Na, hör mal!

– Empörend. Unfasslich! Da will doch dieser Boateng ins Haus neben uns einziehen. Ein Schwarzer, einer von denen, die in Menschenansammlungen Frauen angrapschen und dann, wenn gerade keiner hinguckt, schnell vergewaltigen. Wer tut denn endlich etwas dagegen? Schon morgen vergreift sich so ein Teufel an meiner Tochter.
– Aber wir haben doch gar keine Tochter!
– Macht nichts. Schon der Gedanke ist ein Verbrechen. Man muss vorbeugen, sonst ist es zu spät. Überall stellen sie Container auf; du denkst, da soll irgendein Sperrmüll rein. Aber kaum stehen sie da, stürzen sie sich darauf und können es gar nicht erwarten, darin zu wohnen. Was sind das nur für Menschen! Möchtest du etwa in solchen Behausungen wohnen?
– Aber die wollen doch gar nicht darin wohnen.
– Warum tun sie es dann? Mir kann man nichts vormachen. Das magst du dir gar nicht vorstellen, was das für Menschen sind, wie die da hausen! Und kannst du mir sagen, wo sie vorher gewohnt haben? Dann sag ich es dir: in irgendwelchen zerbombten Ruinen ohne Dach überm Kopf.
– Aber dafür können sie doch nichts!
– Ja, und ich? Kann ich vielleicht etwas dafür? Soll ich jetzt die Schuld kriegen? Bin ich da hingerannt und habe Bomben geworfen? Hör mir doch auf mit der Mitleidstour! Mit mir hat auch keiner Mitleid. Da haben wir nun mühsam die Krähen verscheucht – und dann kommen diese Aasgeier in ihren Containern! Und worauf sind die aus? Unser Geld wollen die, und sonst gar nichts.
– Eben hast du noch gesagt, dass sie Frauen vergewaltigen wollen.
– Du kannst einem die Worte im Mund verdrehen. Natürlich wollen sie beides.
– Wieso ist das natürlich?
– Ja, wenn sie dir so gefallen, gehe doch hin und verbrüdere dich doch mit denen. Die warten nur auf so eine leichte Beute wie dich. Und überhaupt die Frauen, das sind auch so welche. Hier laufen sie jetzt züchtig mit dem Kopftuch rum; dabei haben sie bis jetzt halbnackt im Urwald ums Feuer getanzt. Die reinen Zigeunerinnen. Aber mich kriegen sie nicht rum!
– Ich glaube auch nicht, dass sie das wollen – so wie du aussiehst.
– Na, hör mal, wie redest du denn über mich?!

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