Kann man nichts machen!


Ach ja, der! Klar! Unglaublich staatsmännisch! Der zweite Flughafen, Franz-Josef Strauß, vermutlich auch. Die sind Kult.
Aber ich lese die “Süddeutsche” trotzdem – übrigens sogar trotz den einfältig rechten Hulverscheidt oder Klute sowie den klebrig zuckrigen Kulturdamen Dössel oder Vahabzadeh,usw. Was um Himmels willen soll man denn machen?!

Der Himmel lacht

Man muss den Fernseher ja nicht anschalten. Es gibt Menschen, die meiden ihn wie Teufelszeug, Aber wenn man nun mal einen im Wohnzimmer stehen hat und ihn dann auch tatsächlich einchaltet, sicherheitshalber nur die öffentlich rechtlichen Sender: Ach du heiliger Sebastian! Da grinst einen dann wahrscheinlich so ein Kai Pflaume an.
“Gibt es jemanden auf der ganzen Welt, der langweiliger, biederer ist als ich?” So fragt Kai Pflaume täglich das Spieglein an der Wand. Was das Spieglein antwortet, wissen wir nicht.
Mit Entsetzen sehen wir aber, wie Pflaume jedesmal puddingartig in begeistertes Schwabbeln gerät, sobald im seinem Ratespiel bei der „Masterfrage“ die gleiche geistlose Zwischenmusik erklingt. Ihn hält einfach nichts mehr: Schwabbeln!. Auch das armselige Publikum klatscht wie von Sinnen mit. Spieglein, wir fragen dich, was kann kann schlimmer sein? Ach ja, wenn Pflaume versucht witzig zu sein. Oh, Jammerf, Jammer, nichts als Jammerf!.
Wir wissen nicht, was das Spieglein antwortet, aber vermutlich hat es Pflaume gesagt: “Du, Pflaume, bist langweilig und bieder: ein wahres Nichts. Aber es gibt einen, der ist noch hundertmal nichtsiger als das Nichts. Er heißt Jörg Pilawa.”
Jürgen von Manger hat sich Adolf Tegtmeier ausgedacht, Gerd Dudenhöfer Heinz Becker, aber den Jörg Pilawa. den hat Julian Reichelt von der BILD-Zeitung erfunden.
Manchmal – das Spieglein an der Wand schüttelt sich dann so heftig, dass es herunterzufallen droht – treten die Pilawas und Pflaumen sogar zusammen auf, wobei – oh, schwarze Verzweiflung! – sich ihnen manchmal auch noch ein Hubertus Meyer-Burkhardt hinzugesellt.
Herrscht in der Welt denn nur noch Finsternis?
Doch da, ein Lichtschimmer … nein, ein Feuerwerk … Der Kuckuck von der Kuckucksuhr kuckuckt, kuckuckt, kuckuckt schrill und ohne Unterlass … !
Eine unendlich sanfte Hand streckt sich uns aus den Wolken entgegen: Engelsstimmen, Harfentöne!
Erlösung!
Freude, Freude, lauter Freude,
Wonne, Wonne, lauter Wonne,
Jubel, Jubel, lauter Jubel!
Denn höret allzuhauf:
Pi la wa krönt seine Existenz, er verlässt das öffentlich-rechtliche Fernsehen, zieht in seine wahre Heimat, ins Dumpfland hinter den Bergen zu den Zwergen von SAT1.
Alles Gute, Jörg. Fühl dich herzlichst geknuddelt – von deinen vielen Fans, besonders von deiner Schantalle, von Tante Amalie und allen Schwiegermüttern, aber auch herzlichst von allen Übelmeinenden, eben überhaupt von allen!

Werd’ ruhig poetisch, Olaf!

  
Da haben sich “Die drei von der Süddeutschen” aber wirklich was Schönes ausgedacht. Dichter, immer dichter. Dichteraus, Dichterin? Dichterin muss es schon sein – wegen zarter Empfindung und Quote. Von wegen: “Werd nicht poetisch, Ede!” (Panzerknacker:in) Im Gegenteil! Werd unbedingt poetisch! Es lebe die Phantasie! Hört die Querdenker raunen von Teufeln und Hexen. Und von der harmlos freundlichen Fee Alice Weidel, die einst in reizvoller Rüstung Erlösung bringt.

