Düstre Verzweiflung pulst in mancher Brust (Teil 3)

Im Beitrag vom 20.7.13 schrieben wir unter dem Titel “Deppe, sei gelobt!”:
Ulrich Deppendorf [ref]Falls es wirklich jemanden geben sollte, der ihn nicht kennt: Deppe ist der Meister (und hat viele Adepten) der Kunst des wortreichen Nichtssagens.[/ref] : „Und damit zurück zu Judith Rakers.“
Ja, toll! Aber warum um Himmels willen nicht gleich so?

Dann erschien der Beitrag: Düstre Verzweiflung pulst in mancher Brust am 4.4.14:
Starke Emotionen, von tiefer Trauer bis Verzweiflung, löst die Nachricht des Monats aus: Das satirische Genie der ARD, Ulrich Deppendorf, der seine urkomische Begabung, mit wichtiger Miene Zeitgeschehen zu kommentieren, ohne etwas auszusagen, zu höchster Perfektion entwickelt hat, verlässt uns und geht in Rente. Um dunklen Himmels willen – was nun?
Die definitive Antwort fand schon in den Fünfziger Jahren Will Höhne im deutschen Liedgut:
Auf Regen folgt Sonne, auf Weinen wird g’lacht,
dudel, dudel, jedulo
nach am traurig Gesichterl, wird a freundlichs gemacht
dudel, dudel, jedulo
das ist so, und bleibt so, mein Schätzle – das ist der ewige Lauf der Welt.
Das “sonnigs und freundlichs Gesichterl” im ARD-Hauptstadtstudio heißt, so wurde verlautbart, demnächst Tina Hassel. Den karrierefördernden Satz: „Den wichtigen Leuten zu folgen ist essenziell.“ meint sie ja sicher generell, nicht nur als Twitter Nutzerin. Zudem: Wer soviel Selbstvertrauen hat wie sie und sein Selbstbildnis laut verkündet („ich bin bekannt dafür, auch nicht gerade schwach zu sein“), der muss doch einfach Karriere machen.
Wir freuen uns schon: Denn wie sagt der Philosoph: „Auf Weinen wird g’lacht, dudel, dudel, jedulo!“[dropdown_box]

Dann Anfang April 2014 neue Lage: Hosianna! rief nicht nur ein deutscher Außenminister namens Steinmeier. Nein, fassungslos vor Freude waren im Grunde alle Deutschen – es war wirklich wahr: Der Unverzichtbare, Deppe, war zurück. (Er war zum Glück nur krank gewesen.)
Doch nun – nach einem weiteren Jahr – der hoffentlich letzte Teil dieser spannenden Fortsetzungsgeschichte: “Schade”, Deppe “geht in Rente”. Und erhält endlich so wunderbare Nachrufe, z.B. in der SZ[ref]NIF 18.4.15[/ref]: “Da geht ein ganz besonderer Kollege”, “ein leidenschaftlicher Journalist” (woher diese Information? von seinem Privatleben wissen wir doch sonst leider so gut wie nichts). Das Schönste: “Er interpretierte Ereignisse, und wusste auch etwas zu sagen, wenn sich nichts ereignete.” (Ja, ja, und umgekehrt war es, wie gesagt, auch super, super: Wenn sich etwas ereignete, wusste er, mit allen seinen Worten nichts zu sagen.) “Deppendorf kann Politik trefflich ins Deutsche übersetzen.” Ja, Deppe, das war eine unglaublich aufregende Erfahrung! Nicht nur die zur Verabschiedung erschienenen, Merkel, Steinmeier, Künast, wir alle danken dir und verbergen unsere Träne.

Es folgt ein ein “Blickpunkt” zum traurigen Abschied von Ulrich Deppendorf. Die nachfolgenden Sendungen verschieben sich um etwa eine Dreiviertelstunde.[/dropdown_box]

Jubel! Jubel! Jubel! Deppe ist wieder da!

Frank Steinmeier äußert seine Freude darüber, dass Deppe, der Meister der sinnfreien Aussagen, wieder zurück ist – in der ARD, und er glaubt sogar, dass viele Zuschauer seine Freude teilen. Peter Zudeick meinte zwar in seinem Wochenrückblick, man solle lieber nicht fragen, wie viele Zuschauer das seien. Aber man stelle sich das doch nur einmal vor: Da sitzen sie vor den Fernsehern und fragen sich voller Ungeduld, was Deppe wohl Beliebiges zu einem beliebigen Ereignis zu sagen hat, um hinterher mit neuen Erkenntnissen und endlich fundiertem Urteil der politischen Welt gegenüberzutreten. Eine in jeder Hinsicht total irre Vorstellung!

Düstre Verzweiflung pulst in mancher Brust

Starke Emotionen, von tiefer Trauer bis Verzweiflung, löst die Nachricht des Monats aus: Das satirische Genie der ARD, Ulrich Deppendorf, der seine urkomische Begabung, mit wichtiger Miene Zeitgeschehen zu kommentieren, ohne etwas auszusagen, zu höchster Perfektion entwickelt hat, verlässt uns und geht in Rente. Um dunklen Himmels willen – was nun?
Die definitive Antwort fand schon in den Fünfziger Jahren Will Höhne im deutschen Liedgut:
Auf Regen folgt Sonne, auf Weinen wird g’lacht,
dudel, dudel, jedulo
nach am traurig Gesichterl, wird a freundlichs gemacht
dudel, dudel, jedulo
das ist so, und bleibt so, mein Schätzle – das ist der ewige Lauf der Welt.
Das sonnigs und freundlichs Gesichterl im ARD-Hauptstadtstudio heißt demnächst Tina Hassel. Den karrierefördernden Satz: „Den wichtigen Leuten zu folgen ist essenziell.“ meint sie ja sicher generell, nicht nur als Twitter Nutzerin. Zudem: Wer soviel Selbstvertrauen hat wie sie und sein Selbstbildnis laut verkündet („ich bin bekannt dafür, auch nicht gerade schwach zu sein“), der muss doch einfach Karriere machen.
Wir freuen uns schon: Denn wie sagt der Philosoph: „Auf Weinen wird g’lacht, dudel, dudel. jedulo!“