Burn out

Ach, du mein lieber Gott!
Du hast wahrlich viel zu tun. Du musst überall Fahnen, Bomben und Raketen weihen und segnen. Schwierig war und ist es immer wieder, die Gebete der verschiedenen Parteien gleichzeitig zu erhören, der Katholiken und Protestanten in Nordirland oder im Dreißigjährigen Krieg, der Schiiten und Sunniten und der IS-Krieger, des Kukluxclans, der Nazis und Faschisten, Hitler, Mussolini, Franco. Du musstest auch Franz-Josef Strauß beistehen, einfach weil er ein Christlich-Sozialer war und es ihn daher natürlich immer nach oben zog. Deshalb heißt auch ein christlicher Flugplatz nach ihm.
Du hast in deiner unendlichen Güte keinen Blitz geschleudert, als Trump, Bolsonaro und Jeanine Anez (»Gott und die Gerechtigkeit werden euch <Morales und seine Anhänger in Bolivien> richten«) bei den Evangelikalen als fromme Christen beteten. Du hast nicht zornig gedonnert, als deine Diener von der Nederduitse Gereformeerde Kerk die Apartheid gerühmt haben und als protestantische und katholische Priester das NS-Regime verherrlicht haben. Und du tolerierst, dass es auch Pastoren und Pfarrer in der AfD gibt.


Und wenn du dich Allah nennst, sorgen deine Diener dafür, dass alle, die nicht dasselbe sagen wie sie, in deinem Namen vergewaltigt, versklavt oder hingemetzelt werden. Und es ist gut so, denn wo kämest du hin, wenn du überall eingreifen wolltest. Weinerliches Klagen, das wusste schon Hiob, trifft bei dir auf taube Ohren.
Du hegst vor allem Groll gegenüber den Gottlosen, denn sie sind wie die wilden Tiere. Weil sie nicht auf der richtigen Seite stehen, auf der Seite der Gewinner, der Mächtigen (cuius regio eius religio), und die werden dann gelyncht, verbrannt, gerädert, gevierteilt. Der Kopf wird den Unfrommen abgeschnitten und freudig vor der Kamera geschwenkt. Von einem barmherzigen Standpunkt aus gesehen kann man das natürlich irgendwie auch nicht so schön finden; aber man wird schließlich nicht Opfer, wenn man sich auf die richtige Seite stellt. Das mussten schon die Hexen und andere Ketzer erkennen. Die richtige Seite ist immer die mit dem meisten Geld. Mit dem Geld kann man einen formidablen Ablasshandel betreiben und z.B. riesige Gebetshäuser bauen, wie den Petersdom oder die al-Haram-Moschee oder … Das Geld muss man natürlich irgendwoher aufbringen, aber man kann es ja den Armen abpressen, denn die sind ganz offensichtlich nicht deine Lieblinge, sonst wären sie ja reich.

Die Nichtsnutze gehören in die Hölle; die anderen werden natürlich alle selig.

Seliger Immobilienhändler mit Blume

Manche meinen, es ginge mit dem Teufel zu. „Tut nichts, der Jude wird verbrannt.“ – Und was ist mit den Schwarzen? den Sinti? den Schwulen?
Ach, du hast eben einfach zu viel zu tun, heute und morgen und immerdar. Amen.

 

 

