Undeutsch, pfui!

Markus Söder (siehe Foto) sagt, es sei ja „fast schon blamabel“, wenn bei der Wahl (der EU-Kommissionspräsidentin) überwiegend deutsche EU-Parlamentarier, nämlich von der SPD, gegen deutsche Bewerber aufgetreten seien, nämlich die wundervolle Frau von der Leyen 1. Angesichts dieses undeutschen Verhaltens möchte man Trump-gleich 2 („unamerican“!!!!) ausrufen: Geht doch wieder dahin zurück, wo ihr hergekommen seid („Go back where you came from!!!“), in eure jüdische Sssowjetttunion 3. Geht doch nach drüben, ihr Nestbeschmutzer! Das muss sich doch für jeden reinvölkischen Deutschen von selbst verstehen: Lieber zehn deutsche Gauland als ein Timmermans, der sich zwar anders als von der Leyen den Wählern als Kandidat bei den Wahlen zum EU-Parlament gestellt hat, aber eben zwar germanisch, nichtsdestoweniger als fremdvölkisch anzusehen ist oder so!

Die Chemie muss stimmen

Herrlich gespielt, dieser Seitenwechsel

Was Bayer in seiner Drogenküche außer Glyphosat und etlichen dubiosen Pharmazeutika noch so alles produziert, wer weiß das schon. Darum sollte man sich nicht wundern, dass jemand wie Matthias Berninger zwar bis 2007 für die Grünen im Bundestag saß, aber heute als Cheflobbyist für Bayer/Monsanto tätig ist. Drogen waren ja früher mal „in“ bei den Grünen. Es gibt bewusstseinserweiternde, aber auch bewusstseinsverengende Drogen, wie z.B. die „Bild“-Zeitung. Und der Berninger hat sich eben weiter entwickelt, progressiv! Man darf nicht zimperlich sein, wenn es einem um die Bildung der Persönlichkeit geht. Außerdem Geld – eine der beliebtesten Drogen – stinkt nicht, wie schon Vespasian, einer der führenden Köpfe Roms noch vor Berlusconi und Salvini wusste.

Bewusstseinsverengende Droge

Johann Gudenus. der Freund und Parteikollege Heinz-Christian Straches, geht übrigens davon aus, dass er bei dem kompromittierenden Gespräch auf Ibiza mit der angeblichen russischen Oligarchentochter unter Drogen stand. Jemand müsse ihm etwas „eingeflößt“ haben, „K.o.-Tropfen oder ähnliche Substanzen und Drogen“ (SZ 23.5.19). Tatsächlich, so muss es gewesen sei, denn „Korruption“ ist für ihn und für seine sämtlichen Freunde von FPÖ und AfD ein Fremdwort, von dem sie nicht einmal wissen, was es bedeutet. Wir gehen davon aus, dass nicht nur dem bedauernswerten Gudenus, sondern auch seinen treuen deutschen Freunden Weidel, Gauland und Meuthe ständig so ein giftiges Zeug eingeflößt wurde. Kein Wunder, dass sie von irgendwelchen Spenden oder gar vom Klimawandel keine Ahnung haben. Völliger Blackout!

Maaßen hat das rechte Bewusstsein

Naive Menschen könnten nun rätseln, wer denn unsere Biedermänner und -frauen ohne ihr Wissen mit diesen Drogen abgefüllt hat. Zum Glück gibt es versierte Fachleute wie Hans-Georg Maaßen, die diese Frage sofort beantworten können. Maaßen hat nicht nur als langjähriges CDU-Mitglied die rechte Sicht auf die Dinge, sondern hat natürlich überdies auch noch als ehemaliger Verfassungsschutzchef den ganz großen Durchblick. Daher weiß Maaßen dank unermüdlich im Kampf gegen alles Unrechte erworbenem Wissen auch angesichts des Ibiza-Videos, wo der Feind zu suchen ist. Denn „für viele linke und linksextreme Aktivisten“ rechtfertige der Kampf gegen rechts „jedes Mittel“. In der „Bild“-Zeitung fordert er daher als eine Schuld gegenüber Österreich, dass Deutschland unbedingt an der Aufklärung „der Hintergründe“ für die Entstehung des Videos arbeiten müsse. Der Mann braucht keine halluzinative Droge.

Ersetzt Klöckner bald Steinmeier?

Der einstige – vor gut sechzig Jahren – Landwirtschaftsminister Heinrich Lübke war an sich schon keine Leuchte, was immer mal wieder für Heiterkeit sorgte 1, und litt zudem unter fortschreitender Zerebralsklerose. Da dies selbst in seiner Partei, der CDU, einigen aufgefallen war, suchte man nach einer Lösung. Aufgrund seiner weißen Haare hatte er das Aussehen eines würdigen Greises und schien daher für ein repräsentatives Amt geeignet. Und schwupps hatte man ihn zum Bundespräsidenten befördert.
Werden wir bald eine Julia Klöckner, zwar nicht weißhaarig, aber als ehemalige Weinkönigin (!) immerhin von reizendem Äußeren, als Bundespräsidentin erhalten?

Kälber

Es tut schlau, aber …

Hinter der Trommel her
Trotten die Kälber
Das Fell für die Trommel
Liefern sie selber.
Der Schlächter ruft: Die Augen fest geschlossen
Das Kalb marschiert.

Ach, Gott!

