Heurekahrs!

In dunklen Corvid19 Zeiten fährt es wie ein Blitz in den melancholischen Alltag: Johannes Kahrs ist – laut Wikipedia – nur noch „ein ehemaliger deutscher Politiker“, denn der Waffenlobbyist 1 und Rechtsaußen der SPD, Sprecher des Seeheimer Kreises, ist bitterböse auf alle und legt zur Strafe sein Bundestagsmandat nieder, weil er nicht Wehrbeauftragter wird. Er war schon immer ein einfaches Gemüt, diente mit Leib und Seele in der soldatischen Männergesellschaft, brachte es gar zum Oberst der Reserve und fühlte sich auch nach dem Wehrdienst am wohlsten, wenn er Militärrucksack und Sportjacke des Heeres tragen konnte.2   Es wird, so schreibt er. „Zeit für mich, andere Wege zu gehen“. Ja, höchste Zeit! Aber die Erinnerungen an die unbändig männliche Kraft der Leopardpanzer (“Brumm, brumm! Bummmm!”) und an das Singen von “Schwarzbraun ist die Haselnuss” beim traulichen Zusammensein mit den Kameraden am Lagerfeuer kann ihm niemand nehmen.

  1. Laut Frankfurter Rundschau flossen insgesamt mehr als 60.000 Euro Parteispenden aus der Rüstungsindustrie an Kahrs’ SPD-Kreisverband Hamburg-Mitte; darunter Spenden unter der Veröffentlichungsgrenze von 10.000 Euro der Rüstungskonzerne Rheinmetall und Krauss-Maffei Wegmann. Kahrs war der einzige SPD-Politiker, der am 8. Juli 2011 gegen den Antrag Keine Genehmigung zur Lieferung von Kriegswaffen an Saudi-Arabien stimmte.
  2. Die Süddeutsche zitiert einen von ihm erzählten Soldatenwitz: “Wer ist der größte Feind des Panzergrenadiers? Der Rasenmäher. Der nimmt ihm Deckung und die Nahrung.” Goldig!

Ein Gedanke zu „Heurekahrs!

  1. Hintergrund zu dieser Personalie besonders interessant, da Frau Högl ja von allen Seiten ihre fehlende Affinitat zum neuen Wirkungsfeld vorgeworfen wird. Was zB bei Ursula und Annegret selten zur Sprache lkam.

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