Das darf man nicht.

Es hat Ohren. Was ist dagegen zu sagen? Nichts! Sie gehören, verdammt noch mal, zur Ausstattung jedes Menschen. Es gehört sich nicht, das Schäuble einen … mit Ohren zu nennen. Solchen Unflat darf man nicht nicht einmal denken und schon gar nicht sagen oder schreiben. Solche Emotionen sind nicht zielführend. Wenn Schäuble und sein bayrischer Freund, dieser S… – nein, doch nicht schon wieder unflätig? – sich gegenüber der griechischen Regierung taub stellen, so darf man keineswegs zornig werden und sich im Ton vergreifen. Denn das wäre – man kann es nicht oft genug sagen – unanständig und schickt sich nicht. Zumal so ein Schäuble ja gar nicht anders kann und darf: Man muss die Syriza klein, ganz ganz klein kriegen. Sie darf nicht den geringsten Erfolg haben, man darf ihr um Himmels willen keinen Millimeter entgegen kommen. Sonst droht Ansteckungsgefahr, und zwar für das ganze System. Die in Südeuropa (Spaniens Podemos!) lauern schon! Und im Netz finden sich Aussagen wie diese: „As a European I’m beginning to wonder if we wouldn’t be better off keeping Greece and letting Germany go it’s own way.“[ref]von N. Ashton-Hart getwittert[/ref] Sie müssen eiligst einen Dämpfer erhalten. Oder sollen wir es darauf ankommen lassen und jetzt schon überall Panzer und Granaten einsetzen? Das Geld dafür hätten wir.

15. Februar, oh, schwarze Nacht der Wiedergänger!

Schwarz war die Nacht und dunkle Sterne brannten
Durch Wolkenschleier matt und bleich,
Die Flur durchstrich das Geisterreich,
Als feindlich sich die Parzen abwärts wandten.
Da sprach der Gram in banger Geisterstunde:
Du bist zu Qualen eingeweiht,
Ein Ziel des Schicksals Grausamkeit,
Die Bogen sind gespannt und jede Stunde
Schlägt grausam dir stets neue blutge Wunde.

Ach, ach, 7,4% für die FDP!

Gottlob, gut informiert

OLYMPUS DIGITAL CAMERA„Es steht unglaublich viel auf dem Spiel.“
„Die Chilenen geben nicht auf. Sie wollen auch ins Viertelfinale.“
„Es geht um den Einzug ins Viertelfinale.“
Der Trainer der Chilenen ist „obsessiv in dieser Angelegenheit“ (Angelegenheit = Spiel).
„Nun werden wir unweigerlich auf die Entscheidung zugehen.“
Nach einem Ausgleichstreffer: „Nun sind die Ausgangspositionen wieder total gleich.“
Rückstand der Chilenen: „Wie finden sie heraus aus diesem Dilemma?“ (Dilemma = Rückstand).
Spieler X „der natürlich besondere Freude gehabt hätte, zu treffen in seiner Heimatstadt.“
usw. usw. usw.
„Es ist sicher eine Frage der Geduld.“
Ganz sicher, Gerd Gottlob!
Noch eine Frage: Wie schafft man es, Fußballkommentator zu werden? Und wird es gut bezahlt?

Feinsinnige Betrachtung

Neulich der Arztbesuch – hat sich doch gelohnt! Im Wartezimmer der Radiologie, viele Kranke und ein geschäftiger, fröhlich summender Arzt! Welch eine Quelle der Inspiration! So wurde ein Zweizeiler geboren, kurz und prägnant! Auf prickelnde Weise unrein zwar der Reim, aber doch welche Klangfülle: Wie unsäglich zart verbinden sich die Liquide, das vom Asiaten gehasste r (immerhin satte 7% Häufigkeit im Deutschen), vereint mit dem leisen k (nur bescheidene 1,21%), und das vom Asiaten wie vom Deutschen geliebte Frikativ s (mit seinen satten 7,27%) zu einer bestürzend stimmigen Harmonie!

Hat der Arzt schön viele Kranke,
freut er sich mit lautem Sange!