Für das Feuillleton

Wenn ich ein Vöglein1 wär2
und auch zwei3 Flügel4 hätt,
flög5 ich zu dir.
Weils aber nicht kann sein6,
bleib ich all hier.7

Bin ich gleich weit von dir,8 ,
bin ich doch im Traum bei dir 9
und red mit dir; 10
wenn ich erwachen tu, 11
bin ich allein.12

Es vergeht kein’ Stund in der Nacht, 13
da nicht mein Herz erwacht14
und an dich denkt,15
dass du mir viel tausendmal, 16
dein Herz geschenkt.17

 

Aua!

Ist er schwer krank und muss eine kostspielige Operation in den USA bezahlen? Hat er Poker gespielt? Oder Roulette? Und hat nun Spielschulden und die Mafia bedroht sein Leben? Benötigt er die Hilfe sündhaft teurer Psychiater? Oder drohen ihm millionenschwere Klagen von sexuell belästigten jüngeren Frauen? Hat er mehrere geliehene Maserati gegen diverse Bäume gefahren?
Um es ganz klar zu sagen: Weiß der Teufel! Wir wissen es nicht.
Wir wissen nur, dass Jan Hofer zu RTL gewechselt ist.

Hier irrt der Söder

Manche, z.B. Markus Söder, behaupten, Armin Laschet sei eine lasche Lusche.
Sie kennen ihn nicht.
Sie haben ihn noch nicht erlebt, den wahren Laschet, wenn er morgens sein Müsli und sein Käffchen mit Milch und viel Zucker zu sich genommen hat, frisch rasiert und gepudert, Schlafanzug und Morgenmantel mit kühnem Schwung ins fast noch warme Bett geschleudert und dann mit glitzernden Augen seine in der hintersten Ecke seines Schranks verborgene und nur intimsten Freunden vertraute Phantasieuniform übergezogen hat, um dann endlich zur morgendlichen Joggingfahrt in seinem auch privat – und eben auch für sportliche Zwecke genutzten – Dienstauto zu eilen. Wer ihn einmal so mit seiner unfasslich dynamischen Ausstrahlung gesehen hat – der Tagesschau ist es geglückt, ihn unbemerkt zu filmen – , für den ist Markus Söder im Vergleich nur noch ein nasser Sack.

Zum Teufel mit der Satire

Was darf Satire? Nichts.
Fragt nach beim ORF oder in Sachsen-Anhalt.
Nichts.
Der Teufel ist ja auch nur ein Mensch
Die Welt ist so voller negativer Nachrichten; da brauchen wir etwas, was aufbaut, und nicht etwas, was runterzieht. Und ob ich schon wanderte im finstern Tal, des Hofschreibers Stecken und Stab trösten mich. Der Teufel ist ja auch nur ein gefallener Engel und als solcher durchaus attraktiv – natürlich besonders beim weiblichen Geschlecht, auch wenn die eine oder andere es manchmal verschämt leugnet -, und wenn der athletische Rebell nicht gerade fällt (wegen des Pferdefußes oder weil es Gott so gefällt), gewinnt er bei den Paraolympics  mindestens Bronze.
Nein, nicht alles, was der Teufel oder die Regierung tut, ist schlecht! Man weiß doch: Hitler hat nicht nur Millionen Menschen umgebracht, er hat bekanntlich die Autobahnen gebaut. Nicht alle, aber viele. Und auf denen können wir, wenn wir wollen, mit 240 Stundenkilometern dahinrasen, dass jedem “Freiheitlichen”, heißt er nun Lindner oder Beelzebub, das Jauchzen die gemeinsame sonst so gepflegte Sprache verschlägt. Kurzum: Das Positive sei uns Stecken und Stablampe. Danke, alles bestens.
Regierende sind auch Menschen
Richten wir das Licht unserer Stablampe z.B. auf Boris Johnson: Wie haben ihn einige sogenannte Intellektuelle verteufelt! Aber plötzlich sinkt in Groß-Britannien die Anzahl der Covid-Erkrankungen, und Boris Johnson ist nicht mehr der menschenverachtende arrogante Dummkopf, sondern ein Weiser aus dem Inselland. Seine sperrig gekämmten Haare werden zum Strahlenkranz! Das wird auch der Wähler würdigen.
Denn es ist ja bekanntlich der Wähler nicht dumm.


