Wer weiß, wer weiß …?

Wissen Sie, was?
Was weiß ich!!!
Ich weiß nicht, was ich nicht erfahre.
Ich weiß, ich weiß!
Man kann nie wissen!
Ach, was?!

Hammer

Wenn man die richtige Einstellung hat, weiß man, dass es immer nur darum geht, Hammer oder Amboss zu sein, auf der richtigen Seite zu stehen bei der Verteilung des Reichtums, also auf der Seite der Guten, der Tüchtigen, z.B. auf der Seite der 6,84 Billionen US-Dollar von Blackrock, also auf der Seite von Friedrich Merz, der sich ehrlich Sorgen macht um uns, um unser Ansehen in der Welt (Hast du was, bist du was!), und auf der Seite von Christian Lindner, der sich als Liberaler einsetzt für die Freiheit der SUV-Fahrer und für die Freiheit des Verzichts statt staatlicher Zwangsbesteuerung und der auf der Seite der Erfolgreichen den Sozialneid der Erfolglosen bekämpft – dann weiß man, dass auf der anderen Seite Jammerlappen wie Greta Thunberg („Das Mädchen ist krank.“ Friedr. Merz) stehen oder Träumer, die von Wirtschaft nichts verstehen und den krassen Unterschied zwischen Reich und Arm nicht mit angemessener Gelassenheit ertragen wollen. Und wenn man dann auch noch die richtigen Informationsquellen hat, dann wird einem so manches klar, z.B. die Ereignisse in Bolivien.

Hilfe, Indianer!

Dieser Indianer, Evo Morales, ist ein Heide – eine wahre Christin, die Übergangspräsidentin Jeanine Áñez, ist daher endlich – hosianna! – mit der Bibel in den Senat „einmarschiert“ (Die Welt) 1, nachdem sie und ihre bewaffneten Freunde aus der kultivierten Oberschicht den Indianer daraus vertrieben hatten, und Luis Fernando Camacho legte im Regierungspalast eine Bibel auf den Boden und kniete sich zum Dankesgebet „an den Herrgott“ nieder.


War das schön! Schön zu wissen!
Aber natürlich marschiert dieser primitive Indianer überhaupt nicht mit einer Bibel unter dem Arm und legt keine Bibeln auf Böden, sondern steckt voller Vorurteile gegenüber der zivilisierten Welt, also Nationen wie den USA. Mit einem antiamerikanischen Wahlkampf war er an die Macht gekommen („Bolivianer, ihr entscheidet: Wer regiert, Rocha <=amerikan. Botschafter> oder die Stimme des Volkes?“), nachdem die USA mit dem Entzug der Entwicklungshilfe und einer Wirtschaftsblockade gedroht hatten, weil er die Verstaatlichung der Erdgasförderung angekündigt und dann auch tatsächlich dreist durchgeführt hatte. Leider hatte er die Wahl mit 64% der Stimmen gewonnen. Die zivilisierte Welt, also Weltbank und IWF, waren selbstverständlich empört und forderten bis 50% Abgaben der Fördergewinne. Statt dessen brachte Morales rücksichtslos, d.h. ohne Rücksicht auf die Interessen des Großkapitals, die bolivianische Wirtschaft voran, erhöhte die Staatseinnahmen, verminderte die Staatsschulden und ließ die Bevölkerung statt nur die Oberschicht von den Einnahmen profitieren. Dass er sich damit viele Feinde machen würde, hätte er sich eigentlich denken können. Hat er wohl auch: Er hatte wiederholt angeprangert, dass die politische und zivile Opposition dabei seien, mit Unterstützung von außen einen Putsch gegen ihn durchzuführen.

Warum Wahlen?!