Gesegnet sei, durch den die Welt entstund. Wie trefflich schuf er sie nach allen Seiten!
Aber
alles hat seine Stunde. Für jedes Geschehen unter dem Himmel gibt es eine bestimmte Zeit: eine Zeit zum Töten / und eine Zeit zum Heilen, / eine Zeit zum Niederreißen/ eine Zeit zum Behalten / und eine Zeit zum Wegwerfen,/eine Zeit zum Lieben / und eine Zeit zum Hassen, / eine Zeit für den Krieg / und eine Zeit für den Frieden.
Und jetzt strecken sie ihre Arme gen Himmel und rufen: Barnabas!
Und sie brüllen voll der Verzweiflung zu den Höllenfürsten:
Vergiftet uns! Zerstört unsere Böden und die Insekten, indem ihr zur kurzfristigen Ertragssteigerung Gift auf Äcker und in Ställe sprüht. Dank sei euch. Zerstört die Erde, fördert den Klimawandel, indem ihr im Konkurrenzkampf um die niedrigsten Produktionskosten euch weigert, auf klimaschonende, umweltfreundliche Produktionsformen umzustellen. Was schert uns das Leid der Menschen, Hunger und Krankheit, Armut, Arbeitslosigkeit, wenn nur die Götter der Wirtschaft das Geld ihrer Aktionäre vermehren können und der eine oder andere Sperling seinen Tropfen der köstlichen Pferdepisse davontragen kann 1. Hosianna, lobpreiset all den heiligen Krieg der Reichen gegen den Rest der Welt, den köstlichen Sieg, an dem wir mit feuchten Augen freudig Anteil nehmen. 2
Es ist nicht die Zeit zum Heilen, es ist die Zeit zum Wegwerfen, es ist die Zeit zum Hassen. Nicht Brüder seid ihr, nein, Todfeinde mit schrecklichen Fratzen. Schlagt drauf! Los geht’s! Und immer weiter. Und wenn er am Boden liegt, dann tretet zu, bis der Boden sich blutig färbt!

 

Was ist?

Da stehen sie, Deutsche, Franzosen Italiener, Nordamerikaner, Südamerikaner usw. mit aufgerissenen Mäulern. Ein starkes, aber dumpfes Gefühl sagt ihnen: Irgendetwas läuft schief. Aber was?
Und wer sagt es ihnen, wenn sie zu träge sind, es selbst zu finden? Ein Pilawa etwa oder Lanz, ein Meyer-Burckhardt oder eine Schöneberger, ein di Lorenzo oder ein anderer Schönling, vielleicht von ntv, ein Söder oder eine Krampf-Knarrenbauer?
Unfassbares geschieht: In ihrer Ratlosigkeit und unendlichen Dummheit feiern sie die, von denen sie wissen müssten, dass sie ihnen nicht wohl wollen, und wählen die Fahnenträger des rücksichtslosen Kapitalismus bzw. Faschismus, Orban und Kaczyński, Le Pen und Farage, Salvini, Bolsonaro, und Meuthen, Gauland und Lindner, FPÖ und FDP usw. usw. usw. und immer mehr und überall.
Und da kann der Strache in Österreich allen zeigen, wie ordinär und korrupt er ist. Das schadet doch nicht. 3

Schön dumm!

Wie kann es sein? Wie ist es möglich? Wer hat diese massenhafte, selbstzerstörerische Verblendung geschaffen?
Sie sind dumm. Ja.
Aber wurden sie so hoffnungslos dumm geboren? Jemand hat sie dumm gemacht.
Sie sind verblendet. Ja. Aber jemand blendet sie. Wer?
Alle wissen es oder müssten es wissen. Es sind die Dollars, die Euros.
Man kauft Meinungen und dann schafft man sie ab.
Brecht schrieb über die „Fünf Schwierigkeiten beim Schreiben der Wahrheit“ im Faschismus, als die Regierenden eine freie Presse verboten hatten. Heute ist sie nicht verboten; aber sie scheint nicht zu existieren. Orban hat die freie Presse kaufen lassen. dann in seiner „illiberalen Demokratie“ abgeschafft. So geht es überall. Robert Mercer, die Brüder Koch in den USA, Belusconi in Italien usw. – wo gibt es noch eine Presse von Gewicht, die nicht hinter dem Feigenblatt „bürgerliche Mitte“ den vorgegebenen rechten Mainstream verzapft? 4
Im Zusammenhang mit der Strache-Affäre schreibt die „Süddeutsche Zeitung“ über die „Kronen Zeitung“: „Die Gunst der
Krone war schon immer ein Schlüssel zur politischen Macht in Österreich, man kann sagen: Die Krone hat Kanzler gekürt und Kanzler gestürzt.“ Man kennt das von der BILD. Und der Strache selbst schwadroniert: Hätten wir die absolute Mehrheit, könnten wir es wie der Orban aufbauen: „Wir wollen eine Medienlandschaft ähnlich wie der Orban machen.“
Ein paar Journalisten würde er „pushen“; andere müssten „abserviert“ werden, ein paar neue geholt. Journalisten seien sowieso „die größten Huren auf dem Planeten“.
Und wenn du dann noch einen TV-Sender in die Finger bekommst, „bestimmst du alles“. Den muss man privatisieren. „Wir könnten uns sogar vorstellen, den ORF völlig auf neue Beine zu stellen.“
Dann wär’s soweit.
Fürchtet euch!