Nur nicht kleinlich sein!

Der tüchtige Immobilienhändler bereichert sich, indem er für die von ihm „sanierten“ Wohnungen  höhere Mieten verlangt. Er ist eben ein Fuchs. Dass die aktuellen Mieter ihre nun unbezahlbar gewordenen Wohnungen verlassen müssen, sieht er nicht so eng. Irgendwelche kleinlichen Skrupel, die ihm sein Vergnügen an seinem ungeheuer schlauen Coup verderben könnten, sind ihm fremd. Vielmehr findet er sich gerne bereit, im Kirchenvorstand seiner Gemeinde eine zwar nur repräsentative, aber doch irgendwie schon auch prestigeträchtige und somit geschäftsfördernde Funktion wahrzunehmen.
Die gamsbärtigen Biedermänner vom bayrischen Stammtisch, – wie heißen sie noch? ach, ja, Söder und Seehofer usw. –  die sind schlau, weil sie auf Kosten der anderen Bundesländer die Unternehmer und sonstigen Reichen ins herrliche Bayernland locken, indem sie  Bayern zur Steueroase machen ((Cerstin Gammelin „Einer gegen 15“ Süddeutsche Zeitung 27.8.17)). Da es so gut wie keine kleinlichen Steuerprüfungen gibt und die vom Verfassungsgericht geforderte Reform des Erbschaftssteuerrechts durch großzügige Ausnahmen und Privilegien unterlaufen wird, holen sie das große Geld ins Land und sind stolz darauf. Sie sehen das durchaus als eine sowohl christliche als auch soziale Politik. Und der Herr Pfarrer – Grüß Gott! – lächelt ja auch süßlich dazu.
Der honorige SPD Kanzlerkandidat Schulz würde – na, klar! – am liebsten allein regieren. Aber wenn schon Koalition, dann doch lieber mit der FDP als mit der Linken. Nur nicht kleinlich sein. Und das Volk dankt es ihm. Oder? Und schließlich kungelt er nicht mit den braunen Würstchen von der AfD. For Brutus is an honorable man;. So are they all, all honorable men!
So sind doch alle zufrieden – bis auf die Armen. Aber die sollen nicht so kleinlich sein. Uns geht’s gut. Und jeder ist seines Glückes Schmied.
„Es herrscht Klassenkampf; meine Klasse, die Klasse der Reichen, gewinnt.“ ((Warren Buffet New York Times 14.8.11))
Halt die Klappe!!!

CSU Stammtischhoheit

LeiblGott mit ihm, dem Landesvater!
Gott mit uns in jedem Gau!
Gott mit dir, du Land der Bayern,
deutsche Heimat – Weiß und Blau!
Die Zither rast und die Blasorchester blasen Orkan! Jodelrausch! Und schuhplattelnde Menschen, wohin man blickt. In ungläubigem Staunen stürzen die Pfarrer aus ihren Dorfkirchen und wissen gar nicht, was sie zuerst tun sollen, die wildfremden Passanten in die Arme schließen oder die Arme himmelhoch reißen : Es gibt Grund zum Feiern, denn sie ist gesichert, die Stammtischhoheit.
Laut der „Mitte“-Studie der Universität Leipzig sind Chauvinismus, Ausländerfeindlichkeit, Antisemitismus im sozialen und christlichen Land der Bayern besonders weit verbreitet.