In seinem Übermut hat er dann auch noch 2018 beim Verfassungsgericht erreicht, dass es den Artikel aufhob, der ihm eine Wiederwahl verwehrte. Das war vom Verfassungsgericht nicht nett gegenüber seinen Feinden. Jeder von den USA geförderte südamerikanische Autokrat hätte das Verfassungsgericht einfach abgeschafft.
Dass er auch bei den Wahlen im Oktober 2019 einen großen Vorsprung hatte, war schlimm genug. Zudem aber meinten seine Gegner, dass er nicht wirklich die ganzen 10% (46 zu 36%) mehr an Stimmen erhalten hatte, die eine Stichwahl unnötig machten. Es hatte sich bei der Auszählung der Trend zugunsten von Morales umgekehrt. Die Erklärung, es habe möglicherweise daran gelegen, dass die Ergebnisse ländlichen Gebiete, in denen Morales immer klar dominiert hatte, erst später eintrafen als die z.B. aus Santa Cruz, der einzigen Region, in der traditionell sein Gegenspieler vorne lag, muss als völlig absurd verworfen werden. Als Angehöriger der primitiven Ureinwohner hatte Morales natürlich keinen Durchblick und macht den dummen Fehler, die Rechtmäßigkeit des Ergebnisses überprüfen zu lassen, und zwar ausgerechnet von der in Washington ansässigen, konservativen Organisation der Amerikanischen Staaten (OEA/OAS). „Die OAS durfte die Unterlagen der Wahlbehörde untersuchen und bekam Zugang zu allen Einrichtungen der Wahlbehörde.“ (tagesschau.de)

Jubel bei der OAS

Das hat die OAS sehr gefreut, und sie hat sich eifrig an die Arbeit gemacht. Sie sollte ihre Bewertung am am 13. November vorlegen, konnte sich aber angesichts der Umstände einfach nicht gegen einen übermächtigen inneren Drang wehren und musste  deshalb bereits am 10. November statt am vorgesehenen 13. November einen vorläufigen Bericht veröffentlichen, in dem sie die Annullierung der Präsidentschaftswahl vom 20. Oktober und die Abhaltung von Neuwahlen empfahl, und zwar weil sie “nicht garantieren” könne, dass die Wahl nicht manipuliert worden sei. Der Bericht bescheinigt Evo Morales den Wahlsieg, weist jedoch auf schwerwiegende Sicherheitsmängel bei Computern, „eine eindeutige Manipulation des Systems” des Obersten Wahlgerichts (TREP), ferner auf offizielle Berechnungen sowie auf von Hand vorgenommene physische Aufzeichnungen mit Änderungen und gefälschten Signaturen hin. Obwohl das Auditorenteam die verfügbaren Informationen und die über 250 Beschwerden im Zusammenhang mit den Wahlen vom 20. Oktober weiterhin verarbeiten werde, bevor es seine Empfehlungen im Abschlussbericht ausspricht, nennt die OAS, „die vorläufigen Ergebnisse überwältigend”.

Glückliche Zufälle

Bravo! Das war geschickt formuliert, weil der Vorwurf des Wahlbetrugs auf diese Weise zwar nicht wirklich bestätigt, aber nahe gelegt, jedenfalls nicht aus der Welt geschaffen worden war. Allerdings räumte die OAS ein, dass die Analyse in sehr kurzer Zeit erarbeitet wurde und somit keine vollständige Überprüfung möglich war (laut „amerika21“). Der detaillierte Bericht mit konkreten Ergebnissen werde „natürlich in Bälde noch veröffentlicht”. Gut, dass sie nicht noch die drei Tage bis zum offiziellen Berichterstattungstermin oder gar noch länger gewartet hat. Zumal gerade zufällig die Polizei von La Paz sich an diesem Samstag der am Freitag eingeleiteten Meuterei von Einheiten in Cochabamba, Sucre, Santa Cruz und Oruro angeschlossen hatte und vermummte und mit Maschinengewehren bewaffneten Meuterer im Hinterland zum Teil örtliche Regierungssitze überfallen hatten. Wer braucht da den abschließenden Bericht? Die OAS hatte genügend Druck erzeugt, dass Morales sofort eine Wiederholung der Wahlen angekündigt hat – was man natürlich nicht als Hinweis auf Unschuld betrachten darf, sondern unbedingt als Indiz für seine Schuld werten muss.

Absurde Vrerschwörungstheorien

Verschwörungstheoretiker reden nun wieder von einem lange vorher geplanten Putsch. Richtig ist, dass Polzeieinheiten Morales die Treue verweigert hatten, der nationale Polizeichef Vladimir Yuri Calderon offen seinen Rücktritt gefordert hatte (Focus 11.11.) und dass Armeechef Williams Kaliman Morales zum Rücktritt aufgerufen hat. Er ist ja auch dann schleunigst zurückgetreten. Richtig ist auch, dass der neue Innenminister eine Liste mit Namen “subversiver” Politiker veröffentlichen will, damit diese ,festgenommen’ werden können. Auch hat er bei seinem Amtsantritt verkündet, seinen Vorgänger “jagen” zu wollen. (Süddeutsche Zeitung 19.11.19) Wenn schon nicht “law”, “order” muss sein. Da darf man dann auch großzügig ein Dekret erlassen, dass die Einsatzkräfte der Armee von jeder zukünftigen Strafverfolgung ausnimmt, denn das Dekret dient dem “sozialen Frieden”.

