Ein heiliger Geist!

Unvergleichlich! Mit wem ließe er sich vergleichen?
Mit Bach? Hat ihn schon mal jemand gehört, wie göttlich er unter der Dusche zu singen vermag?
Mit Einstein? Er verfügt über “großartige und unübertroffene Weisheit” (“in my great and unmatched wisdom”) und hat erkannt, was für ein Schwachsinn die Relativitätstheorie, das Gerede vom Klimawandel usw. ist.
Mit Ghandi? Er hat bis heute noch nicht eine einzige seiner Atombomben abwerfen lassen, obwohl ihm verdammt danach gelüstete (“I too have a Nuclear Button, but it is a much bigger & more powerful one than his”). Er hat auch etwas gegen kleine ,lächerliche Stammeskriege’ wie in Syrien (ridiculous endless wars).
Mit Jesus? Er ist der größten Hexenjagd der Geschichte (single greatest witch hunt of a politician in American history) ausgesetzt.
Mit Gottvater? Er ist fürchterlich in seinem – alttestamentarisch anmutenden – Zorn („werde ich die türkische Wirtschaft vollständig zerstören und ausradieren“ – “destroy and obliterate”).
Nur was das Tanzen angeht, so kann er es angeblich nicht mit Nijinsky aufnehmen. Er hat auch bisher – zumindest öffentlich – auf alle Versuche, es ihm gleich zu tun, verzichtet – aus Furcht, sich lächerlich zu machen.
Aber sonst absolut anbetungswürdig!

Ab heute wird zurückgeschossen?

Wollte Boris Johnson, als er das Parlament in eine Zwangspause schickte, es abschaffen, weil es ihm immer wieder mit eigenen Meinungen widerspricht und so jeden Spaß verdirbt? Sein Parteifreund Geoffrey Cox, der es zum  Generalstaatsanwalt gebracht hat und somit natürlich Rechtsexperte ist, sagt jedenfalls nach dem Urteil des Supreme Court voller Verbitterung: „Dieses Parlament ist ein totes Parlament.“ Und es habe kein – moralisches – „Recht, auf diesen grünen Bänken zu sitzen.“ Er meinte damit: Egal welcher Farbe die Bänke auch sind, grün oder gelb oder lila – „es sollte nicht mehr tagen.“ Und damit traf er den Nagel auf den Kopf, wie ihm jeder bestätigen wird, ob er nun Trump, Johnson, Berlusconi, Orban oder Gauland heißt. Ohne Parlamente haben die Regierungen viel mehr Spaß, nicht nur moralischen.
Gelobt sei das Land, das solche Generalstaatsanwälte hat. Nur schade, dass es die EU verlassen will.

schmackl bunz schmackl bunz schmackl bunz

Johannes Kahrs, Vorsitzender der Werteunion in der SPD, freut sich: Mit Scholz als SPD-Vorsitzendem wird alles beim alten bleiben und er weiter vorne mitmischen. Als jemand, der die Rüstungsindustrie ins Herz geschlossen hat, war seine Begeisterung – Fackeln, zack, zack und rummsdibumms, herrlich! – über den Großen Zapfenstreich, mit dem selbst noch eine miserable Ministerin – vom Fernsehen übertragen – geehrt wurde, so groß, dass er aufgrund seines Erregungsschluckaufs fast in die Notaufnahme des Krankenhauses Hamburg Sankt Georg eingeliefert worden wäre. Warum sollte nicht auch einer wie er so ein Verteidigungsminister werden?! So schlecht wie die von der Leyen ist er doch allemal. Allerdings muss dafür die SPD natürlich zunächst noch einmal die Fünf Prozent Hürde überwinden.

Gescheit

Claus Hulverscheidt vom Wirtschaftsflügel der SZ nennt es „Selbstkasteiung“ (Süddeutsche Zeitung 26.6.19) , wenn in den USA 19 Multimillionäre die Einführung von Steuern auf Spitzenvermögen fordern, während diese selbst die Steuer als notwendigen Beitrag zu mehr politischer und sozialer Stabilität sehen.