Ach, wer wird denn so empfindlich sein!

Ja, sagt doch mal, sagt doch mal bloß! Da soll noch jemand klug daraus werden. Worum geht es denn überhaupt? Worum geht es denn – in der Ukraine?
Also, da waren die Amerikaner auf dem Maidan, die Politiker und die Großkonzerne, wie Exxon und Chevron. Naja.
Dann war da der gewählte Präsident Janukowitsch, der 200 Millionen € auf seine Konten in Liechtenstein usw. hinüberschaffte. Na gut.
Dann waren da die Oligarchen, wie Rinat Achmetow, der mit seinen Milliarden Janukowitsch und seine Parlamentarier – etwa 50 Abgeordnete sollen direkt auf seiner Gehaltsliste gestanden haben – seinen eigenen Wirtschaftsinteressen folgend an die Macht gebracht und gesteuert hat, gegen den in der Schweiz wegen Geldwäsche ermittelt wird und mit dem nun auch unser intellektueller Außenminister verhandelt bzw. verhandeln muss – um ihn für die Zentralregierung zu gewinnen, indem er ihm die Sicherung seiner Profite auch unter der neuen Regierung verspricht? Das ist eben Realpolitik.
Jedenfalls will Achmetow mit Janukowitsch vorerst nichts mehr zu tun haben, auch wenn er dann von seinem Bestechungsgeld nicht mehr profitieren kann. Er ist doch nicht blöd und hat die Zeichen der Zeit erkannt und daher seine Arbeiter zu spontanen Demonstrationen aufgefordert – nein, nicht gegen die Interessen seines Kapitals, sondern gegen die Separatisten. Und seine Arbeiter haben sich spontan auf den Weg gemacht. Das ist toll; denn die Separatisten sind ja nun auch wirklich nicht sympathisch! Angesichts dieser einhelligen Spontaneität fragt man sich trotzdem: Bedurfte es nur des Aufrufs, damit sie ihren wahren Gefühlen spontan nachgeben konnten? Oder hat Steinmeier die Arbeiter aufgeklärt? Oder hat sie Achmetows Kapital überzeugt? Er hat doch nicht etwa mit Entlassungen bei Nichtteilnahme gedroht?
Schön ist das alles ja vielleicht nicht. Und man fragt sich: Muss es denn immer nur ums Geld gehen? Aber man darf doch auch wieder nicht gleich so sensibel sein wie der Konstantin Wecker, dem darob „speiübel“ wurde.

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