Man muss nur den Durchblick haben
Der Wähler ist nicht dumm. Der Wähler ist nicht dumm. Der Wähler ist nicht dumm.
Der Wähler weiß bekanntlich: Die CDU/CSU versteht etwas von Geld.
Deshalb wählt er sie ja auch.
Alfred Sauter versteht’s
Auch hier mag als Beweis stellvertretend dienen eine vielfach verteufelte Person, der Vorsitzende der CSU-Finanzkommission Alfred Sauter. Er hat bei dem Deal um überteuerte Corona-Schutzmasken 1,2 Millionen Euro Provision kassiert. 1,2 Millionen. Da sage mal einer, er verstünde nichts von Geld! Soviel Geld war drin, weil Herr Spahn – auch er versteht viel von Geld – als Kosten für die Maske 6 Euro zugrunde legte, während sie tatsächlich weniger als 1 Euro kostete. Ein Bombenerfolg: Die Apotheker haben sich daran, so die Aussage eines Apothekers, „dumm und dämlich verdient“. Natürlich wählen 90 Prozent der Apotheker die CDU. Sie sind ja nicht dumm. Die Apotheker sind nicht dumm. So würden auch alle Schornsteinfeger CDU wählen, wenn man ihnen soviel Geld schenken würde, zumal sie ja ohnehin schwarz sind. Ja, selbst die Feuerwehrmänner in ihren roten Autos würden die Feuer brennen lassen, sich vom Brandherd machen und sich von dem Geld z.B. ein feuerfestes Haus an der Côte d’Azur kaufen oder die Branche wechseln und künftig überteuerte Feuerlöscher an Horst Seehofer verkaufen. Auf jeden Fall würden sie alle, alle künftig nur noch die CDU/CSU wählen – denn die, nicht nur die Vorsitzenden von Finanzkommissionen wie Herr Sauter, verstehen etwas von Geld.
Und du und ich, wir wollen Geld sehen, viel Geld
Wir freuen uns daher mit unserem Mitmenschen Sauter Alfred über seinen Reibach beim Maskendeal. Auch wenn er sein Pokerface zeigt, seine leuchtenden Augen verraten ihn. Er ist natürlich gezwungen, gegen den Willen seiner Parteifreunde – positiv denken! – an seinem bayrischen Landtagsmandat festzuhalten. Da mag manche Freundschaft zerbrechen. Aber es würde sein Image als jemand, der etwas von Geld versteht, komplett zerstören, wenn er auf so eine lukrative zusätzliche Einnahmequelle verzichten würde. Das würde ihm der Wähler nicht verzeihen. Der Wähler liebt den Erfolg. Und als ehemaliger Justizminister hat Sauter vermutlich noch gute Beziehungen zu einigen Amigos bei der Polizei und könnte sich notfalls mit einem Paar Handschellen an seinen Stuhl im Landtag fesseln. Die Wähler würden jubeln!!
Günther Oettinger, der weiße Ritter
Von Günther Oettinger ist nicht bekannt, ob er Geld dafür genommen hat, dass er sich für Geschäftsfreunde engagiert hat, und auch nicht, wieviel. Auch weiß man nicht, ob der ehemalige Landesvater in seiner Funktion als EU Kommissar zusätzliche Einnahmen als Lobbyist erschließen konnte, indem er z.B. wie seine CSU Kollegen Zech oder Hauptmann sich um Aserbeidschan oder Mazedonien verdient gemacht hat. Dass er über 13 Nebenjobs hatte neben seiner Arbeit als EU-Kommissar, dürfte aber jemanden wie ihn, der etwas von Geld versteht, nicht daran hindern, schlau weitere Einnahmequellen zu erschließen. Denn so etwas würde beim Wähler übel ankommen.
Aufgrund seiner sprachlichen Defizite hat er sich allerdings bei seinen Jobs zumeist auf Hilfe für deutschsprachige Unternehmen beschränkt. Bei der EU zuständig auch für digitale Wirtschaft hat er z.B. den Wirecard Finanzvorstand Ley getroffen, damit ihm dieser seinen „einzigartigen Geschäftsansatz“ vorstellen konnte. Oettinger weiß davon heute allerdings leider, leider nicht mehr viel, ja eigentlich gar nichts; er weiß nur noch, dass er sich mit dem ehemaligen CDU Ministerpräsidenten von Schleswig-Holstein Carstensen getroffen hat: „Es kann gut sein, dass damals jemand mit dabei war.“ Allerdings hatte Carstensen per E-Mail um Terminvorschläge gebeten zum Thema „Sicherheit im Zahlungsverkehr im Zusammenhang mit verschiedenen Glücksspielangeboten im Internet“ – mit dem Herrn Ley, Vorstand der Bank Wirecard. Oettinger hat dieses Treffen nicht im EU-Lobbyregister – so etwas gibt es in Brüssel tatsächlich – angezeigt. Er hat es wohl einfach vergessen. Dass er sich an die Begegnung nicht mehr erinnert, ist angesichts seiner vielen Jobs nur allzu gut zu verstehen. Muss man ihm das übel nehmen? Der Wähler jedenfalls versteht es. Aber dass er seine Unterstützung so einfach verschenkt, ohne dass für ihn ein paar Tausender herausspringen, kann man sich einerseits nicht denken. Da er aber andererseits eine Art tapsiges Lamm ist und angesichts seiner vielen Jobs schon gar nicht mehr wusste, auf welchem Konto er welche Summen gehäuft hatte, darf ihm niemand eine Nähe zur Korruption unterstellen, was auch immer man darunter verstehen mag. Nein, pfui!1
Oettinger hat viele Freunde
Auf seinen damals als Anwalt tätigen Kumpel Carstensen kann er leider, leider nicht rechnen, wenn es darum geht, sein Gedächtnis aufzufrischen, denn dieser schweigt – Ehrensache – wie ein Grab. So wird man nie, nie, nie erfahren, wer den Anwalt Carstensen für die Vermittlung des Gesprächs bezahlt hat. Und auch Günther Oettinger bleibt – auch ohne viele Autobahnen erbaut zu haben – ein großer Politiker, an dem rumzunörgeln sich einfach verbietet.
Man sieht: die Welt ist viel schöner, wenn man nur positiv denkt.

