Nur noch einen Satz! Nur noch einen Satz!

„Lassen Sie mich doch nur noch diesen einen Satz zu Ende bringen.“ Markus Söder, der aufgrund eines offenbar eher wenig erfolgreichen Grammatikunterrichts ein unzureichendes Verständnis hat von dem, was „ein Satz“ ist, wiederholte diese Forderung mehrfach erfolgreich bei Maybritt Illner. Dabei hätte man sich gewünscht, dass es in der gesamten Sendung bei einem einzigen Satz geblieben wäre.
Der hätte ja durchaus eine längere Gestalt haben können wie der folgende:
Söder, der möglicherweise das Fremdwort Solidarität kennen mag, aber nicht erkennen lässt, ob er weiß, was damit gemeint ist, durfte in der Talksendung die tüchtigen Staaten des Nordens gegen die erbärmlichen Staaten des Südens ausspielen, weil er anscheinend glaubt, dass ein Vereinigtes Europa bedeutet, man müsse sein wirtschaftliches Besitztum mehren, möglichst auch auf Kosten der scheinbar so wenig tüchtigen anderen Europäer, wie z.B. der Griechen oder Italiener, die sich ihre geographisch so ungünstig gelegenen Länder schließlich selbst ausgesucht haben, dergestalt dass sie gefälligst mit ihren Flüchtlingen selbst fertig werden sollen, und sich ein solidarischer Verzicht zugunsten der Schwächeren beim wohlerzogenen lieben Wähler bzw. bei der überaus wohlerzogenen lieben Wählerin nun mal nur schlecht verkaufen lässt.

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