Goethe, Messi und Camerons Papi

Edel sei der Mensch, hilfreich und gut; denn das allein unterscheidet ihn von allen Wesen, die wir kennen!
Ach, Goethe, göttlich!
Nur dadurch lebt der Mensch, da
ss er so gründlich vergessen kann, dass er ein Mensch doch ist. (Macheath Dreigroschenoper)
Begnügt euch doch, ein Mensch zu sein. (Tempelherr in Lessings Nathan)

Nein, nein und nochmals nein, man darf sich nicht darüber lustig machen, wenn ein Fußballer von einem Verein, an dem sein ganzes Herz hängt, aber bei dem er nur 50 Millionen im Jahr verdient, zu einem anderen wechselt, bei dem er 70 Millionen verdient. Denn es geht nicht darum, ob er damit ein Auskommen ohne pekuniäre Zukunftsängste erhält. Geld ist ein Statussymbol, vielleicht in unserer Gesellschaft das einzig wahre.
Und nun mal ehrlich, was hat man denn auch sonst? Soll der Fußballer Messi etwa Kunstkurse besuchen, um dann vielleicht später sich einmal als Connaisseur von jungen Frauen mit gespreizter Rede aus gespitztem Mund feiern zu lassen? „Ach, dieser Messi, ist er nicht unglaublich süß, der kleine Floh?“ Oder soll er sich nach einer Ausbildung im Krankenhaus als Pfleger selbstlos in Afrika schinden, damit ihm irgend so eine ältliche Mutter Theresa glühende Briefe der Verehrung schreibt? Da tut er sich lieber mit Südafrikas Präsident Zuma zusammen oder – dem Papi von – Cameron und sucht über die Anwaltskanzlei Mossak Fonseca in Panama auf abenteuerliche – oh, wie schön ist Panama! – schmuddelig schlaue Weise noch mehr Geld zu scheffeln. Da vertut man nicht einfach so sein Leben, sondern gibt ihm einen Sinn, gibt ihm ein Ziel, für das es sich lohnt zu leben.[dropdown_box]
Da tun nun alle wieder so, als wenn sie sich aufregen müssten über korrupte Sportler und ihre Dopingärzte, über Staatenlenker scheinbar jedweder Couleur, skrupellose Geschäftsleute und Gangster, die nichts anderes antreibt als der Wunsch nach viel, mehr, noch mehr, noch viel mehr Geld.
Aber
sie ist allzu verständlich, allzumenschlich, die Gier nach Geld, nach Macht, nach Prestige als Motiv allen Handelns.
Wofür
soll das gut sein, Menschlichkeit, Einsatz für den Mitmenschen? Das nützt doch immer wieder nur den anderen. Wir sind höhere Wesen, keine Ameisen. Ja, ja, Staatsführer müssen nun mal behaupten, dass sie sich fürs Gemeinwohl einsetzen. Sonst wäre es schlecht bestellt um ihr Ansehen, das ihnen ja so wichtig ist. Sie könnten theoretisch auch tatsächlich für ihre Bürger arbeiten, diese anderen Menschen, die es ja auch noch irgendwo geben muss, weil sie einem manchmal vor den Mercedes laufen. “Ach, du Elend!” Aber wenn sich am Ende herausstellen sollte, dass sie gar nicht über so hervorragende Qualitäten für die Arbeit am Gemeinnutz verfügten, wie sie es die Bürger glauben machen wollen – was bleibt dann?
Geld
Geld
Geld

Geld
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Ein Gedanke zu „Goethe, Messi und Camerons Papi

  1. ach komm, M a c h t z.B. ist doch auch cool. Oder S i e g e n. Hauptsache, die anderen unter sich wissen, auf die eine oder andere genüssliche Art

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