Scheuer und Abe verlangen Friedensnobelpreis für Trump

Öffentlich ertrug Trump die Schmach meist mit großer Gelassenheit. Aber allein im Oval Office floss schon die eine oder andere Träne. Und aufgrund der üblichen Indiskretionen aus den Kreisen enger Vertrauter erfuhr man sogar von regelmäßigen morgendlichen Wutausbrüchen, die nicht nur den Haussegen, sondern angeblich sogar Trumps Haare schief hängen ließen: „Warum hat dieser schwarzhäutige, kurzhaarig dürre Obama“, brüllt er dann, „schon nach kurzer Amtszeit einen Friedensnobelpreis bekommen, aber ich immer noch keinen?“

Obama hatte ihn nach 15 Sekunden

Trump hat schließlich auch öffentlich auf einer Pressekonferenz erklärt, er verdiene für seine Bemühungen um Nordkorea und Syrien den Friedensnobelpreis. Empört rief er zudem: „Sie haben ihn Obama gegeben. Er wusste noch nicht einmal wofür. Er war gerade 15 Sekunden da und hat den Nobelpreis bekommen.“1 Und traurig fügte er hinzu: „Ich werde ihn wohl nie bekommen.“2

Abe will Gerechtigkeit

Aber als großer Diplomat wandte er sich bzw. ließ er seine „Regierungskreise“ sich wenden an den japanischen Ministerpräsident Abe, der ihn auf dessen bzw. deren Bitte hin tatsächlich prompt für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen hat und Trump anschließend sogleich eine wunderschöne Kopie des fünf(!)seitigen Nominierungsschreibens, ja sogar die „allerschönste Kopie“ (Trump) zukommen ließ, wie man von Trump auf einer Pressekonferenz erfuhr. Trump hat dem zunächst wohl etwas ratlosen Abe dafür sicher auch einige Tipps zur Begründung seines Vorschlags gegeben: Dank seiner raffinierten Politik gegenüber Syrien (Bomben) und Nordkorea (langer Händedruck) habe den Friedensnobelpreis nämlich niemand mehr verdient als Trump. Trump hat Abe als Fürsprecher auserwählt, weil Abe Trump besonders dankbar sein muss; schließlich hat Trump ja die Nordkoreaner dazu gebracht habe, keine Raketen mehr über Japan abzufeuern. „Das habe ich gemacht“, sagte Trump stolz2.

Es geht nicht um Fahrzeugexporte in die Staaten

Abe war so willfährig nicht etwa, um Trump milde zu stimmen in Hinblick auf die Exporte japanischer Fahrzeuge in die Staaten, sondern weil der kleine Japaner nicht anders kann als den großen Politiker mit der blonden Mähne fast sklavisch zu verehren.
Ob das auch für Bundesverkehrtminister Scheuer zutrifft? Jedenfalls hat er sich sofort dem Vorschlag Abes angeschlossen und Trump schnurstracks die zehn(!)seitige, extrem wortreiche Begründung als Kopie von einer vor Trumps Herrschaft nie dagewesenen Schönheit (bunt bebildert mit vielen Sternen, Lilien und Löwen!) zukommen lassen..

  1. http://www.spiegel.de/politik/ausland/donald-trump-shinzo-abe-soll-us-praesident-fuer-friedensnobelpreis-vorgeschlagen-haben-a-1253659.html []
  2. ebd. [] []

Interessante Verblödung

Mit solchem launigen Bambi-Lächeln gewinnt man eine Goldene Kamera.

Schon vor Mitternacht Gruseln: die verschmitzte Schalk-Pflaume, die Leuchte des Nordens Pilawa  und Quasselphilipp Meyer-Burckhardt in einer einzigen – kann es denn wahr sein? – Sendung. Buuh Huaaaah! Buuh Huaaaah! Der NDR nennt das „im besten Sinne des Wortes interessant“. Interessant! Welch eine Untertreibung!  Fehlt nur noch das Fernsehballett unter der Leitung von Hansi dem Hinternseher.

Was weiß man?

„Es gibt aber auch in Deutschland einen Minister, über dessen komischen Gang wir sehr viel über ihn erfahren können. Heiko Maas! Er nimmt sich und sein hohes Außenministeramt sehr ernst. Er kommt irgendwo von hinten nach vorne, geht entschlossen auf die Kamera zu und wirkt dabei wie ein Erstkommunikant, der seine Kerze vergessen hat und das nun überspielen muss“, schreibt der Kabarettist Bruno Jonas über unseren Außenminister.1
Von Heiko Maas wissen wir, dass er im Einklang mit einer Mehrzahl konservativer europäischer Außenminister – aber vor allem mit Trump, L. Donald – Im Namen der BRD dem Präsidenten Venezuelas Maduro ein Ultimatum gestellt hat, wonach die Bundesrepublik einen gewissen Juan Guaido, der sich in Venezuela gerade selbst zum Präsidenten ernannt hat, als Präsidenten Venezuelas anerkennen würde, falls Präsident Maduro nicht bis zum vergangenen Sonntag vorgezogene Präsidentenwahlen durchführen lasse. Wird man ihn dafür wohl auch loben?2 Weiterlesen

  1. https://www.sueddeutsche.de/politik/gastbeitrag-das-komische-in-der-politik-1.4270292 []
  2. Laut den beiden Juraprofessoren Kai Ambos und Christph Vedder – Süddeutsche Zeitung 8.2.19 – ist eine Anerkennung Guaidos übrigens eine völkerrechtswirdig Einmischung in die inneren Angelegenheiten Venezuelas, auch wenn Maduro ein „fürcherterlicher Mann“ sei. []

