frühere Co-Vorsitzende der prokurdischen HDP Demirtaș ist wegen Präsidentenbeleidigung zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Ob er ihm womöglich Selbstbeweihräucherung oder gar Machtmissbrauch nachgesagt hat? Das wäre allerdings nicht nur ungeschickt, sondern auch schlimm und hätte unbedingt dreieinhalb Jahre Haft verdient. (Er sitzt ohnehin seit vier Jahren ohne Verfahren wegen Terrorismusvorwürfen in Untersuchungshaft.) Da er einer Partei angehört, die u.a. die Interessen der kurdischen Minderheit vertritt, macht er offensichtlich
mit Terroristen gemeinsame Sache. Und was hat so einer verdient? Richtig! Er wird im Gefängnis (laut möglicher Anklage) 142 Jahre Zeit haben, sich zu läutern und von den Kurden in der Türkei zu distanzieren. Das wäre wahrlich ein weises und humanes Urteil.

Blutdurst und Camembert

Erdogan ist sehr, sehr sensibel. Kritik löst bei ihm Jähzorn aus. Dann stampft er heftig mit dem rechten Bein auf, bringt seine Frisur durcheinander, indem er sich die Haare rauft, so dass er aussieht wie Boris Johnson, sieht Sterne und brüllt schmutzige Fünfbuchstabenwörter, so dass seine Gattin Emine in seinem Palast heftig am goldverzierten Band der Glocke zieht, um einen seiner Hofärzte herbeizurufen, der für Haare und seelische Gesundheit zuständig ist (dreimal läuten, Pause, zweimal läuten). Solche Empfindlichkeit findet sich oft bei Menschen, die nur von Hofschranzen umgeben sind und zu denen schon die Mama einst immer wieder gesagt hat, dass sie das schönste und klügste Kind der ganzen Welt seien und ob sie noch einen Bonbon möchten.

Das hätte Frankreichs Präsident wissen müssen, als er geäußert hat, der Islam stecke weltweit in einer Krise. Wahrscheinlich dachte Macron, dass der Islam sich ja früher durchaus sehr tolerant gezeigt habe. Erdogan, der sich immer häufiger mit dem Propheten verwechselt und daher Karikaturen von sich verabscheut, reagierte darauf natürlich zutiefst erzürnt, und da er nicht mit Macron raufen konnte, musste er ihn beschimpfen. Er hat da auch eine Reihe schmutziger Fünfbuchstabenwörter zur Verfügung, aber seine Frau Emine versucht dann, ihn ein wenig zu besänftigen („Aber teurer Sultan Recep Tayyip, mächtiger Herrscher des osmanischen Weltreiches, gefürchtet nah und fern, so beruhige dich doch!“), bevor er ganz außer sich ist. Manchmal gelingt es.

Auch diesmal hatte sie einen kleinen Erfolg.
Ein wenig ruhiger hat er daher auf die Kritik mit dem Ratschlag reagiert, dass sich Macron in der Psychatrie dringendst auf seinen Geisteszustand untersuchen lassen sollte. Der Ratschlag rührte aber keineswegs, wie ein naiver Beobachter meinen könnte, aus der Sorge um einen guten Freund her. Sorge um andere ist Erdogan fremd. Erdogan musste sich aber – wenigstens verbal – abreagieren, sonst hätte er heulen müssen und vielleicht mit seinem großen Bruder drohen, der Mohamed Ali heiße, aber nicht wie Mohamed aussehe und eigentlich auch nicht wie Ali. (Der Mohamed Ali lebt ohnehin auch gar nicht mehr.)
Dann hat er überlegt, wie er sich an diesem üblen französischen Präsidenten noch weiter rächen könnte: Ihm etwas wegnehmen und es verstecken oder es ihm ganz beschmutzt zurückgeben? Der Brigitte, Macrons Frau, in den Po kneifen und so tun, als wäre er es nicht gewesen? Das alles kam kaum auch deswegen in Frage, weil der Macron ja so weit weg wohnt und er die Gelegenheit erst beim nächsten Staatsbesuch hätte.
Daher entschied er, den französischen Präsidenten und alle seine Landsleute dadurch zu bestrafen, dass alle Anhänger des Islams – zumindest in der Türkei – ab sofort keinen französischen Käse mehr essen dürfen. Das, fand er, sei doch eine geniale Idee. (Sie sollten auch nicht mehr in französischen Pfannen braten uäm.)
An der Genialität dieser Idee gibt es aber Zweifel, weil nämlich die meisten Moslems, besonders die, die nie ohne Messer und Bombe aus dem Haus gehen, keine großen Genießer sein sollen und ohnehin nur den langweiligen, bei Kindern wegen des lustigen Bildes auf der Packung beliebten Schmelzkäse „La vache qui rit“ gegessen haben. Denn wen nach Blut dürstet, verzichtet gern auf ein Glas Roten mit einem Stück zart auf der Zunge zerschmelzendem Camembert.

