Die deutsche Neidkultur ist eine Plage

„Neid richtet beachtlichen Schaden an. Er vergiftet nicht nur die eigene Seele; er führt auch zu unerträglichen Diffamierungen. Wie soll man etwa Beschimpfungen des ehemaligen SPD-Vorsitzenden, Oskar Lafontaine, bewerten, der reiche Bürger pauschal als ,Vaterlandsverräter’ apostrophiert, die ,den Staat durch Steuerhinterziehung und Kapitalflucht untergraben’? Oder wie hat man Forderungen von SPD-Ministerpräsidenten einzuordnen, die wohlhabenden Bürgern eine Vermögenssteuer aufzwingen und damit die Substanz der Vermögen angreifen wollen?“ So fragt der Präsident des Industrie- und Handelstages Georg Ludwig Braun. ((„Die deutsche Neidkultur ist eine Plage“. In: Welt N24. www.welt.de/print-welt/article323244/Die-deutsche-Neidkultur-ist-eine-Plage.html))
Ja, sag mir doch mal einer, so fragt das FDP-Mitglied Braun, den das Manager Magazin „überraschend spontan und progressiv“ nennt, „wie soll die Wirtschaft funktionieren, wenn durch eine Vermögenssteuer sogar die „Substanz der Vermögen“ angegriffen wird? Wo doch das Vermögen „der Erhaltung und Schaffung von Arbeitsplätzen“ dient. Denn wenn die Unternehmer arm sind, bleibt kein Geld für Investitionen. Und das dann noch aus dem Mund von Lafontaine, also jemandem, der selbst vermögend ist.[htsP anchor_text=Weiterlesen] „Sollte man da nicht die Frage stellen, ob auch der Vermögenswert von Ansprüchen auf Ministerpensionen der Vermögenssteuer zu unterwerfen sei?“ Da würde er wahrscheinlich anders reden, der Bursche! Unglaublich! Statt für die Abschaffung jeglicher Steuern einzutreten!
„Die Unternehmer tragen mit Ihrem (!) Vermögen eine hohe Verantwortung für ihre Arbeitnehmer und auch für die eigene Familie.“ Gut, dass hier auch von unserem Vermögen gesprochen wird neben dem der eigenen Familie. Wir würden es allerdings gerne ein wenig versteuern, wenn wir eines in einer entsprechenden Größe hätten. Damit nicht alle uns beschimpfen. Aber es ist eben die ganze „Geisteshaltung“, die „Anlass zur Sorge“ gibt. Sie ignoriert bösartig , dass die Vermögenden doch für „Nachhaltigkeit“ eintreten. Naja, für Nachhaltigkeit der Vermögen. Aber trotzdem!
Es ist ja so, dass die Vermögenden „unermüdlich“ für eine Kultur eintreten, für eine „Kultur der Selbständigkeit“. Nein, das „Neiddenken“ dieser Leute, die mit der Kultur nichts am Hut haben außer mit der Neidkultur, „gehört endgültig in die Mottenkiste vergangener Klassenkämpfe“. Dann Kiste zu und schwups würden die hungrigen Motten in ihrer Kiste das Neiddenken einfach weggeputzt haben. Herrlich!
Es ist ja sogar so, dass man statt des die Seelen vergiftenden Neids Mitleid verspüren sollte, z.B. mit Wolf Schumacher, dem „bestbezahlten Banker Deutschlands“. (( Süddeutsche Zeitung 9.2.17)) Der arme Vermögende hat 2015 nämlich 13,9 Millionen Euro verdient. Ohje! Und nun versinkt er in Depression aus Sorge um sein Geld.Wer möchte da mit ihm tauschen und sich jeden Tag um die „Nachhaltigkeit“ sorgen und die Blicke giftiger Neider aushalten? Verständlich, dass ihm die „um sich greifende Sozialromantik“ sehr zuwider läuft, wo „soziale Sicherung höher im Kurs steht als wirtschaftlicher Erfolg“ und wo die “stetig steigende Lust am staatliche Eingriff” einem jede Freude am freien Unternehmertum vergällt.[/htsP]

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