Es lebe der freie Wettbewerb!

Wenn du spielen willst, um zu gewinnen, musst du natürlich etwas einsetzen.Wenn du nicht Warren Buffet heißt, sondern nur Eberhard Graf, dann kann es sein, dass dir am Ende nur die Kugel bleibt oder dass du verarmt und in Ermanglung einer Kugel lemminglike in die Abgrundtiefe springen musst. Gegen ein solches Schicksal ist aber nicht nur ein Eberhard Graf, sondern auch ein Graf Eberhard Herr von Ranzkas-Quakenbrück bei entsprechender Spielsucht nicht gefeit.
Ach? Erzähl doch nichts!
Doch!
Einst stand auf einem Hügel inmitten einer wunderschönen grünen Wiese ein goldenes Kalb. Hans Erich war ein großer Freund von goldenen Kälbern; darum verkaufte er sein silbernes Besteck und kaufte Futter der Marke „Super Food for Happy Calves“, das er dem Kalb vor die Füße warf, um es ihm gewogen zu machen. Nun hätte aber auch sein Nachbar von gegenüber, der Wilfried, zu gern ein goldenes Kalb besessen, darum verkaufte der Wilfried seine goldene Uhr und kaufte delikates Goldenes-Kalb-Extra-Spezial-Futter, das er dem Kalb mit liebevollen Blicken vor das gierig triefende Maul warf. Das Kalb war entzückt und kaute und wiederkäute das Futter mit andachtsvollem Kälberblick. Nun kommt Karl-Heinz ins Spiel. Weiterlesen

Adelsstolz kurz mal durchlaucht

Krempelhuber ist trotz Umfang von immerhin zwölf Buchstaben kein schöner Name; auch ein „von“ vor dem Krempelhuber vermag dem nicht abzuhelfen. Dagegen kann sich der wahre Adel mit exquisit langen und rhythmisch klingenden Namen schmücken. Das ist gewiss ganz, ganz wunderschön, hat aber, was sich die Neider – und die, die sich einen Adelstitel kaufen wollen – meist nicht klar machen, auch Nachteile. So muss der Hochgeborene beim Druck, z.B. von Traueranzeigen, schon einige Euros auf den Tisch legen, wenn da dann etwa eine Elisabeth Maria von Wiedeburg und Nostitz-Jänkendorf betrauert werden soll  von einem Hubertus Reginald von Wiedeburg und Nostitz-Jänkendorf und seiner Margarete Amalie von Wiedeburg und Nostitz-Jänkendorf und außerdem auch noch von einem Sebastian Heribald von Wiedeburg und Nostitz-Jänkendorf und seiner Charlotte Emilie von Wiedeburg und Nostitz-Jänkendorf und auch von Hermann Frederik von Wiedeburg und Nostitz-Jänkendorf und seiner Katharina Hildegard von Wiedeburg und Nostitz-Jänkendorf. Wer nur Otto Meier beklagen muss, macht sich keine Vorstellung von den Kosten. Aber weil ein Edler oft auch heute noch über größere Mengen seines einst zusammengeraubten Vermögens verfügt, so wird er natürlich nicht zu klein und materialistisch denken. Denn ökonomisch gehört er ja wohl immerhin wie die Grafen Lambsdorf und Merz zumindest zur gehobenen Mittelschicht.[dropdown_box]
P.S. Gerade kann man einer Traueranzeige die Gräfin von Schlotterburg-Lochau, geborene Potratz betreffend entnehmen, wie sich die Kosten auch verringern lassen, wenn man die unzähligen Vornamen einfach weglässt und standesgemäß als Graf und Herr von Schlotterburg-Lochau, Gräfin und Herrin von Schlotterburg-Lochau sowie Gräfinmutter von Schlotterburg-Lochau unterzeichnet. Die Gnädigsten duldeten ja ohnehin nicht die Anrede mit dem Vornamen,was man durchaus verstehen kann bei hochherrschaftlich albern klingenden Vornamen wie „Alban“, Ludbert oder Wilhelmine Gustava Ilse. Da kam dann auch wohl niemand auf die Idee, etwa eine blödsinnige Koseform zu bilden wie Albi oder Ludi. ((Die Namen der realen Todesanzeigen wurden verändert.)) [/dropdown_box]

Dass Streikende so böse sein können …

Da streikt doch tatsächlich das Sicherheitspersonal auf den deutschen Flughäfen – in Form von Warnstreiks. Warum? Na, immer derselbe Mist: Alle wollen mehr Geld verdienen. Das kann der Präsident des Arbeitgeberverbandes UVNord, Wachholtz, nicht gut vertragen. Denn wenn das Personal streikt, dann, das weiß er aus langer Erfahrung, hat das zur Folge, dass die potenziellen Fluggäste nicht fliegen können. Das aber ist für sie gar nicht schön, denn sie würden – das wünschen sie doch von ganzem Herzen – gerne fliegen. Empört nannte er das beispiellose Vorgehen der Streikenden daher einen ,bewussten (!) Angriff auf die Mobilität tausender Fluggäste‘ und verwies zudem auf ,einen massiven volkswirtschaftlichen Schaden‘. ((https://www.ndr.de/info/nachrichten313_con-19x01x15x07y45.html)) Donnerwetter! „Holzauge, sei wachsam!“ Der Mann heißt zu Recht Wachholtz. Es hat es nämlich erkannt: Es sind wirklich rücksichtslose Menschen, die Streikenden!