Racingteam

„Wir werden die anderen vor uns hertreiben“, drohte der Gauleiter vom Gauland. Und Beatrix Amelie Ehrengard Eilika von Storch, geborene Herzogin von Oldenburg, gab durch lautes Kreischen ihre Zustimmung zu erkennen.
„Oh, ja“, riefen darauf begeistert der Horst und der Söderl. „Ein Wettrennen, dös wiad a Gaudi. Oh, ja!“
Die beiden wohnen in einem Land mit vielen tiefen Tälern, in denen die Menschen vor lauter Watzmännern meist nur ein kleines Zipferl vom Himmel sehen. Und weil es eher düster ist, schlagen sie sich auf ihre Hinterteile und schreien laut dazu und stellen viele Marterln, Feldkreuze und an Wegränder und und hängen Kreuze in Amtsstuben, angeblich weil sie glauben, dass der Gottessohn für sie gestorben wäre, woraus sie eine Menge Hoffnung schöpfen. Sie selbst wollen aber um keinen Preis sterben oder Ähnliches. Sie halten vielmehr den Heiligen Martin für total bescheuert, weil der seinen Mantel geteilt und die eine Hälfte einem frierenden Habenichts, womöglich gar einem dunkelhäutigen, gegeben haben soll. Oh, welch ein Tor, denn erstens hat er ja seinen Mantel, der sicher nicht ganz billig war, zerstört, und zweitens konnte er sich dadurch womöglich einen deftigen Schnupfen holen. Das verbietet einem jeder gesunde Egoismus, da kann der Franziskus, der in seinem Palast in Rom lebt, noch soviel heiliges Zeug reden, der damische Uhu.
„Rechts von uns darf es keine andere Partei geben“, hatte einst der feiste Metzgerssohn Franz-Josef gesagt, nach dem sie dann einen Flughafen benannt haben, weil sie meinten, dass er immer so schön Hochfliegendes von sich gegeben habe, wonach sie sich in den tiefen Tälern von ganzer Seele sehnten.
Nun gibt es aber die Partei vom Gauleiter, die ist zwar „demokratisch legitimiert“, aber stinkt trotzdem nach brauner Fäkalie.
„Der will uns vor sich hertreiben? Hoho, das lassen wir nicht zu. Wir sind schnell wie Kruppstahl, nein, wie Windhunde und rennen ieinfach immer neben ihnen her, so dass sie uns gar nimmer nicht überholen können. Hihi, des soll sie damisch ärgern!“ So riefen der Horst und der Söderl im Chor und rasten los wie eine Horde bayrischer Rindviecher.
Aber irgendwann waren der Seehofer und der Söder ganz außer Atem und konnten nicht mehr, und da hat der Seehofer Horst gesagt: Ein zweiter Platz beim Rennen ist auch nicht schlecht.
Und da ist doch einigen glatt ihr Schnupftabak in der Nase stecken geblieben, und nun rinnt ihnen das Wasser aus Augen und Nase.

Schwupps!

Klimaflucht und Promipaare

Es ist gut, dass die ARD die Dokumentation „Klimafluch – Klimaflucht“ nicht so früh gesendet hat, denn dann hätte womöglich jemand aus Versehen, nämlich weil er vielleicht nicht schnell genug zum Traumschiff oder auf „Kampf der Promipaare“ umschalten konnte, vielleicht doch sogar mit ein wenig wohligem Schauder aus Sensationsgier die Schrecknisse mit ansehen müssen, die der Klimawandel bereits heute angerichtet hat. Das hätte ihm glatt seinen Flug in den Malle-Urlaub vergällen können, wenn er nicht so ein Experte im Verdrängen wäre. Das mit dem Verdrängen ist allerdings eine teuflisch gute Fähigkeit: Kaum bist du mit deinem SUV an dem blutigen Unfall vorbei gefahren, braucht es nur ein bis zwei Minuten, schwupps bedrängst du wieder fröhlich mit 180 km/h das vorauffahrende Fahrzeug Stoßstange an Stoßstange.

Reiner Frohsinn

Und überhaupt: Wenn du eine der rechten Parteien wählst, denen es nur um die Macht geht und die deshalb an die mehr oder minder verborgenen asozialen Triebe appellieren und sagen, dass der menschengemachte Klimawandel nur in der Einbildung von missgünstigen Linken existiert, die einem jedes Vergnügen nehmen wollen, dann bist du auf der sicheren Seite. Du kannst dann nicht nur mit reinem Gewissen tun, wozu du  Lust hast, als kostenlose Dreingabe erhältst du ein Hassobjekt.

