Katharina Riehl feiert

Katharina Riehl feiert den dreißigjährigen Geburtstag des Privatfernsehens in der „Süddeutschen Zeitung“ mit einem „Schönen Dank“!
Woher rührt ihre Dankbarkeit? Es wäre böswillig, ihr zu unterstellen, dass sie nur den Auftrag ihres Verlegers erfüllt, der seine – gedruckten – Felle wegschwimmen sieht und sich gerne das Fernsehen als Verdienstquelle offen halten möchte.
Nein, denn Katharina Riehl ist eine Fragende. Sie fragt: „Ist das private vielleicht das bessere Fernsehen?“
Aber – und hier sieht man, dass sie durchaus eine ernst zu nehmende Persönlichkeit ist – sie kann sich tatsächlich nicht zu einem klaren „ja“ durchringen, sondern schreibt sehr differenziert: „Vielleicht kann man es so sagen: Die privaten Sender machen nicht das bessere Fernsehen. Aber …“
Aber?[dropdown_box] Naja, das Öffentliche-Rechtliche braucht den Stachel der Privaten gegen seine „Trägheit“. „Nichts im deutschen Fernsehen sähe heute aus, wie es aussieht, wäre 1984 nicht das Privatfernsehen zur Welt gekommen.“ Ohne die Privaten „wäre das deutsche Fernsehen sehr viel schlechter.“ Und warum? Es hat auch für sich die Quote entdeckt. Ja, Frau Riehl rühmt die Demokratisierung durch die Privaten: Sie „haben das Fernsehen demokratisiert“. Hans Meiser habe es den Öffentlich-Rechtlichen mal so richtig gezeigt, indem er Nachrichten im Strickpullover moderierte, was heute sogar zum beliebten Infotainment von RTL2 geführt hat. Oder sie haben diese wunderbar demokratischen Talkshows eingeführt: „dicke Hausfrauen erzählten von ihren Affären, und Milchbubis fantasierten von dicken Hausfrauen. Keine Politiker, keine Experten, normale Leute.“ Das törnt Katharina Riehl an. Und auch der einfache und darum demokratische Humor der Privaten: In der ARD „gab es politisches Kabarett; Witze für die, die sie verstanden. Bei den Privaten durfte jeder lachen. Demokratisierter Humor“, obwohl man gerechter Weise sagen müsste, dass umfallende Menschen natürlich privat wie öffentlich-rechtlich urkomisch sind.
Na, dann weiterhin viel Spaß, Frau Riehl! Bleiben Sie, wie Sie sind! Und Prost![/dropdown_box]

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