Neiiiin! Nicht noch ein Gedicht!

Die Corona-Verschwörung

Gibt es Corona überhaupt,
die Frage sei endlich mal erlaubt.
Oder ist sie nur erfunden?
Wenn wir sie ignorieren,
ist sie dann ganz schnell verschwunden?
Gut. es gibt die vielen Kranken;
das lässt natürlich wieder schwanken
Und mit Unbehagen
fragen:
Die Corona, sie stammt doch wohl von diesen Indern,
oder stammt sie nur von bösen Kindern
oder von Kimbrern
oder wie sie heißen.
Sie stammt doch nicht von Weißen?!
Wahrscheinlich von Chinesen
oder anderen gelbhäutigen Wesen!
Eher nicht von Franzosen
oder Matrosen.
Ich schwöre,
es waren die Friseure.
Oder doch Christen?
sicher Kommunisten!
Vielleicht sollte man die Frauen
alle verhauen.
Kann man den Moslems trauen?
Was ist mit Hunden und Katzen
und Fledermaus fressenden Schwarzen,
einige mit äußerst seltsamen Warzen?
Alle fragen, wer es war.
Dabei ist doch klar:
Niemand anders
als Bernie Sanders.

Dummland
Weit hinter dem Mond, im Land der Torheit, steht der Palast, hart auf dem Grenzsaum zwischen Nacht und Hölle, wo Irrlichter statt Sonnen leuchten. Unter Geflatter kleiner Irrwische sitzt dort auf seinem Thron der kindische König Trump mit blonder Tolle. Er sitzt inmitten seines Hofstaats, Dummstolz, Unwissenheit, Leichtgläubigkeit, Eigenliebe, Schmeichelei, Vergesslichkeit und Faulheit, unter Schwarzkünstlern und Evangelikalen. In diesem Paradies besuchen ihn oft die Brüder Blödling, Boris Johnson, Dummerjan, Knallkopf, Bolsonaro, Vollidiot, Tropf, Strohkopf, Orban, Einfaltspinsel, Armleuchter, Dussel, Höcke, Depp, Rindvieh, Dämlack, Tölpel und viele andere Unwissende. Es ist ihnen ein unvergesslich schaurig schönes Erlebnis, wenn sie dort, dem Zeigefinger des Trumps folgend, sich in dunkler Nacht in dichten Nebeln an den verborgenen Ort begeben, wo auf allen Wänden die Torheit aller Zeiten abgebildet ist. Mit offenem Maul gaffen sie, wenn sie unter schmucklosem Grabstein die Vernunft fest eingemauert finden, die von schwankenden Blinden und ganz gehörlosen Tauben ängstlich stumm umdrängt wird. Beide Hände faltend, lachen sie blöde und wohlig verständnislos: Es tut halt so sauwohl, keinen Verstand zu haben. (frei nach Voltaires „Pucelle“)

Lied der Ungarn

Lied der Ungarn
(wie Zarah zu Csardas-Klängen zu singen)

Ach, Viktor, Viktor Orban,
wie gern sind wir dir untertan
Es ist ja ganz gleich,
Wen wir lieben
Und wer uns das Herz einmal bricht.
Wir glauben und hoffen und denken,
Dass einmal ein Wunder geschieht,
Doch wenn wir uns dann verschenken
Ist es das alte Lied.
Und darum wollen wir dir gehören,
dir Treue und Liebe schwören,
Wenn wir auch fühlen, es muss ja Lüge sein,
Wir belügen uns gern und sind dein.

Noch ein Gedicht

Tröpfchen

Herr Friedrich Merz,
Wie Barbarossa einst
Des Vaterlandes Retter!
Was haben Sie getan?
Wo sind Sie nur gewesen?
Ach, herrje, Tröpfcheninfektion.

Dem Trump geht’s gut;
doch was tut
Friedrich Merz?
Holt sich die Tröpfcheninfektion!

Auch Boris Johnson
kann nicht klagen:
von wegen Tröpfcheninfektion –
sie schlägt nur anderen auf den Magen,
nicht Boris Johnson,
die Tröpfcheninfektion.

Herr Friedrich Merz,
wer hat Sie angehustet,
Sie angeniest, geprustet?
Wem haben Sie
mit treuem Blick die Hand gereicht?
Danach fassten Sie vielleicht
sich an die eigne Nase –
huch, ohne Tuch?
Wie konnten Sie, Herr Friedrich Merz?!
Zum Ursprung fehlt Information.
Doch das Ergebnis lautet leider:
Tröpfcheninfektion.

Und jetzt? Die Quarantäne!
Für sieben Tage, sieben Wochen?
Oh, Friedrich Merz,
für ganze Jahre?
Oh, grauses Schicksal:
ungeheuer lange Qual
Wie Barbarossa dazumal?
Tröpfcheninfektion!

Anmerkung: Damit uns niemand verteufelt, wollen wir jedem Missverständnis einen Riegel vorschieben und erklären hiermit. dass wir niemals Schadenfreude über ein körperliches Gebrechen äußern würden, dass wir uns nur über eine längere Abwesenheit von Herrn Friedrich Merz freuen würden, und zwar nicht unbedingt im Kyffhäuser; vielmehr würde uns schon die Rückkehr des Sauerländers ins Sauerländische glücklich machen.
Ach, nun hat es doch noch den Boris Johnson erwischt. Fehlt nur noch der Trump L. Müssen wir das ganze Gedicht nun neu schreiben?

Corona lyrisch

Das Haus verlässt er
schnellen Schritts.
Er braucht noch dies und das
für Notdurft, Essen, Trinken.
Zu Aldi läuft er
notgedrungen.
Doch welch ein Jammer:
Wo sonst schwere Last
Regale fast zu Boden drückt,
da starrt den Leidgeprüften
verhängnisvolle Leere an:
Nicht Hefe, Wasser,
auch kein Klopapier!
Entsetzen packt ihn,
seiner nicht mehr mächtig
sinkt er zu Boden.
Das hat mit ihren Viren
Corona ihm getan! 1

Unschön

Der „Süddeutscher Zeitung“ (12.3.20) kann man entnehmen, dass es in der Bevölkerung teilweise zu übertrieben heftigen Reaktionen im Zusammenhang mit dem Corona-Virus kommt. So hat in München ein 45 Jahre alter Mann nicht nur seine Nachbarin mit chinesischen Wurzeln „überfallartig mit einem Desinfektionsmittel“ besprüht und dabei „mehrmals das Wort ,Corona’“ geschrien, sondern auch gedroht, ihr den Kopf abzuschneiden. Zum Glück ist es zu Letzterem nicht gekommen.
Solche Reaktionen halten wir für völlig überzogen und das Eingreifen der Polizei für berechtigt. Zudem müssen wir angesichts solcher Nachrichten besorgt feststellen, dass es nicht verwunderlich ist, wenn Desinfektionsmittel knapp werden.

Wir sind übrigens auch hocherfreut über die klare Stellungnahme des Verhaltensforschers Andy Yap von der Business Schol Inseafin Singapur, wenn dieser laut Süddeutscher Zeitung vom 16.3.2020 S.13 „Überreaktionen“ kritisiert, „wie die (…) eines Honkong-Chinesen, der (wegen des Corona-Virus) einen Lieferanten mit 600 Toilettenpapier-Packungen überfiel“. Doch solche Taten sind – zum Glück – „die Ausnahme“, aber es seien, so bemerkt Yap entschieden,  „Exzesse, die zu verurteilen sind.“  Dem ist nichts hinzuzufügen.