Flügel oder Keule?

Freude, schöner Götterfunken,
Alle Menschen werden Brüder,
Wo dein sanfter Flügel weilt.

Alle Menschen?

Freudetrunken

Am Sylvesterabend kann schon mal so ein sanfter Flügel bei den Seehofers, Schäubles usw. weilen, wenn sie „freudetrunken“ vom fein perlenden Trunk der Witwe Clicquot, Beethovens „Neunter“ lauschend, über den schillernden Wolken zu schweben vermeinen. Aber das mit der Brüderlichkeit darf natürlich nicht zu weit gehen: Wenn nämlich der Flügel zur Keule wird und man geschubst und gestoßen werden sollte, gezwungen zum Anblick der 1400 im Mittelmeer ertrunkenen Leichen und der unzähligen toten Männer, Frauen und Kinder aus Afrika, die auf ihrer Flucht vor dem Elend gar nicht erst auf die Boote gekommen sind, weil sie schon auf dem Weg zur Küste in der Wüste umgekommen sind, dann muss der Spaß mal ein Ende haben, und Brüder und Schwestern müssen wieder zu bedrohlich dunklen Fremden werden.

Nüchtern

Mal nüchtern betrachtet: Man darf den Brüdern nicht helfen. Denn man braucht möglichst viele tote Frauen, Männer und Kinder und möglichst viele Bilder davon – für die Afrikaner. Damit möglichst viele Flüchtlinge erkennen, wie hoffnungslos nicht nur ihr alltägliches Elend, sondern auch ihre Flucht vor dem Elend ist. Damit sie da bleiben, wo nicht einmal der Pfeffer für sie wächst.
„Etwas Besseres als den Tod findest du überall“, sagte der Esel. So ein Esel!
Die Armen haben eben Pech gehabt: Warum mussten sie auch ausgerechnet in Afrika auf die Welt kommen!
Was sich die wenigsten klar machen: Wie alle Menschen haben übrigens auch Menschen aus Afrika nur dieses eine Leben.

Scheuer und Abe verlangen Friedensnobelpreis für Trump

Öffentlich ertrug Trump die Schmach meist mit großer Gelassenheit. Aber allein im Oval Office floss schon die eine oder andere Träne. Und aufgrund der üblichen Indiskretionen aus den Kreisen enger Vertrauter erfuhr man sogar von regelmäßigen morgendlichen Wutausbrüchen, die nicht nur den Haussegen, sondern angeblich sogar Trumps Haare schief hängen ließen: „Warum hat dieser schwarzhäutige, kurzhaarig dürre Obama“, brüllt er dann, „schon nach kurzer Amtszeit einen Friedensnobelpreis bekommen, aber ich immer noch keinen?“

Obama hatte ihn nach 15 Sekunden

Trump hat schließlich auch öffentlich auf einer Pressekonferenz erklärt, er verdiene für seine Bemühungen um Nordkorea und Syrien den Friedensnobelpreis. Empört rief er zudem: „Sie haben ihn Obama gegeben. Er wusste noch nicht einmal wofür. Er war gerade 15 Sekunden da und hat den Nobelpreis bekommen.“ ((http://www.spiegel.de/politik/ausland/donald-trump-shinzo-abe-soll-us-praesident-fuer-friedensnobelpreis-vorgeschlagen-haben-a-1253659.html)) Und traurig fügte er hinzu: „Ich werde ihn wohl nie bekommen.“ ((ebd.))

Abe will Gerechtigkeit

Aber als großer Diplomat wandte er sich bzw. ließ er seine „Regierungskreise“ sich wenden an den japanischen Ministerpräsident Abe, der ihn auf dessen bzw. deren Bitte hin tatsächlich prompt für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen hat und Trump anschließend sogleich eine wunderschöne Kopie des fünf(!)seitigen Nominierungsschreibens, ja sogar die „allerschönste Kopie“ (Trump) zukommen ließ, wie man von Trump auf einer Pressekonferenz erfuhr. Trump hat dem zunächst wohl etwas ratlosen Abe dafür sicher auch einige Tipps zur Begründung seines Vorschlags gegeben: Dank seiner raffinierten Politik gegenüber Syrien (Bomben) und Nordkorea (langer Händedruck) habe den Friedensnobelpreis nämlich niemand mehr verdient als Trump. Trump hat Abe als Fürsprecher auserwählt, weil Abe Trump besonders dankbar sein muss; schließlich hat Trump ja die Nordkoreaner dazu gebracht habe, keine Raketen mehr über Japan abzufeuern. „Das habe ich gemacht“, sagte Trump stolz ((ebd.)).