Kurzer Sinn

„Meine lieben Toren sind hübsch feist und rund und wohlgepflegt, wie die appetitlichsten Mastschweinchen“, spricht die Torheit. ((Ersamus Lob der Torheit)) Richtig.
„Durchmustert den ganzen Himmel, und jeder Esel soll mich eine Närrin schelten, wenn ihr einen einzigen netten und liebenswürdigen Gott dort auftreibt, der sein gewinnendes Wesen nicht mir verdankt“, spricht die Torheit.
Naja. Aber es geht, wie immer, um die Mitte. Strohdumm ist zu blöde. Mitteldoof ist geil. Sehen wir sie uns an, die gewinnbringenden Talkmaster, Moderatoren, Politmasken, die Schöneberger und Hubertus Meyer-Burckhard, Pflaume, Pilawa, Scheuer, Dobrindt usw. … Haben sie nicht Karriere gemacht – trotzdem oder vielmehr deswegen?
In Hamburg – wo nicht? – gibt es Radiosender …   für Doofe. Einer dieser Sender heißt „NDR 90,3“. Sein Niveau ist so niedrig, dass er auch das Landesprogramm im öffentlich-rechtlichen Fernsehen, das „Hamburg Journal“, gestalten darf. Den Privaten haben sie die Maxime abgelauscht: Je niedriger das Niveau, desto höher die Quote.
Der Chef des Senders Hendrik Lünenborg hat sich nun erlaubt, beim NDR einen Kommentar zum Dieselfahrverbot in Hamburg zu veröffentlichen ((https://www.ndr.de/nachrichten/hamburg/Diesel-Fahrverbot-Symbolpolitik-ohne-Nutzen,hamburgkommentar252.html)). Mutig und volksnah – endlich mal einer, der kein Blatt vor den Mund nimmt – , argumentiert‘ er gegen die Fahrverbote, die er als „Symbolpolitik ohne echten Nutzen“, kurz als „Schildbürgerstreich“ entlarvt. [htsP anchor_text=“Weiterlesen“]
Denn er bemängelt, dass es kaum Kontrollen gibt. Er ist nun aber nicht etwa für mehr oder effektive Kontrollen, weil er das gesamte Fahrverbot für „offensichtlich unsinnig“ hält.
Er meint nämlich, „an anderen Straßen in Hamburg ist die Luft auch nicht viel besser. Konsequenterweise müsste es weitere Fahrverbote geben.“ Aha, das versteht man: Auch woanders Gesundheitsgefährdung, also auch woanders Fahrverbote. Doch diese Konsequenz will er nicht –  denn dann würden die Dieselfahrzeuge ja großflächig aus dem Verkehr verdrängt. Statt dessen werden ja tatsächlich die Dieselfahrer nur aus den Gebieten verdrängt, an denen die von ihnen verursachte Luftverschmutzung einen bestimmten festgelegten Grenzwert überschreitet. ((Ob dieser Grenzwert niedriger oder höher liegen sollte, ist eine andere Frage.)) Scharfsinnig stellt er fest, dass die Luftverschmutzung mit den Fahrverboten nur dort verringert wird, wo sie bisher laut Messung besonders, nämlich überdurchschnittlich, hoch war. Und Herr Lünenborg hat damit aber sowas von Recht: An der windumtosten Nordseeküste zum Beispiel sind die Schadstoffwerte und damit die Gesundheitsgefährdung tatsächlich deutlich geringer. „Mit dem Durchfahrverbot wird die Luftbelastung also nicht etwa verringert, sondern nur anders verteilt.“ Wieder richtig: Die Fahrzeuge werden nur umgelenkt, nicht aus dem Verkehr gezogen und erhöhen also die Werte an Stellen, an denen sie bis dahin weniger hoch waren. Die einzige Alternative wäre also ein generelles Fahrverbot (s.o. „konsequent“) – überall, auch an der Nordseeküste (wegen der Gerechtigkeit).
Dass es in Hamburg auch keine „Durchfahrverbote für Containerschiffe“, Kreuzfahrtschiffe usw. gibt, die „echte Dreckschleudern“ sind, bestätigt ihn nur in seiner Empörung über die unsinnigen Fahrverbote für „die dieselfahrenden Bürger“. Wenn wir ihn richtig verstehen, fordert er, weil die Luft ohnehin – auch durch die Schifffahrt – verschmutzt ist, dass man diese Verschmutzung zum Nutzen der „dieselfahrenden Bürger“ unbedingt weiter vermehren sollte, so dass nicht nur „vielleicht die rund 1.800 Anwohnern an den betroffenen Straßen“ davor geschützt bleiben, sondern möglichst alle krank werden (wegen der Gerechtigkeit).
Aber nein. So kraus die Argumentation auch ist, am Ende muss er doch zwangsläufig zu dem einzig möglichen – hier als origineller und ganz schlauer („hört! hört!“)  Vorschlag formuliert – Schluss kommen: „Wie wäre es zum Beispiel damit, den Kuschelkurs mit den Autoherstellern endlich zu beenden und ihnen die Umrüstung der Diesel zu verordnen?“
Na, also! Lange Rede kurzer Sinn. [/htsP]