Donnerwetter, was für eine Vorlage?!

Se non è vero, è ben trovato? Manchmal braucht bzw. kann man gar nichts Besseres erfinden, weil das Leben es schon getan hat. Man nennt es dann Realsatire.
Deshalb sei ausnahmsweise aus einem Kommentar von Nico Fried aus der SZ vom1.8.13 zitiert. Vorweg nur ein paar einführende Bemerkungen: Thomas „der Authentische“ de Maizière verteidigte im Untersuchungsausschuss zum Euro Hawk sein Handeln bzw. sein Nicht-Handeln mit seiner Unwissenheit bzw. seinem Halbwissen bzw. seinem Viertelwissen bzw. seinem … Die Anschuldigungen gegen ihn beruhen nämlich letztlich, so erfahren wir von ihm, auf der Unwissenheit seiner ungebildeten Ankläger. Die widersprüchlichen Aussagen von Thomas „dem Authentischen“ de Maizière seien nicht dadurch zu erklären, dass etwa die eine von ihnen eine Lüge war, sondern durch ein Missverständnis, verursacht durch die Unkenntnis in Bezug auf die Unterschiede von Vorlagen, deren Informationswert auf einer Skala von 0 bis 100 variieren kann. [dropdown_box]
„Das Material, das er erhalten habe, seien aber keine Vorlagen gewesen. Eine Vorlage ist eine Vorlage nämlich nur dann, wenn damit eine Entscheidung getroffen werden soll oder wenn sie ausdrücklich dazu dient, über einen Sachstand zu informieren, Es gibt also Entscheidungs- und Informationsvorlagen. […] Es kann zum Beispiel sein, dass sich in einer Informationsvorlage für die Vorbereitung eines Gesprächs mit der Firma, die unter anderem den Euro Hawk bauen soll, ganz viele Unterlagen befinden, darunter auch welche zum Drohnen-Projekt. Dann allerdings sind die Unterlagen zum Euro-Hawk keine Vorlagen, sondern Beilagen. Sie können auch Anlagen sein. Und die ganze Mappe, sagt de Maizière, könne man, wenn man wolle, auch als ,Gesamtvorlage’ bezeichnen. […] Als der Linken-Abgeordnete Jan van Aken [versucht], die Definition einer Vorlage zu erkunden, antwortet de Maizière, er wolle an dieser Stelle nicht ,zu sehr in die Differenzierung gehen, um nicht als Wortklauber zu erscheinen.’“
Nachdem er so alle Vorwürfe entkräftet hat, war die Frage nach der Verantwortung eigentlich ja schon aus der Welt. Aber, so bemerkt Nico Fried in seinem Kommentar, „die Verantwortung war eigentlich schon weg, als Thomas de Maizière an diesem Morgen zu reden begonnen hatte“, denn die hatten Untergebene bereits an sich gerissen, so der Leiter der Rüstungsabteilung die Verantwortung für das Projekt als solches und der Staatssekretär Beemelmanns die Verantwortung eigentlich „für fast alles, was noch geblieben war. Die Verantwortung in dieser ganzen Sache erinnert am letzten Tag des Untersuchungsausschusses an das Mittagsbuffet in einem Hotel; nachdem eine Horde hungriger Urlauber darüber hergefallen ist.“ [/dropdown_box]

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