Logisch

Erdogan küsst alle seine Krieger (auch die toten?) – auf die Stirn. Ganz edle Geste! Selbstverständlich Tränen der Rührung bei den Kriegern (auch bei den toten?)

. Logisch: Erdogan ist damit allerdings für die nächsten Wochen voll ausgelastet und musste alle anderen Termine absagen, obwohl ja Trump die türkische Wirtschaft zerstören und ausradieren wird.

Die doofen Kurden ärgern sich, weil Trump keine Verpflichtung gegenüber den Kampfgenossen im Krieg gegen den IS sieht . Aber geschieht ihnen recht! Denn – logisch – wie Trump zu Recht feststellt: “Sie haben uns nicht im Zweiten Weltkrieg geholfen, sie haben uns beispielsweise nicht mit der Normandie geholfen.“

Und er sah, dass es gut war

Es lebte einst und lebt noch heut ein Jüngling fortgeschrittnen Alters (insofern also kein Jüngling mehr) mit blondem Haar (ob das Haar wirklich blond war oder gefärbt, weiß man allerdings nicht so genau)  in einem Haus, das groß mit einem exquisit ovalen Zimmer mit Vorhängen wie Gold und lauter bunten Fahnen. Auch hatte er einen ziemlich großen Tisch mit einer riesigen Mappe und in der Mappe riesige Bögen kostbaren Papiers, auf die er jeden Tag in riesigen Lettern seine Unterschriften setzte, was eine riesige Menge Menschen, mit von riesiger Bewunderung offenem Mund betrachten durften.

