Absurdes Drama in Berlin: Freiwillige Betrugsopfer

Der berüchtigt investigativen Abgrundkontrollstelle wurde der folgende Brief zugespielt, über dessen Adressaten allerdings leider nichts bekannt ist außer dem Vornamen.

Lieber Wolfgang,
es kann ja nicht ganz falsch sein, wenn es doch schon die Römer festgestellt haben: mundus vult decipi ergo decipiatur vincit qui patitur– zu deutsch: die Welt will betrogen sein, also nichts wie ran! Wir, die wir ja nicht ganz naiv sind, handeln entsprechend – nicht erst seit Konrad Adenauer. Und wenn, wie momentan nicht nur die Regierung oder das Schwabenländle, ja nicht nur Deutschland, sondern unser ganzes System bedroht wird, dann muss natürlich jedes Mittel recht sein. Denn auf keinen Fall darf Unruhe die schwäbische Hausfrau ergreifen und vom Kehren fernhalten; man darf ihr unter keinen Umständen verraten, was alle wissen, dass nämlich die Griechen die Schulden nie zurückzahlen können. Vielmehr heißt es, ihr weiterhin um jeden Preis einzureden, dass die faulen und betrügerischen Griechen – „Würden Sie bei so einem, der nicht mal eine Krawatte trägt, wie dem Tsipras einen Gebrauchtwagen kaufen?“ – ihre Schulden gefälligst auf Heller und Pfennig zurückzuzahlen haben, und dass sie, wenn sie es etwa nicht tun oder nicht können, aufs schwerste bestraft gehören. Auch wenn sie alle im Schuldturm verhungern, so geschieht es ihnen recht![dropdown_box]
Wir wissen: Es geht um alles. Machen wir so einer antikapitalistische eingestellten Regierung irgendwelche Zugeständnisse, bricht möglicherweise das ganze System zusammen. Deshalb können wir gar nicht anders, als den Herrn Häberle und die Frau Schäuble zu betrügen, und müssen die Griechen für die gute Sache, Privatisierungen, Abbau des sozialen Sicherungssystems, notfalls in den Abgrund stürzen, bis sie endlich zur Vernunft kommen und verzweifelt nach einem neuen Papadopoulos oder der alten Clique, den Freunden von Goldman-Sachs, schreien. Denen können bzw. müssen wir dann endlich das verdammte Geld in den Rachen schieben, damit sie die breite Zustimmung des Volkes erhalten und alles wieder seine Ordnung hat.
Eines müssen wir angesichts dieser historisch bedeutsamen Situation jedoch mit größter Dankbarkeit feststellen. Das alles wäre ja so gar nicht möglich gewesen ohne unseren Gabi, den Sigmar, der um alles in der Welt möchte, dass er durch seinen vertraulichen Umgang mit der Wirtschaft für alle, auch die FDP-Freunde, wählbar ist und er so womöglich sogar die 25% Zustimmung zur SPD bewahren kann. So sehen wir mit großer Freude, dass nicht nur unsere Freunde die BILD-Leser betrogen sein wollen, sondern auch diejenigen, die wir von nun an mit jedem Recht unsere Genossen nennen dürfen.
In Freundschaft
Dein Achaz Alban Freiherr von und zu Söder-Kotzau[/dropdown_box]

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