Prism im Dienst von Monsanto?

Man könnte über das amerikanische Spionageprogramm denken: Sollen sie doch machen; ich bin kein Terrorist, also betrifft es mich nicht. Ich bin auch kein Inhaber oder Aktionär eines Wirtschaftsunternehmens mit innovativen Produkten oder Fertigungsverfahren – mich betrifft es nicht. Und wenn ich am Telefon im Überschwang einmal unüberlegt gesagt habe: „Bombig!!“ oder abgewandelt einfach nur: „Ich finde das echt Bombe!“ Nein, sie werden mir doch wohl kaum deswegen eine Drohne schicken und mich – und meinen VW Polo! – in die Luft sprengen, oder?[dropdown_box]
Die Süddeutsche Zeitung (13/14.7.13), die wahrhaftig kein linkes Kampfblatt ist und der Verschwörungstheorien über Ränkepläne des Kapitals fremd sind, berichtet nun aber über Verbindungen von US-Regierung und Unternehmen, die man mit einigem Recht als bedrohlich ansehen kann, und zwar am Beispiel von Monsanto, dem US-Konzern, dem wir Agent Orange (im Vietnamkrieg eingesetzt, nach Aussagen des Konzerns „harmlos wie Aspirin“, aber noch heute verantwortlich für eine enorme Menge an Missgeburten), den (krebserzeugenden, dank Donald Rumsfeld – Verteidigungminister, vorher bei Monsanto tätig – zugelassenen) Süßstoff Aspartam, genmanipuliertes Saatgut, das Herbizid Glyphosat, das als das in der konventionellen Landwirtschaft so beliebte Roundup angeblich nur in die absterbene Pflanze eindringt, aber in zunehmendem Maße im menschlichen Körper nachgewiesen wurde u.v.m. zu verdanken haben. Monsanto verfügt, so die SZ, „über enge Verbindungen mit der Machtzentrale in Washington, mit robusten Leuten aus dem Umfeld der US-Geheimdienste und mit privaten Sicherheitsfirmen“, so z.B. mit Joseph Cofer Black, 30 Jahre CIA-Agent, dann Vizepräsident der berüchtigten privaten Sicherheitsfirma Blackwater. Laut der Anti-Lobby Organisation „Open Secrets Org“ „haben im vergangenen Jahr 16 Monsanto-Lobbyisten teilweise hochrangige Posten in der US-Administration und sogar in Kontrollbehörden eingenommen.“ Botschaftsdepeschen der USA, die Wikileaks veröffentlicht hat, zeugen vom Engagement für Monsantos Gentechnik, die offenbar mit den Wirtschaftsinteressen der USA gleichgesetzt werden. („What is good for Monsanto …“). Das Internet als Waffe scheint dabei ein wichtiges Instrument zu sein: Internetseiten von Monsanto-Gegnern werden gehackt und stillgelegt. Unheimlich ist dabei die Zusammenarbeit: Die IP-Protokolle zeigen, dass gehackte Seiten der prominenten Monsanto-Gegnerin Judy Carman nicht nur von Monsanto, „sondern auch von verschiedenen Einrichtungen der US-Regierung“ aufgerufen werden. Monsanto benutzt die US-Regierung anscheinend auch, um beim Freihandelsabkommen zwischen EU und USA seine Interessen durchzusetzen – auf Kosten unserer Gesundheit, aber im Interesse des Profits von Monsanto, ausgestattet mit der Macht des Wissens durch Spionageprogramme wie Prism. Will man George W. Bushs „Achse des Bösen“ suchen, hier könnte sie gefunden sein. Da können wir, wenn überhaupt, nur auf Gegenwehr von unserer Regierung hoffen.
Naja.
Nicht lachen!
Traurig!
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