Dumpfbacken

„Hö, hö, höööö!“
Wer lacht da, wer? Worüber?
Man sieht und hört1 von jungen Menschen, Schülern, die schon in ihrem Alter dumpf und lustlos, ohne jede Neugier auf das, was ihnen das Leben bei etwas Anstrengung bieten könnte, als lebende Leichen durch die Welt schlurfen. Sie zeigen in der Schule allenfalls dann Anzeichen von freudiger Bewegung, wenn sie im Unterricht ein Mikrofon in die Hand gedrückt bekommen und irgendwelche schäbigen Abbilder imitieren dürfen, nämlich ihre rappenden Idole, oder beim Ausflug – juchhe! kennen sie von Fußballfeiern im Fernsehen – ihre bis zur Selbstaufgabe engagierten Lehrer mit Wasser (Spaß!) übergießen.
„Hö, hö, höööö!“

Göbbels, Höckels oder so

Um Himmels willen: Wer lacht da, wer? Worüber?

  1. vor einiger Zeit in Frontal 21 über das Engagement von Lehrern in einer Sekundarschule in Berlin-Neukölln []
  2. Übrigens weniger als 5% der Zuschauer von ZDF Nachrichten sind unter 49 Jahre. Und fragen Sie mal einen jungen Menschen, ob er weiß, was eine Gewerkschaft ist! []
  3. Laut Erzählung eines Lehrers wusste in seiner Vorstufenklasse eines Gymnasiums laut Befragung kein einziger Schüler, was eine Gewerkschaft ist.
    Je jünger die Zuschauer sind, desto weniger Interesse zeigen sie an den täglichen News-Formaten. (…) Auffällig ist dabei jedoch eines: So kommt bei den 14- bis 29-jährigen selbst „RTL aktuell“, das sich noch mit Abstand am besten schlägt, nicht über einen durchschnittlichen Marktanteil von 14,7 Prozent hinaus. Betrachtet man nur die Gruppe der 14- bis 19-Jährigen, bleibt „RTL aktuell“ gar schon bei einem Marktanteil von 11,2 Prozent hängen. In absoluten Zahlen: Gerade mal 0,09 Millionen 14- bis 19-jährige Zuschauer verfolgten „RTL aktuell“ in diesem Jahr im Schnitt. (…)
    Während sowohl die Öffentlich-Rechtlichen als auch die großen Privatsender bei den jüngeren Zuschauern deutlich einbüßen, kann ein Sender gerade hier punkten und im Vergleich zu den anderen Altersgruppen hier die besten Werte einfahren: RTL II. Mit seinen stark auf „jugendliche“ Themen ausgerichteten „RTL II News“ erzielte RTL II 6 Prozent Marktanteil bei den 14- bis 29-jährigen und 5,9 Prozent bei den 14- bis 19-jährigen – deutlich mehr als beim Gesamtpublikum oder in der gesamten werberelevanten Zielgruppe. Aber auch Vox schlägt sich bei den 14- bis 29-jährigen mit 5 Prozent Marktanteil vergleichsweise gut und kann in dieser Altersgruppe mehr Zuschauer erreichen als das ZDF mit „heute“. (…) Dagegen war nur jeder 50. „heute“-Zuschauer zwischen 14- und 29 Jahren alt, nur rund 14 Prozent kamen aus der Gruppe der 14- bis 49-Jährigen.
    Fast ein Viertel der „RTL II News“-Zuschauer waren sogar unter 29 Jahren alt. (…)
    Allgemein lässt sich also offenbar die Tendenz feststellen, dass Frauen sich eher bei Privatsendern informieren, während Männer tendenziell eher auf die Öffentlich-Rechtlichen vertrauen. (…) Während die RTL-Nachrichten bei den 14- bis 49-jährigen Frauen nämlich 20,1 Prozent Marktanteil erreichen, lag dieser Wert mit 16,4 Prozent bei den gleichaltrigen Männern signifikant niedriger. Betrachtet man nur die männlichen Zuschauer, läge die „Tagesschau“ bei der Reichweite deutlich vorn. https://www.dwdl.de/magazin/6598/nachrichtenquotencheck_wer_sich_wo_informiert/page_1.html []

Es lebe der freie Wettbewerb!

Wenn du spielen willst, um zu gewinnen, musst du natürlich etwas einsetzen.Wenn du nicht Warren Buffet heißt, sondern nur Eberhard Graf, dann kann es sein, dass dir am Ende nur die Kugel bleibt oder dass du verarmt und in Ermanglung einer Kugel lemminglike in die Abgrundtiefe springen musst. Gegen ein solches Schicksal ist aber nicht nur ein Eberhard Graf, sondern auch ein Graf Eberhard Herr von Ranzkas-Quakenbrück bei entsprechender Spielsucht nicht gefeit.
Ach? Erzähl doch nichts!
Doch!
Einst stand auf einem Hügel inmitten einer wunderschönen grünen Wiese ein goldenes Kalb. Hans Erich war ein großer Freund von goldenen Kälbern; darum verkaufte er sein silbernes Besteck und kaufte Futter der Marke „Super Food for Happy Calves“, das er dem Kalb vor die Füße warf, um es ihm gewogen zu machen. Nun hätte aber auch sein Nachbar von gegenüber, der Wilfried, zu gern ein goldenes Kalb besessen, darum verkaufte der Wilfried seine goldene Uhr und kaufte delikates Goldenes-Kalb-Extra-Spezial-Futter, das er dem Kalb mit liebevollen Blicken vor das gierig triefende Maul warf. Das Kalb war entzückt und kaute und wiederkäute das Futter mit andachtsvollem Kälberblick. Nun kommt Karl-Heinz ins Spiel. Weiterlesen