Politik poetisch.1 Das Plenarprotokoll der Bundestages fasst die Rede des Olaf Scholz in poetische Bilder und Verse. Einst war die Welt viel öder, sagt dann nicht nur der Söder. (Noch ‘n Gedicht!)
Und gebannt lauschen wir z.B. dem
Lob des – zauberhaft reinen  – Lauterbachs:
“Du hast so schöne Worte tief im Herzen,
Du weißt so wunderbare alte Weisen,
Und wie die Stern am Firmamente kreisen
Ziehn durch die Brust dir ewig Lust und Schmerzen.” (Eichendorff:in)

Oder ein Beispiel für ein etwas weniger persönliches Werk, das hingegen die Probleme des politischen Standorts bei SPD und Grünen zugleich poetisch und aufklärerisch nüchtern beschreibt:

lichtung
manche meinen
lechts und rinks
kann man nicht velwechsern
werch ein illtum
(
E. Jandl:in)

Für das Feuillleton

Wenn ich ein Vöglein1 wär2
und auch zwei3 Flügel4 hätt,
flög5 ich zu dir.
Weils aber nicht kann sein6,
bleib ich all hier.7

Bin ich gleich weit von dir,8 ,
bin ich doch im Traum bei dir 9
und red mit dir; 10
wenn ich erwachen tu, 11
bin ich allein.12

Es vergeht kein’ Stund in der Nacht, 13
da nicht mein Herz erwacht14
und an dich denkt,15
dass du mir viel tausendmal, 16
dein Herz geschenkt.17

 

Minnie, Micky und Markus

Können Sie sich vorstellen, dass jemand, der mit Vornamen Micky heißt, in einer seriösen Zeitung wie der „Süddeutschen“1 schreibt? Nein, eher wohl, dass er bei einem der RTLs mit Chris Tall unheimlich (!) witzig ist oder mit dem investigativen Mario Barth irgendwelche anscheinend todernst gemeinte Dummheiten verzapft. Aber vielleicht heißt er ja gar nicht Micky Beisenherz, auch nicht Michael Beisenherz, sondern vielleicht einfach nur Gaston Sauermilch – so wie der schauerliche Chris Tall eigentlich den lustigen Namen Christopher Nast trägt.
Ein Herzelein ist der Beisenherz aber tatsächlich. So sucht er seinen Freund, den ‘schönen’ („Deutschlands schönste Grillzange“) Markus Lanz mit seinem „glänzenden Anzug“, seinem offenbar ergiebig duftenden „Parfum“ („wie wohl Lanz’ Parfum heißt“?) und seinen Stirnfalten à la Hugh Grant zu pushen. Er kennt den Markus gut, „hockt“ oft in seiner Garderobe und bewundert dort seine „Stiefeletten“. Lanz hat zwar einst bei RTL „den letzten Quatsch wegmoderiert“, Beiträge, „in denen Nacktsängerinnen den Neustart auf Mallorca schaffen“, oder waren es – der Artikel widerspricht sich da – doch „Nacktschwimmerinnen“?


Aber dann sei „aus Markus Lanz Markus Lanz“ geworden, der jetzt, so behauptet unser Micky, die „oft interessanteste“ und „eigentlich immer unterhaltsamste politische Talkschau im deutschen Fernsehen“ moderiert. Wow. Nun muss an dieser Stelle allerdings gesagt werden: Der Micky ist des Markus’ Freund. Ihre Sendungen – Micky arbeitet bei n-tv und  (richtig geraten!)  RTL II – haben den gleichen Produzenten.
Unser Micky Beisenherz begründet sein enthusiastisches Urteil über Lanz damit, dass dieser seine politischen Talkgäste zerstöre („Laschet, der dort jüngst im Grunde zerstört wurde“). Das ist nun nicht unbedingt eine Tugend; man könnte sich auch vorstellen, dass sich in so einer Sendung Menschen argumentativ auseinandersetzen. Es ist nicht etwa einfach so, dass Micky ein solches Streitgespräch langweilig fände. Er behauptet ja vielmehr, Lanz entwickle das Gespräch „zum Kammerspiel“. Wie das aussieht, zeigt er dann tatsächlich an einem Beispiel:
„Herr Habeck. Sie waren eher dünnhäutig die letzten Male, als wir uns gesehen haben.“
„Nein.“
„Doch, jetzt auch wieder.“
„Nein.“
„Doch“
Da ist der Habeck natürlich auf subtile Art (“Kammerspiel”) politisch zerstört worden – dank Markus Lanz.
Unser sprachgewandter Micky erklärt dazu: „Es liegt nun in (!) der politischen Heimat des Betrachters (!), dass Lanz’ Fragetechnik (?) entweder als kritisches Nachhaken empfunden (!) wírd oder als unerträgliche Masche eines Konservativen aus den Bergen Südtirols. ,Nein.’ ,Doch.’ ,Nein.’ ,Doch.’ ,Es geht hier um Deutschland.’ ,Das ist jetzt billig!’ Und so weiter!“ Donnerwetter: Kammerspiel eben!
Wie kam dieser keine Blödheit scheuende Artikel in die „Süddeutsche“? Wird die Redaktion “Medien” vielleicht von einer Frau geführt, die Minnie heißt?
Kennen Sie eine andere Erklärung?