Feiger Indianer

Aber musste Morales deshalb gleich die Flucht ergreifen? Hatte er etwa ein schlechtes Gewissen? Klar, es war nicht mehr ganz ungefährlich für ihn und seine Indianerhorden. In sozialen Netzwerken beklagten vor allem Angehörige der nun gestürzten Bewegung zum Sozialismus (MAS) Angriffe auf ihre Privathäuser. Víctor Borda, der MAS-Präsident des Abgeordnetenhauses, trat von allen Posten zurück und legte sein Mandat nieder, nachdem sein Haus angezündet und sein Bruder von oppositionellen „Zivilkomitees” entführt wurde. Und Morales bat ausdrücklich darum, Angriffe auf Privathäuser einzustellen. Zuvor war auch das Haus seiner Schwester Esther in Brand gesteckt worden. Während der Landung auf dem Flughafen Chimoré – im zentralbolivianischen Cochabamba – soll Morales von einem Militär mit Verbindungen zum Geheimdienst erfahren haben, dass den Uniformierten von nicht näher genannten Auftraggebern 50.000 Dollar für seine Ermordung und Auslieferung angeboten worden waren.

Wieder mal  werden die USA beschuldigt

Darf man aber deshalb von einem Putsch sprechen? Und was soll man davon halten, wenn einige Audio-Aufnahmen veröffentlicht wurden, die angeblich Details über die Verschwörung und die Teilnahme der USA an den Vorfällen in Bolivien enthüllen (Telesur). Die durchgesickerten von 16 Audio-Aufnahmen suggerieren eine Verschwörung zwischen den Oppositionsführern und bolivianischen Militärs, um destabilisierende Aktionen voranzutreiben, die zum Putsch gegen Evo Morales führen sollten. Der Plan konzentrierte sich angeblich darauf, dass, falls Evo Morales die Wahlen vom 20. Oktober gewinnen würde, man eine zivil-militärische Übergangsregierung installieren würde. Die neue Regierung würde behaupten, dass es Wahlbetrug gegeben habe und den den Wahlsieg von Evo Morales nicht anerkennen. Eine Trennung und Spaltung der bolivianischen Armee und der Polizei sollte diese Kräfte zu einer Erhebung gegen Morales treiben, so dass ein Klima von Chaos und Destabilisierung entstünde. Angeblich zeigen die Aufnahmen auch die Einmischung der USA und die Benutzung der im Land akkreditierten Botschaften und der Evangelikalen Kirche, um Ressourcen für die Durchführung der Operation ins Land zu schleusen. Darin verwickelt seien die US-Senatoren Ted Cruz, Marco Rubio und Bob Menéndez und die wichtigsten bolivianischen politischen Agenten, die ihren Wohnsitz in den USA haben: Gonzalo Sánchez de Lozada, Manfred Reyes Villa, Mario Cossio und Carlos Sánchez Berzain, koordiniert mit den Führern der oppositionellen Gesellschaft Coordinadora Nacional Militar, die aus Ex-Offizieren der Armee besteht, darunter General Rumberto Siles und die Oberste Julius Maldonado, Oscar Pacello und Carlos Calderón.
Ach, das ist ganz sicher wieder nur so eine Verschwörungstheorie, den sich irgendwelche  Jammerlappen (Nachdenkseiten) ausgedacht haben. Man wird wohl nie Genaueres wissen. Aber dass Bolsonaro und Trump den Putsch offiziell begrüßt haben, steht fest, und dass sie sich sehr gefreut haben, ist wirklich nur allzu verständlich. Man weiß, sie stehen auf der richtigen Seite.


