Höckeland

Die PIS in Polen ist eine Partei der rechten Rattenfänger. Vorbild von Kaczynskis Partei ist nach eigenen Angaben Marschall Piłsudski, ehemaliger Sozialist, der von 1926 bis zu seinem Tod 1935 in Polen eine, wie er es nannte, „moralische Diktatur“1 errichtete. Die PIS strebt ein autoritäres Regime an, versucht Medien und Justiz sich gefügig zu machen, und sie setzt auf ein entschiedenes Eintreten für die sozial Schwachen. Anders als bisher die deutschen Rechtsaußen von der AfD, die jedoch angeblich neuerdings von den „Linken“ die sozialpolitischen Forderungen abschreiben wollen. Gewählt wurde die PIS anscheinend nicht wegen ihrer autoritären Anmaßungen, sondern
weil sie das Renteneintrittsalter wieder gesenkt hat, das die liberale Vorgängerregierung auf 67 Jahre erhöht hatte,
weil sie Kindergeld für Bedürftige eingeführt hat,
weil sie ein Wohnungsbauprogramm plant für günstige Mietwohnungen, die nach 20 Jahren in das Eigentum treuer Mieter übergehen sollen,
weil sie die sogenannten Reprivatisierungen rückgängig gemacht hat, mit denen ihre Vorgänger, die Liberalen, kommunistische Enteignungen, vor allem Sozialwohnungen den angeblich ursprünglichen Besitzern zurückerstattet hatten, wodurch die Mieter nicht nur ihre preiswerten Mieten verloren, sondern vielfach gleich auf die Straße gesetzt worden waren,
weil sie – im Gegensatz zu ihren Vorgängern – die Steuerbetrugskartelle ernsthaft bekämpfen.
Man könnte, wenn man nicht Kahrs oder Müntefering heißt, zu zwei Erkenntnissen gelangen:
1. Mit entschiedenem Eintreten für die Armen und Schwachen gewinnt man tatsächlich Wahlen.
2. Wenn die deutsche Sozialdemokratie nicht schnell eine sozial(istisch)e Politik betreibt, gewinnen in Deutschland bald wieder National„sozialisten“.

  1. Das parlamentarische System wurde zwar nicht grundsätzlich abgeschafft, aber doch zunehmend ausgehöhlt, die Parteien wurden nicht verboten, aber in ihrem Handlungsspielraum stark eingeschränkt. Wahlen wurden manipuliert, politische Gegner und Vertreter von Minderheiten verfolgt, wer sich der Politik der „Sanacja“ (Gesundung) entgegenstellte, wurde ausgeschaltet. []

Frau Weidel, was haben Sie bloß für ein Näschen – von feiner und bezaubernder Form!

Liebe Alice Weidel,
es mag ja hingehen, dass du mit deinem Doktortitel – von wem hast den bloß? – den Namen des Kardinals Richelieu lieber germanisch chchch röchelst – wahrscheinlich hast du alle in deiner Fraktion vergeblich gefragt, wie der denn wohl gesprochen wird – als ihn welsch Rischeljö zu sprechen, aber es überrascht, wenn du kritisierst, dass dies Land von Idioten regiert wird, denn warum wollt ihr Hirnlosen von der AfD etwas gegen Idioten haben? Ziemlich eklig ist es hingegen, wenn du in Deutschland schutzsuchende Flüchtlinge als „Burka-, Kopftuchmädchen, alimentierte Messermänner und sonstige Taugenichtse“ verunglimpfst, damit du hoffen kannst, dass das „gesunde Volksempfinden“ sie zunächst einmal in einigen Lagern zusammenpfercht.1
Wir zahlen nicht mit gleicher Münze heim, nennen dich nicht eine „braune Ratte“ oder fordern nicht, dich als gemeingefährlich in eine geschlossene Anstalt zu stecken. Vielmehr rühmen wir – und wir tun es extra für dich auf Französisch – mit Marcel Prousts Worten dein formidables Näschen: „un petit nez d’une forme fine et charmante“.2 und „die Flügel der Nase“ – wir wollen dein Französisch nicht überfordern, darum auf Deutsch –  „so zart und von so vollkommener Zeichnung wie die kleinen Schmetterlinge auf den Wiesenblumen rings um Combray“3.

  1. https://www.youtube.com/watch?v=5KANwCWhnco []
  2. A la recherche du temps perdu. A l’ombre des jeunes filles en fleur. Partie 2 []
  3. Auf der Suche nach der verlorenen Zeit. Bd 5. Die Welt der Guermantes. Ffm 2. Aufl. 1980 . S. 1792 []

