Sie ist uns teuer, die Kunst

Nachdem wir uns bereits gefreut hatten, dass in der aktuellen Kunstszene das langweilig simple Kunstwerk hinter der Erklärung über das Kunstwerk verschwand, so dass wir uns nur noch mit einer einfachen Idee auseinander zu setzen brauchten, bereitet uns endlich ein Künstler wie Tino Sehgal ein noch größeres Glück, indem er konsequent den Weg weitergegangen ist und überhaupt „keine Objekte“ mehr erzeugt: keine Fotos, keine Videos, nicht mal Kataloge, gar nichts! Super! Super auch für ihn, denn er verkauft seine unsichtbare Arbeiten, die weder vergilben noch zerbröckeln können, zu Preisen zwischen 30 000 und 100 000€. Und zwar so: „Meine Galeristen, ein Notar und ich treffen den Käufer und vermitteln ihm im Gespräch alle Details. Es gibt nichts Schriftliches.“[ref]SZ 27.8.15 „Reden wir über Geld“[/ref]
Das ist – man muss es anerkennend sagen – ein geniales künstlerisches Konzept, dem man anmerkt, dass sein Schöpfer einst Wirtschaftswissenschaften studiert hat. Irgendwelche Assoziationen mit „Des Kaisers neue Kleider“ wiegen bei den vermögenden Kunden sicher nicht allzu schwer.

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