Kasperletheater

Erst kommt der Teufel und verspricht: Alle, die nicht so wunderschöne Hörner auf dem Kopf tragen wie ich, die wollen wir zusammen einsperren. Und alle vor dem Guckkasten, die Hörner auf dem Kopf tragen oder sich Hörner mit einem Gummiband auf dem Kopf befestigt haben oder die Hörner auf dem Kopf einfach nur supergeil finden oder schon immer für das eine oder andere Horn ein gewisses Wohlwollen verspürt haben, erheben sich von ihren Sitzen und rufen: Einsperren! Einsperren! Da einige allzu stürmisch sind und auf die wackelnden Stühle steigen und wieder herabfallen, kommt es zu einiger Unruhe, die sich aber schnell gibt, als alle gemeinsam die Nationalhymne anstimmen. Dabei ist natürlich auch ein gewisser Abfluss aus verschiedenen Körperöffnungen nicht zu vermeiden.

Während der Teufel kurz mal hinter die Bühne muss, tritt das Kasperle auf. Aber verrückt: Es sieht ja ganz anders aus, das Kasperle; statt der Zipfelmütze trägt es einen Hut. Und ja, man glaubt es kaum, auf der Nase trägt er eine riesige blaue Brille, auf deren Rahmen glitzernde Sterne aufleuchten und erlischen. Ja, hat man so was schon gesehen! Das Kasperle! “Hoi,hoi, hoi, ich bin ganz neu!” ruft das Kasperle. Und alle vor dem Guckkasten, die endlich mal was Neues wollen, aber eigentlich nichts Neues wollen, springen auf, jubeln, wollen singen, fragen, wie das Kasperle sich denn nun nennen wolle, vielleicht Donald Trumpete oder Kaas Perlé oder Bendikt Bienenstich?

“Ach, am liebsten mag ich Makrone.”

Und so wurde das Kasperle französischer Staatspräsident.

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