 

Racingteam

„Wir werden die anderen vor uns hertreiben“, drohte der Gauleiter vom Gauland. Und Beatrix Amelie Ehrengard Eilika von Storch, geborene Herzogin von Oldenburg, gab durch lautes Kreischen ihre Zustimmung zu erkennen.
„Oh, ja“, riefen darauf begeistert der Horst und der Söderl. „Ein Wettrennen, dös wiad a Gaudi. Oh, ja!“
Die beiden wohnen in einem Land mit vielen tiefen Tälern, in denen die Menschen vor lauter Watzmännern meist nur ein kleines Zipferl vom Himmel sehen. Und weil es eher düster ist, schlagen sie sich auf ihre Hinterteile und schreien laut dazu und stellen viele Marterln, Feldkreuze und an Wegränder und und hängen Kreuze in Amtsstuben, angeblich weil sie glauben, dass der Gottessohn für sie gestorben wäre, woraus sie eine Menge Hoffnung schöpfen. Sie selbst wollen aber um keinen Preis sterben oder Ähnliches. Sie halten vielmehr den Heiligen Martin für total bescheuert, weil der seinen Mantel geteilt und die eine Hälfte einem frierenden Habenichts, womöglich gar einem dunkelhäutigen, gegeben haben soll. Oh, welch ein Tor, denn erstens hat er ja seinen Mantel, der sicher nicht ganz billig war, zerstört, und zweitens konnte er sich dadurch womöglich einen deftigen Schnupfen holen. Das verbietet einem jeder gesunde Egoismus, da kann der Franziskus, der in seinem Palast in Rom lebt, noch soviel heiliges Zeug reden, der damische Uhu.
„Rechts von uns darf es keine andere Partei geben“, hatte einst der feiste Metzgerssohn Franz-Josef gesagt, nach dem sie dann einen Flughafen benannt haben, weil sie meinten, dass er immer so schön Hochfliegendes von sich gegeben habe, wonach sie sich in den tiefen Tälern von ganzer Seele sehnten.
Nun gibt es aber die Partei vom Gauleiter, die ist zwar „demokratisch legitimiert“, aber stinkt trotzdem nach brauner Fäkalie.
„Der will uns vor sich hertreiben? Hoho, das lassen wir nicht zu. Wir sind schnell wie Kruppstahl, nein, wie Windhunde und rennen ieinfach immer neben ihnen her, so dass sie uns gar nimmer nicht überholen können. Hihi, des soll sie damisch ärgern!“ So riefen der Horst und der Söderl im Chor und rasten los wie eine Horde bayrischer Rindviecher.
Aber irgendwann waren der Seehofer und der Söder ganz außer Atem und konnten nicht mehr, und da hat der Seehofer Horst gesagt: Ein zweiter Platz beim Rennen ist auch nicht schlecht.
Und da ist doch einigen glatt ihr Schnupftabak in der Nase stecken geblieben, und nun rinnt ihnen das Wasser aus Augen und Nase.

Wer von euch ohne Sünde ist …

Es war – man weiß es von Trump – ein „wunderbares Telefonat“ mit dem ukrainischen Präsidenten. Wie mag es ausgegangen sein? Ob der unerfahrene Wolodymyr Oleksandrowytsch Selenskyj, der in der Ukraine mit der Korruption aufräumen will, Trump gegen dessen Konkurrenten Joe Biden zu helfen bereit war – gegen entsprechende pekuniäre Gegenleistung? Ach, man weiß es leider nicht. Gewiss hat ihn Trump auch moralisch unter Druck gesetzt, denn er hat Trump, als er in der Normandie kämpfte, genausowenig geholfen wie die deutsche Wehrmacht oder gar die Kurden. Soll man Selenskyj damit entschuldigen, dass er (Jahrgang 1978) wie einige unschuldig tuende Kurden die ,Gnade der späten Geburt’ für sich beanspruchen kann? Trump ist da allerdings sehr, sehr streng.

Der Drescher

Die Bäurin, die Mägde, sie dürfen nicht ruhn. Herr Merzen, der Bauer, er mäht das Getreide, dann drischt er es aus.
„Es fällt auf, dass die Bundesregierung eine Umverteilung betreibt, die grob zusammen gefasst drei Grundsätzen folgt: Bedürftige sollen sich beschränken. Superreiche und Konzerne werden verschont. Die Mittelklasse verteilt das Gros der Steuereinnahmen unter sich nach dem Motto: wer selbst zahlt, soll auch etwas herauskriegen.“ Cerstin Gammelin (SZ 16.3.18)
Ist das nicht schon die reine Sozialdemokratie? Das ist- so sagt der Dreschflegel –  jedenfalls grottenschlecht. Und es heißt gegensteuern, damit die CDU wieder ein rechtes Profil bekommt.