Racing-Team

„Wir werden die anderen vor uns hertreiben“, drohte der Gauleiter vom Gauland. Und Beatrix Amelie Ehrengard Eilika von Storch, geborene Herzogin von Oldenburg, gab durch lautes Kreischen ihre Zustimmung zu erkennen.
„Oh, ja“, riefen darauf begeistert der Horst und der Söderl. „Ein Wettrennen, dös wiad a Gaudi. Oh, ja!“
Die beiden wohnen in einem Land mit vielen tiefen Tälern, in denen die Menschen vor lauter Watzmännern meist nur ein kleines Zipferl vom Himmel sehen. Und weil es eher düster ist, schlagen sie sich auf ihre Hinterteile und schreien laut dazu und stellen viele Marterln, Feldkreuze und an Wegränder und und hängen Kreuze in Amtsstuben, angeblich weil sie glauben, dass der Gottessohn für sie gestorben wäre, woraus sie eine Menge Hoffnung schöpfen. Sie selbst wollen aber um keinen Preis sterben oder Ähnliches. Sie halten vielmehr den Heiligen Martin für total bescheuert, weil der seinen Mantel geteilt und die eine Hälfte einem frierenden Habenichts, womöglich gar einem dunkelhäutigen, gegeben haben soll. Oh, welch ein Tor, denn erstens hat er ja seinen Mantel, der sicher nicht ganz billig war, zerstört, und zweitens konnte er sich dadurch womöglich einen deftigen Schnupfen holen. Das verbietet einem jeder gesunde Egoismus, da kann der Franziskus, der in seinem Palast in Rom lebt, noch soviel heiliges Zeug reden, der damische Uhu.
„Rechts von uns darf es keine andere Partei geben“, hatte einst der feiste Metzgerssohn Franz-Josef gesagt, nach dem sie dann einen Flughafen benannt haben, weil sie meinten, dass er immer so schön Hochfliegendes von sich gegeben habe, wonach sie sich in den tiefen Tälern von ganzer Seele sehnten.
Nun gibt es aber die Partei vom Gauleiter, die ist zwar „demokratisch legitimiert“, aber stinkt trotzdem nach brauner Sch…
„Der will uns vor sich hertreiben? Hoho, das lassen wir nicht zu. Wir sind schnell wie Kruppstahl, nein, wie Windhunde und rennen ihm einfach immer voraus, so dass er uns gar nicht einholen kann. Hihi, das soll ihn ordentlich ärgern!“ So rufen der Horst und der Söderl im Chor und rasen los wie bayrische Rindviecher.
Hach, ist das nicht ein spannendes Rennen?!
Und wir schauen zu. Einige lassen sogar für einen Moment ihre geliebte BILD-Zeitung sinken.
Einige juchzen, andere staunen mit weit geöffneten Mündern.

Höckeland

„Sehr verehrte polnische Mitbürger und Mitbürgerinnen!
Da ihr alle, wie ihr ja wisst, nur elende Dumpfbacken seid und ich allein tausend Mal klüger bin als ihr alle zusammen, werde ich euch alle entmündigen, werde mir Medien und Justiz gefügig machen und eine „moralische Diktatur“ errichten, wenn ihr mir und meiner PIS-Partei bei den Wahlen bei den Wahlen eure Stimme gebt!“ Also sprach Jarosław Aleksander Kaczyński.
Und nachdem sie tränenreich die Nationalhymne „Noch ist Polen nicht verloren“ gesungen haben und „der Vater weinend zu seiner Basia gesprochen“ hat: „Höre nur, es heißt, dass die Unseren die Kesselpauken schlagen“ und: „Bonaparte gab uns ein Beispiel, wie wir zu siegen haben. Marsch, marsch, Dąbrowski …“, ist das Volk mit tränenfeuchtem Hemd auf höckerigen Wegen schnurstracks zu den Urnen geeilt und hat „gePISt“ – so sagen die Polen, wenn sie meinen „für die PIS gestimmt“ zu haben.
Lüge! Fake! Gar nicht wahr! Sie haben zwar tatsächlich „gePISt“, aber nicht wegen ihrer autoritären Anmaßungen, sondern

  1. Das parlamentarische System wurde zwar nicht grundsätzlich abgeschafft, aber doch zunehmend ausgehöhlt, die Parteien wurden nicht verboten, aber in ihrem Handlungsspielraum stark eingeschränkt. Wahlen wurden manipuliert, politische Gegner und Vertreter von Minderheiten verfolgt, wer sich der Politik der „Sanacja“ (Gesundung) entgegenstellte, wurde ausgeschaltet. []
  2. „Es gibt keine Schichten in Deutschland.“ Franz Müntefering []

Leseranfrage

Liebe Allgemeine Deutsche Abgrundkontrollstelle (ADAK) von 1848,
ich verehre Sie sehr, da Sie, was deutsche Abgrundkontrolle angeht, seit 1848 durchgehend einfach super sind. Ich kenne keine zweite Kontrollstelle von solcher Perfektion. Und nachdem ich Ihnen so nun einfach gesagt habe, was Fakt ist, wage ich mein Anliegen vorzubringen: Ich begegne im Hamburger Wahlkampf immer wieder einem Plakat, auf dem dafür geworben wird, blau zu wählen.Blauwählen Es mag ja sein, dass man, um die betreffende Partei zu wählen, blau sein muss. Aber, nun komme ich zu meiner mit entsprechender Empörung, ja Fassungslosigkeit vorgebrachten Frage: Darf eine Partei für übermäßigen Alkoholkonsum werben, in der Hoffnung durch ebendiesen zu vermehrten Wählerstimmen zu gelangen?
Hochachtungsvoll
Gisela Nebiläum-Perspicace

Liebe Frau Nebiläum-Perspicace,
zunächst einmal vielen Dank für Ihr Vertrauen und Ihre sehr aufschlussreiche Beobachtung, die von großem Durchblick zeugt. Auch wir sehen hier einen Abgrund. Aber wir müssen Ihnen leider – und dies meinen wir wörtlich – sagen, dass, wie so häufig – Sie kennen ja unseren Blog – die Erkenntnis eines Abgrunds leider noch lange, lange, lange nicht dessen Beseitigung bewirkt. Uns sind die Hände so weit gebunden, dass wir nur immer warnen, warnen, warnen können.
Voller Verzweiflung grüßt Sie heut und immerdar
Ihre Allgemeine Deutsche Abgrundkontrollstelle (ADAK) von 1848