Ei der Daus!

„Die Abendsonne wirft letzte Strahlen auf die Dorfkirche, die Berge dahinter liegen schon im Schatten. Auf dem Dorfplatz … “
Leider erhält der Leser keine weitere Informationen, z.B. über den Aufenthaltsort Bambis oder darüber, ob noch eine Lerche halb im Traum noch ein letztes Tirili ertönen lässt oder aus dem Blätterrauschen der Linde ein sanftes Lied erklingt. Statt dessen erfährt er von einem „kleinen Kunststück“: „Ausgerechnet jene Schweizer Partei, die neben ausländerfeindlichen Parolen bekannt ist für ein eher rückständiges Frauen- und Familienbild, hat es geschafft, eine erfolgreiche Unternehmerin und Mutter von drei Kindern zu ihrer Vorzeigefrau zu machen“, nämlich Frau Martullo-Blocher. Dabei ist sie – wie man gleich im ersten Satz erfährt – sogar „kleiner als ihr“ – bereits als Unternehmer und Politiker der rechtskonservativen Schweizer Volkspartei mächtiger – „Vater“ Christoph Blocher.
Ja, ei der Daus! Wie konnte das geschehen? Der Leser muss einige Zeit grübeln, bis er erfährt (einundsachtzig Zeilen später), „dass das Geld der Unternehmerfamilie Blocher eine nicht unwesentliche Rolle bei ihrem Aufstieg spielt. Es steckt inzwischen in einigen Medienunternehmen, die Vater Blocher in den vergangenen Jahren gekauft hat.“ (Isabel Pfaff: Auf dem Weg zur Dynastie. Süddeutsche Zeitung 18.10.19)
Beste Journalistenschule!

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