Doch der alte Junge fühlte sich einsam. Er blickte in den Spiegel. Und wen sah er dort? Sich selbst! Super! Sich selbst! Super! Aber immer nur sich selbst. Das war nicht mehr super, sondern sehr, sehr traurig. Gab es denn in der großen weiten Welt niemanden, der einen ähnlich großen Schreibtisch in einem ebenso schönen Haus mit vielen bunten Fahnen und goldenen Vorhängen besaß?[htsP anchor_text = “Weiterlesen”]
Da er reich (3,1 Milliarden Dollar) und mächtig (sehr großer roter Knopf) war, schickte er Kuriere aus, die für ihn den ganzen Kontinent durchsuchen und einen Menschen finden sollten, der ihm ebenbürtig wäre und den er zum Freunde oder – noch besser – zur Freundin haben könnte. Doch seine Kuriere kehrten zurück und gestanden, dass sie niemanden gefunden hätten, der einen ähnlich großen Schreibtisch in einem ovalen Raum mit goldenen Vorhängen und bunten Fahnen besäße. Da wurde der alte Jüngling sehr zornig, und er rief: “You are fired.” Und es war the biggest firing ever!
Aber da er, wie er wusste (“I’m a very stable genius.”), ein einzigartiges Genie war und er überhaupt niemanden kannte, der je annähernd soviel Geist und Energie versprühte wie er, konnte er nicht lange passiv bleiben und schickte neue Kuriere hinaus in die Welt jenseits des großen Wassers, auf dass sie auch dort suchen sollten nach einem Menschen, der ähnlich riesig wohnte und reich und und schön und mächtig wäre wie er selbst.
Und die Boten gelangten zunächst voller Hoffnung auf eine große Insel
in Europa, dort gab es einen riesigen Palast. Darin wohnte, umgeben von viel Gold, eine alte Dame, die eine Krone auf dem Kopf trug. Das gefiel dem alten Jungen sehr. Aber sie sprach eine seltsame Sprache und wirkte gebrechlich und schwach. Sie ähnelte auch überhaupt nichtStormy Daniels”, dem Pornostar, die er einst freudig, aber kurz zu seiner Freundin erkoren hatte, obwohl sie keine Wohnung mit goldenen Vorhängen und bunten Fahnen, dafür aber in seinen Augen offensichtlich andere Vorzüge besaß. Und der Schreibtisch der alten Dame war zwar antik und insofern sehr wertvoll, aber er hätte doch wohl nicht in sein Büro mit vielen bunten Fahnen und goldenen Vorhängen gepasst. „Nein, die will ich nicht”, rief der alte Junge.
Es gab a
uf derselben Insel aber noch, so meldeten seine Kuriere, eine andere Frau, die viel jünger war und kräftiger, wenn auch ein weniger mager, und die es wie er liebte, ab und an Papiere zu unterzeichnen. Aber sie bewohnte bloß einen Teil eines lächerlich kleinen Mehrfamilienhauses. „Neieiein, die will ich nicht. Die ist mir zu mager, und sie hat ja einen Buckel und wohnt gar nicht in einem großen Haus wie ich.”
Also suchten seine Kuriere weiter,
verließen die Insel und kamen in eine Stadt mit einem großen Palast mit vielen Säulen an einem kleinen Fluss gelegen. Darin hauste eine Frau, die nicht so mager war wie die Frau auf der Insel (was ihr einst ein ältlicher Bunga Bunga Krieger vorgeworfen hatte). Diese Frau hatte auch einen ziemlich großen Schreibtisch, allerdings gab es weder goldene Vorhänge noch viele bunte Fahnen. Auch missfiel ihm, dass die Frau immer das gleiche Kostüm – nur unterschiedlich gefärbt – trug. “Nein, die will ich nicht. Die spricht auch eine Sprache, die kein Mensch versteht. Wenn sie wenigstens Melania, Ivana oder Ivanka hieße! Was soll ich mit einem Engel? Kein Vergleich mit “Stormy Daniels”!
Da schwärmten seine Kuriere wieder aus und trafen auf einen riesigen alten Palast. Der war so groß, dass das Gesicht des alten Jünglings vor Neid die Farbe seiner Haare annahm. Und der Palast hatte unzählige Räume, so dass man, wenn man zu seinem Herrscher durchdringen wollte, schon ganz erschöpft war, bevor man endlich anlangte. Und der Herrscher hatte nicht nur einen riesigen Schreibtisch und Zimmer mit viel Gold und blumigen Tapeten, sondern auch ein stolzes Pferd, auf dem er sich gern mit seinem entblößten kräftigen Oberkörper zu zeigen geruhte, so dass dem alten Jüngling ganz wundersam zumute wurde. “Jaaah, den will ich zum Freund. Er soll mir auch das Reiten und Fischen beibringen.”
„Aber, oh Herr”, riefen seine Kuriere, “ihr sagtet doch, er sei euer Feind!” “Schweigt! Bedenket, was ihr tut, wenn ihr mir widersprecht! Er hat mir geholfen, der mächtigste Mann auf Erden zu werden. Kann er da mein Feind sein? Vergesst, was ich gestern sagte: Ich sage heute dies und morgen das. Aber euch sei Gelegenheit gegeben, mir einen weiteren Freund zu finden. Eilt euch, sonst seid ihr schneller gefeuert, als ihr papp sagen könnt,”
Also schwärmten die Kuriere erneut aus. Und da die Drohung ihren Eifer vervielfacht hatte, fanden sie schnell einen weiteren Palast, d.h. eigentlich mehrere Paläste, die ihr Herrscher auf eine naturgeschützte Fläche gesetzt hatte und die von unzähligen Säulen geziert waren und unermesslich viele Räume enthielten, von denen jeder glänzte aufgrund des vielen Goldes auf Wänden und Möbeln. Sein Herrscher aber zeigte sich nie entblößt; vielmehr ließ er sogar seine Frau verhüllen, weil er fürchtete, ihre unsagbar schönen Augen, ihre Nase und – oh! – Ohren sowie Mund, aber vor allem ihre aufreizend erotischen Haare würden sonst unzüchtige Wünsche bei fremden Männern erregen, was er ihnen gern ersparen wollte. Er selbst aber wurde verehrt, obwohl er wie gesagt den entblößten Anblick seiner herrlichen Brust verweigerte. Wenn aber jemand wagen sollte, etwa an seiner Männerbrust zu zweifeln, die, wie er sicher wusste, in allen Frauen nur unzüchtige Wünsche erregte, so ließ er ihn ohne weitere Umstände in den Kerker werfen. “Eu-jeu-jeu, sapperlot!”, rief da der alte Junge. Und ein großes Feuer entbrannte in seiner Brust; er wünschte sich nichts sehnlicher, als auch diesen zu seinem Freunde zu haben. Zu dritt würden sie unbesiegbar sein: er als Gottvater, der eine als sein Sohn und der andere als sein Heiliger Geist. ((Laut Süddeutscher Zeitung (Christian Zaschke 4.4.18) erzählen Trumps Mitarbeiter, Putin, Erdogan und Xi Jingping seien Trumps Lieblingspolitiker.))
Und glücklich kämmte er lange sein Haar, betrachtete dann sein Bild im Spiegel, betrachtete es wieder und wieder, streckte seinen Finger aus und zeigte verliebt auf sein Ebenbild im Spiegel. Und er sah, dass es gut war.
Fotos:
Foto Francisco Anzola – Kremlin, CC BY 2.0; www.kremlin.ru; CC BY-SA 3.0[/htsP]