Gescheit

Claus Hulverscheidt vom Wirtschaftsflügel der SZ nennt es „Selbstkasteiung“ (Süddeutsche Zeitung 26.6.19) , wenn in den USA 19 Multimillionäre die Einführung von Steuern auf Spitzenvermögen fordern, während diese selbst die Steuer als notwendigen Beitrag zu mehr politischer und sozialer Stabilität sehen.

Rechts so! So Recht!

Der Begriff Rechtsstaat hat eine neue Bedeutung, seit Attac nach dem Urteil des Bundesfinanzhofs auf Antrag des Bundesfinanzministeriums nicht mehr gemeinnützig ist. Attac sei, so begründete es der Unterabteilungsleiter in Schäubles Finanzministerium Rolf Möhlenbrock, zu politisch engagiert, seine Positionen seien „näher der Parteipolitik der Opposition als der Regierungsparteien“. Und so begründet auch der Präsident des Bundesfinanzhof Mellinghoff das Urteil gegen Attac.
Beide gehören – wir wissen es nicht erst seit der “Anstalt” im ZDF – dem Vorstand des Instituts Finanzen und Steuern an, das sich im Gegensatz zu Attac für die Senkung der Unternehmenssteuern einsetzt und sich offen zum Ziel setzt, die politischen Mehrheitsverhältnisse zu einer Gesetzgebung in diesem Sinne zu bewegen. Natürlich überwiegen in seinen Veröffentlichungen wirtschaftsliberale Positionen wie von FDP und Wirtschaftsflügel der CDU/CSU. Natürlich ist das Institut gemeinnützig. Es ist natürlich rechts, nicht links, und wir leben nun mal in einem Rechtsstaat.

Wählergunst: CDU/NS?

Soll bzw. darf die CDU mit den Nazis koalieren? Die Frage hat sich nach 1945 dank Adenauer nicht gestellt. Die Partei schillerte schwarzbraun so wie das Volk der Deutschen. Und das Schwarze ist auch heute noch etwas angeschmutzt. Die stellvertretenden CDU Fraktionschefs von Sachsen-Anhalt, Ulrich Thomas und Lars-Jörn Zimmer, stellen in einer Denkschrift fest, dass CDU und AfD ähnliche Ziele haben. „Es muss wieder (!) gelingen, das Soziale mit dem Nationalen zu versöhnen.“ 1 Man braucht dann nur noch ein NS an das Christliche anzuhängen, CDU/NS, und schon hätte man den einen oder anderen Wähler der AfD für sich zurückgewonnen. Eine Umbenennung in Arbeiterpartei schließen die beiden aber aus; sie würde die CDU unglaubwürdig machen.

Peng

Zwischen Barbie und Sturmgewehr

Die kleine Annegret hat ihre Eltern schon früh in Erstaunen versetzt. Anfänglich hatten sie ihr immer wieder neue niedliche Puppen geschenkt, wenn den alten eine Hälfte des Kopfes, ein Bein oder Arm fehlte oder wenn der Stoff aus dem Bauch quoll. „Annegret, nun spiel doch endlich mal Mutter und Kind wie andere kleine Mädchen!“, schalten die Eltern ihre Tochter, doch die Antwort war nur ein „Peng! Duuuschsch! Splasch! Tot!“
Die Eltern konnten Annegret die Spritzpistole wegnehmen, die sie sich im Kiosk von ihrem Taschengeld gekauft hatte, die Waffe im Keller verstecken, ihr dafür Puppen in rosa Kleidchen schenken, die mit den langen Wimpern klimperten und Mama sagten – Annegret starrte sie nur feindselig an und bastelte sich, wenn sie knapp bei Kasse war, aus Zweigen und Band eine neue Knarre. Ob dieses zwanghafte Handeln durch den Namen Krampf-Knarrenbauer schicksalhaft vorgegeben war?
Vor allem aber fragen wir uns: Wird die Übernahme des Verteidigungsministeriums durch die “schneidige” 1 Flintenfrau ihr Heilung bringen, oder müssen wir uns vor dem Schlimmsten fürchten?

Undeutsch, pfui!

Markus Söder (siehe Foto) sagt, es sei ja „fast schon blamabel“, wenn bei der Wahl (der EU-Kommissionspräsidentin) überwiegend deutsche EU-Parlamentarier, nämlich von der SPD, gegen deutsche Bewerber aufgetreten seien, nämlich die wundervolle Frau von der Leyen 1. Angesichts dieses undeutschen Verhaltens möchte man Trump-gleich 2 („unamerican“!!!!) ausrufen: Geht doch wieder dahin zurück, wo ihr hergekommen seid („Go back where you came from!!!“), in eure jüdische Sssowjetttunion 3. Geht doch nach drüben, ihr Nestbeschmutzer! Das muss sich doch für jeden reinvölkischen Deutschen von selbst verstehen: Lieber zehn deutsche Gauland als ein Timmermans, der sich zwar anders als von der Leyen den Wählern als Kandidat bei den Wahlen zum EU-Parlament gestellt hat, aber eben zwar germanisch, nichtsdestoweniger als fremdvölkisch anzusehen ist oder so!