Mal ehrlich, Solidarität geht uns sowas von am A… vorbei

„Zahlt ihr für mich die Miete, kocht und wascht für mich, wenn ich meinem Ruhebedüfnis nachgehe, nehmt ihr mich von der Regel aus, ab und an abzuwaschen und den Müll zu entsorgen? Dann wäre ich u.U. bereit, euch weiterhin mit meiner anspruchslosen Präsenz in dieser WG zu beglücken.“
„Was? Ich höre nicht recht. Geh doch dahin, wo der Pfeffer wächst, du schmarotzende Dummbacke!“
Nein, nein, so nicht!!! In der Politik läuft das ganz anders. Denn es handelt sich hier ja um gesunden Egoismus[ref]Cameron: “Die EU ist ein Werkzeug, das wir benutzen können, um die Macht unseres Landes in der Welt zu fördern und britische Interessen voranzubringen.”[/ref]. Da sagt die WG-Sprecherin: “Ok, liebe Dummbacke. Es ist schön, zu sehen, was uns eint, nämlich der Wille zusammenzubleiben.” Und so freut sich die Dummbacke, d.h. Cameron und seine thatchereske englische Regierung; sie hat es geschafft: Sie wird von den Regeln der EU ausgenommen, die ihr missfallen, darf aber ansonsten weiterhin mitbestimmen.  Als Gegengabe ist Cameron u.U. bereit, in der EU zu bleiben. Welch großzügiges Angebot! Die Mitglieder der WG, auch François Hollande, dem z.B. die ewige Sonderrolle Londons beim Schutz des Finanzzentrums London missfiel, Verhinderung der Finanztransaktionssteuer usw.[ref]Großbritannien hat nun das Recht, seine Banken und den heimischen Finanzmarkt selbst zu überwachen – unabhängig von der Bankenaufsicht in der Euro-Zone.[/ref] fallen sich um den Hals und jubeln! Sie würden ihn am liebsten abknutschen, den Mann mit dem niedlichen Pigletface. Man hätte zwar denken können, dass diejenigen, die keine europäische Solidarität zeigen, die nur haben und nicht geben wollen, wie auch die osteuropäischen Mitglieder, ins Pfefferland ausgewiesen würden, und wenn das juristisch Probleme bereitet, ihnen die Überweisungen gesperrt würden. Aber klar, das geht natürlich nicht, schon gar nicht die Ausweisung ins Pfefferland. Diese Massenmigration[ref]Stefan Ulrich empört sich in der “Süddeutschen”: “Fast alle Mitglieder wollen nur noch möglichst viel für sich herausschlagen. Kaum einer fragt mehr, was er zur gemeinsamen Sache beitragen kann.” (22.2.16)[/ref] wäre für Pfefferlands Boot zuviel, und  Europa würde nur noch von Flüchtlingen bevölkert, die gar keine vernünftige LeitkKultur kennen. Auch die Schäubel-Deutschen müssten – nach ihrem immer noch laufenden Versuch, die Griechen niederzumachen[ref]Noch einmal Stefan Ulrich, der noch etwas weitergeht: “Viele Deutsche profitieren vom riesigen Absatzmarkt Europa, scheren sich jedoch nicht um das Leben von Millionen arbeitsloser junger Frauen und Männer in Europas Süden.”(Mike Szymanski in der “Süddeutschen” 9.12.15) Und dass Griechenland darüber hinaus die Flüchtlinge für die gesamte EU aufnehmen muss, obwohl es von den Europäern gezwungen wird, im Wochenrhythmus Reformen durchzupeitschen, an denen es scheitern muss, kann doch niemanden aufregen. Ist etwa Ungarn schuld, dass Griechenland – wie Italien – für die Flüchtlinge so günstig liegt?[/ref] – die Wanderschuhe schnüren und sich auf Gepfeffertes gefasst machen. Ach, mal ehrlich …

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