Mozarts Vierzigste und das Flüchtlingsproblem

Das Bestreben, jedem älteren Stück Literatur auf der Bühne einen tagesaktuellen, möglichst politischen Bezug zu geben, ist eine schweißtreibende selbstlose Arbeit. Und das alles nur, weil dem Publikum Vergangenes, Geschichtliches langweilig und zu  anstrengend ist:
“Ach, je, selbst den Gegenwartsbezug herstellen, selbst einen Teil von sich im Fremden zu erkennen – muss das wirklich sein?”
“Was? Wie bitte? Das kann ja wohl nicht wahr sein!”
Also muss man sie dazu zwingen.
Mit der Musik ist es ganz hart. Mal schneller, mal langsamer spielen, mal lauter, mal leiser. Bei der Oper, diesem seltsamen Mischwerk von Schauspiel und Musik, mag es gehen: Wenn z.B. in der “Zauberflöte” die Knaben in ihrem Luftfahrzeug entschweben, dann ist das ja ohne Frage die Flüchtlingsproblematik. Und man kann  Mozartthemen auch verjazzen. Aber wo bleibt in der Aufführung von Mozarts 40. Symphonie der tagesaktuelle, möglichst politische Bezug, z.B. zu dem Flüchtlingsproblem? Die Dirigenten scheinen bisher leider alle an diesem Problem gescheitert zu sein. Oder sie umgehen es. Wollen sie etwa nicht? Höchst dubios.

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