Es geht nicht um Fahrzeugexporte in die Staaten

Abe war so willfährig nicht etwa, um Trump milde zu stimmen in Hinblick auf die Exporte japanischer Fahrzeuge in die Staaten, sondern weil der kleine Japaner nicht anders kann als den großen Politiker mit der blonden Mähne fast sklavisch zu verehren.
Ob das auch für Bundesverkehrtminister Scheuer zutrifft? Jedenfalls hat er sich sofort dem Vorschlag Abes angeschlossen und Trump schnurstracks die zehn(!)seitige, extrem wortreiche Begründung als Kopie von einer vor Trumps Herrschaft nie dagewesenen Schönheit (bunt bebildert mit vielen Sternen, Lilien und Löwen!) zukommen lassen..

Was weiß man?

„Es gibt aber auch in Deutschland einen Minister, über dessen komischen Gang wir sehr viel über ihn erfahren können. Heiko Maas! Er nimmt sich und sein hohes Außenministeramt sehr ernst. Er kommt irgendwo von hinten nach vorne, geht entschlossen auf die Kamera zu und wirkt dabei wie ein Erstkommunikant, der seine Kerze vergessen hat und das nun überspielen muss“, schreibt der Kabarettist Bruno Jonas über unseren Außenminister. ((https://www.sueddeutsche.de/politik/gastbeitrag-das-komische-in-der-politik-1.4270292))
Von Heiko Maas wissen wir, dass er im Einklang mit einer Mehrzahl konservativer europäischer Außenminister – aber vor allem mit Trump, L. Donald – Im Namen der BRD dem Präsidenten Venezuelas Maduro ein Ultimatum gestellt hat, wonach die Bundesrepublik einen gewissen Juan Guaido, der sich in Venezuela gerade selbst zum Präsidenten ernannt hat, als Präsidenten Venezuelas anerkennen würde, falls Präsident Maduro nicht bis zum vergangenen Sonntag vorgezogene Präsidentenwahlen durchführen lasse. Wird man ihn dafür wohl auch loben? ((Laut den beiden Juraprofessoren Kai Ambos und Christph Vedder – Süddeutsche Zeitung 8.2.19 – ist eine Anerkennung Guaidos übrigens eine völkerrechtswirdig Einmischung in die inneren Angelegenheiten Venezuelas, auch wenn Maduro ein „fürcherterlicher Mann“ sei.)) Weiterlesen

Es lebe der freie Wettbewerb!

Wenn du spielen willst, um zu gewinnen, musst du natürlich etwas einsetzen.Wenn du nicht Warren Buffet heißt, sondern nur Eberhard Graf, dann kann es sein, dass dir am Ende nur die Kugel bleibt oder dass du verarmt und in Ermanglung einer Kugel lemminglike in die Abgrundtiefe springen musst. Gegen ein solches Schicksal ist aber nicht nur ein Eberhard Graf, sondern auch ein Graf Eberhard Herr von Ranzkas-Quakenbrück bei entsprechender Spielsucht nicht gefeit.
Ach? Erzähl doch nichts!
Doch!
Einst stand auf einem Hügel inmitten einer wunderschönen grünen Wiese ein goldenes Kalb. Hans Erich war ein großer Freund von goldenen Kälbern; darum verkaufte er sein silbernes Besteck und kaufte Futter der Marke „Super Food for Happy Calves“, das er dem Kalb vor die Füße warf, um es ihm gewogen zu machen. Nun hätte aber auch sein Nachbar von gegenüber, der Wilfried, zu gern ein goldenes Kalb besessen, darum verkaufte der Wilfried seine goldene Uhr und kaufte delikates Goldenes-Kalb-Extra-Spezial-Futter, das er dem Kalb mit liebevollen Blicken vor das gierig triefende Maul warf. Das Kalb war entzückt und kaute und wiederkäute das Futter mit andachtsvollem Kälberblick. Nun kommt Karl-Heinz ins Spiel. Weiterlesen