Muss das wirklich sein?

Jetzt also wieder ein Amoklauf.
Wie Ministerpräsident Seehofer, der es als einer der ersten schaffte, sich „tief erschüttert“ zu zeigen, wollen auch wir an dieser Stelle „Trauer und Schrecken“ äußern über die „brutale und menschenverachtende Tat“. [ref]Das ist ja wohl das Mindeste.[/ref]
Was für prominente Politiker eine Pflicht ist, muss es auch für uns alle sein:
Wir verurteilen hiermit, dass Menschen mit psychischen Störungen auf Menschen schießen, die ihnen nichts getan haben.[ref]Wo kämen wir denn sonst hin?! Oder findet das etwa jemand gut?[/ref]
„Wir sind entschlossen, alles zu tun, damit Terror und menschenverachtende Gewalt keine Chance in Deutschland haben,“ sagt Herr Altmaier. Diese Entschlossenheit begrüßen wir ausdrücklich an dieser Stelle. Und: „Wir müssen alles dafür tun, um unsere Sicherheit zu verteidigen“, sagt Herr Seehofer. Nun mal ehrlich: Das freut uns doch sehr. Damit hatten wir nun wirklich nicht gerechnet.
Dass Bundesinnenminister Thomas de Maizière sofort entschlossen war, sich am Vormittag mit den Spitzen von Verfassungsschutz, BND und BKA in Berlin zu einer Lagebesprechung zu treffen und anschließend an einer Sitzung des Bundessicherheitskabinetts teilzunehmen, empfinden wir als sehr beruhigend. Es muss nämlich sofort gehandelt werden.
Wir waren zu den Sitzungen nicht eingeladen, obwohl wir gerne auch dabei gewesen wären: Worüber sie wohl geredet haben? Sollte man etwaige Amokläufer auffordern, ihre Amokläufe rechtzeitig anzumelden? Dann könnten sich auch Radio und Fernsehen besser darauf vorbereiten. Die Politiker müssen jedenfalls in der Sitzung sehr kreativ sein, damit ihnen nicht nach fünf Minuten der Gesprächsstoff ausgeht. Die fünf Minuten könnten sie ja noch damit rumbringen, dass jeder Einzelne seine Betroffenheit vorträgt. Aber dann? Ob sie dann heimlich wieder nach Hause fahren? Nein, das geht doch wohl nicht. Das könnte die Öffentlichkeit mitkriegen. Aber wenn ihnen verständlicher Weise absolut gar nichts einfällt – ob sie dann die Zeit mit Witze-Erzählen überbrücken? Nein, das würde sich nicht gehören. Aber das ist schon echt ein Problem.

P.S. Richtigstellung: „Immer sind es Orte, an denen jeder von uns hätte sein können“, behauptet Angela Merkel. Das ist eine unzulässige Verallgemeinerung. Es mag für Frau Merkel zuitreffen, aber wir hätten bei McDonald nicht sein können. Wir gehen da nie hin.

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