Lieber Friedrich Merz!
Dass du dir laut FAZ ein Ministeramt zutraust („Ich traue mir ein Ministeramt zu.“), daran haben wir keine Sekunde gezweifelt. Du traust dir sicher noch viel viel mehr zu: Kanzler, König, Kaiser Papst.. Auch wir trauen dir alles zu, aber wirklich alles. Aber dein ,Angebot’, „wirklich mit ganzer Kraft in die Politik zu gehen“ und dafür doch tatsächlich deine bisherige berufliche Tätigkeit aufzugeben, solltest du dir noch einmal gut überlegen. Ist es nicht etwas vorschnell, dass du so selbstlos im Dienste der Gemeinschaft auf deine Mittelschicht-Millioneneinkünfte zu verzichten bereit bist, die du aufgrund deiner außerordentlichen intellektuellen Fähigkeiten, deines unglaublichen Fleißes und ein wenig natürlich auch wegen deiner guten Beziehungen zu den führenden Kräften in der Regierung erhalten hast? Ach was, du meinst voller Gottvertrauen, dass Blackrock und die anderen Wirtschaftsunternehmen, für die du tätig warst, dich weiterhin finanziell unterstützen und dafür sorgen werden, dass deine Entscheidung dich nicht plötzlich zwingt, bei der “Tafel” für dein Essen anzustehen, weil sich ja dein Einfluss auf die Entscheidungen der Regierung noch steigern würde und du endlich „an geeigneter Stelle“ dafür sorgen könntest, dass noch mehr „wirtschaftsliberale Inhalte“ eingebracht werden?
Klare Kante! Im Kampf um Stimmen verstehst du es, deutliche Positionen zu formulieren, denn das „Profil“ der CDU ist, wie du sagst, „unscharf“ geworden (WamS 2.12.18), sie erreiche nicht mehr die „ganze Bandbreite derer, die wir brauchen, um wieder eine große breit aufgestellte Volkspartei zu werden“. „Wir brauchen wieder Spannweite und müssen den Charakter als Volkspartei wiederentdecken.“ Jawohl, Profil durch möglichst große Weite, Klarheit durch Verschwommenheit! Das ist nicht nur ein wundervolles Programm, es ist auch herrliche Poesie!
Wie man weiß, dankt es dir der Wähler. Also weiter so!
Dein Wolfgang

Mike Mohring, unglaublich tapfer

Dass Linke zutiefst verdorbene Fanatiker sind, die der bürgerlichen Mitte – und das sind wir bekanntlich alle außer den Linken – das Messer an den Hals setzen wollen, weiß man. Darum darf nab ja auch diesen Verschwörern gegen den Kapitalismus nicht das kleinste Fingerchen reichen, weil sie das Fingerchen – schwupps! mammpf! – mit allem, und zwar wirklich mit allem, was da noch dranhängt, einschließlich dem Nagel des großen Zehs, restlos wegfressen, sich die rote Currysoße aus der Visage wischen und dann auch noch schrecklich rülpsen. Wenn man also irgendwo einen oder eine dieser Linken sieht oder riecht, heißt es die Beine in die Hand nehmen und wegrennen, wegreiten, wegfahren, wegschwimmen, wegfliegen – egal, aber weg, weg, weg!!!
Was mag nur in Mike Mohring den CDU-Vorsitzenden in Thüringen gefahren sein. Er war mit dem linken Ministerpräsidenten Bodo Ramelow wandern. Und – jetzt kommt der absolute Schocker! –  der skrupellos indiskrete Ramelow hat es tatsächlich erwähnt – im Wahlkampf! Ach je! Da musste der arme Mohring schnell beteuern, dass es ja nur ein einziges Mal gewesen sei, und zwar als nett gemeintes Geburtstagsgeschenk.
Aber nun wartet allerdings die ganze Welt auf Mohrings Erklärung, mit welchen übernatürlichen Kräften es ihm gelungen ist, eine solche räumliche Nähe anscheinend unversehrt zu überleben.