Susis Haarwelt

Eine der Hauptstrategien der Werbung war die Entkonkretisierung des beworbenen Produkts: Man kauft nicht ein banales Schuhband, sondern das Glück. (Man kauft natürlich tatsächlich ein Schuhband. Aber dessen unermessliche Schönheit und Festigkeit bewirkt, dass sich die Schönheit des Schuhbandes auf seinen Besitzer in Form einer über ihm hängenden Aureole überträgt und dieser zudem dank seiner Festigkeit nicht über ein gelöstes, dahinlabberndes Schuhband stolpert und deshalb aus dem Flugzeug fällt oder in ein brennendes Haus stürzt, kurz, ihm alles Unglück erspart bleibt.)
Diese Entkonkretisierungsstrategie scheint so erfolgreich zu sein –  der Kunde ist ja nicht dumm -, dass sie alle anwenden wollen, z.B. auch Susi, die Besitzerin einer Frisierstube. Sie hat deshalb ihren Laden „Susis Haarwelt“ genannt. Allerdings weit entfernt davon, uns anzulocken, hat uns die alptraumhafte Vorstellung sehr erschüttert, dass sich haarschnittbedürftige Kunden mit Susi in einer Welt aus Haaren bewegen. Im Allgemeinen wird ja der Boden der Frisierstube nach dem Schneiden ausgefegt, damit einem die herumliegenden Haare nicht lästig werden, einem in Mund, Nase und Augen fliegen, im Nacken heftigen Juckreiz oder Kratzen auslösen, später auf dem Esstisch ins Getränk und ins Essen fallen. Aber Susi

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