Wunderland und Vogelschiss

Die Griechen haben gerade Tsipras und seine Syriza abgewählt, die trotz Erpressung versucht haben, den Griechen etwas soziale Gerechtigkeit zu bewahren. Statt dessen haben sie Kyriakos Mitsotakis und seine Nea Demokratia wieder an die Macht gebracht. Welch großartiger Akt des Verdrängens: Sein Vater als Parteivorsitzender und dessen Partei haben das Land ruiniert, die Armut, Arbeitslosigkeit und den finanziellen Bankrott herbeigeführt, indem sie die Zahlen des Staatshaushalts gefälscht, Parteigenossen, Freunde und Verwandte mit Pensionen und sinnleeren Ämtern versorgt haben.
Ach, da war was? Allenfalls ein Vogelschiss! Kyriakos verspricht niedrigere Steuern und Reichtum. Das ist wirklich wunderbar.

Positiv sein!

Und man muss sich immer auch sagen: Es gab auch Gutes. Die Nazis haben ja nicht nur Millionen Menschen umgebracht, sondern auch Autobahnen gebaut und die Arbeitslosigkeit mit Rüstung und Krieg abgebaut. Und wenn damals jemand vom Klimawandel geschwafelt hätte, hätte man ihn ohne weiteres Drumherum einfach in die Klapsmühle gesteckt oder lieber gleich erschossen. Schwupps! Problem erfasst, Problem gelöst. Man darf nicht immer so negativ sein. Da vergeht einem ja alle Lebensfreude.

Wählergunst: CDU/NS?

Soll bzw. darf die CDU mit den Nazis koalieren? Die Frage hat sich nach 1945 dank Adenauer nicht gestellt. Die Partei schillerte schwarzbraun so wie das Volk der Deutschen. Und das Schwarze ist auch heute noch etwas angeschmutzt. Die stellvertretenden CDU Fraktionschefs von Sachsen-Anhalt, Ulrich Thomas und Lars-Jörn Zimmer, stellen in einer Denkschrift fest, dass CDU und AfD ähnliche Ziele haben. „Es muss wieder (!) gelingen, das Soziale mit dem Nationalen zu versöhnen.“ 1 Man braucht dann nur noch ein NS an das Christliche anzuhängen, CDU/NS, und schon hätte man den einen oder anderen Wähler der AfD für sich zurückgewonnen. Eine Umbenennung in Arbeiterpartei schließen die beiden aber aus; sie würde die CDU unglaubwürdig machen.

Ratten aus Braunau

Tief unten dort in meinem Stollen,
wo wir Ratten wohnen wollen,
wo nur wir zu Hause sind,
Rattenvater, Rattenkind,
ICH wohn hier mit meiner Frau
Rattenmutter und genau
so wie wir hier unten leben,
müssen and’re Ratten eben,
die als Gäst oder Migranten
auch die, die wir noch gar nicht kannten
die Art zu leben mit uns teilen.
Oder rasch von dannen eilen!
Die Ratte Christian Schilcher, FPÖ-Vizebürgermeister von Hitlers Geburtsort Braunau, wohnt also1 mit Rattenfrau und Rattenkind in einer Rattenhöhle. Sein Rattenbekenntnis zeugt von ungewöhnlich mutiger Selbstkritik. Dafür muss man ihn loben, nicht für die ästhetische Qualität seiner holperigen Karnevalsreimerei. Wenn er nun allerdings die Ratten zur edelsten Rasse erheben und ausgerechnet das Rattenvolkstum zur einzig wahren Lebensform erklären möchte, so ist er offensichtlich Opfer eines grassierenden zerebralen Viruses geworden, das sich ähnlich wie die Schweinepest bei den Schweinen heimtückisch ausbreitet, und zwar unter aktiver Mithilfe konservativer Impfgegner in den europäische Parteien der „Mitte“.