Teller waschen mit Christian Lindner

GRRRRRR!!! Welch ein schreckliches Virus hat ihre Hirnzellen so aufgeweicht, dass in ihren Schädeln nur noch eine eitrige gelbbraune Brühe schwappt? Oder würde man beim Aufbrechen der Schädeldecke nur Leere finden, weil es sich um eine seelische Erkrankung handelt, die zu einer allgemeinen Verkümmerung führt?
GRRRRRR!!!
Friede Friede Friede
Springer
Und den Bürgern ein Wohlgefallen
Wenn Christdemokraten und Christian „Porsche“ Lindners Lobbypartei mit ihren Steuerplänen – laut dem Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (vgl. „Süddeutsche Zeitung vom 10.7.21) – weiter „von unten nach oben“ umverteilen wollen, so lässt das 94 Prozent der Bevölkerung vor Wut schäumen? Nein, niemanden; es ist das schon eine Art Folklore. Man schaukelt dümmlich grinsend mit dem Kopf zum Schuhplattler von Florian Silbereisen und Helene Fischer, wie er platter nicht geht. Oder sehen sie die Ungerechtigkeit, glauben aber, es sei naturgegeben wie der Klimawandel? Nichts zu machen? Ein Naturgesetz eben?
Die Christlichen, Sauter usw., und ihre Porsche-Freunde verstehen bekanntlich etwas von Geld, und zwar von viel viel viel Geld, von immer mehr Geld. Deshalb müssen viele christdemokratische Abgeordnete (43%) und viele von der „Porsche“-Lindner-Partei (62%) auch als Parlamentarier nebenbei viel dazu verdienen, damit sie noch mehr haben. Viel viel viel. Ihr Motto „Viel für Wenige“ kommt bei den wenigen mit viel gut an und veranlasst diese, einen Teil des ihnen zusätzlich geschenkten Reichtums in Spenden anzulegen, und zwar natürlich an diese ihnen so freundlich gesinnten Parteien. Sie hätten ohnehin nicht gewusst, wohin mit dem Geld, denn in Unternehmen investieren wollen sie nicht; angesichts der niedrigen Zinsen hätten sie dies sonst längst getan. Wen regt das auf? Anscheinend niemanden, denn die beiden Parteien erhalten bei Wahlen tatsächlich trotzdem zusammen mehr als 6 Prozent der Stimmen.
O Gott, o Gott!
Friede sei mit dir, denn mit viel Geld kann man viel kaufen, auch Wohlgefallen. Das wussten Hugenberg, Berlusconi, Orban, Trump, Mathias Doepfner und Friede Springer.
Sehet und höret, die ihr da viele seid mit wenig. Habt ihr nicht Augen und Ohren? Seid ihr noch zu retten?
Aber, aber, so rufen sie voll kitschigen Mitgefühls, die wenigen mit viel, die sind ja doch auch Menschen wie wir: Sie haben auch Augen, Ohren, Münder, sogar Nasen; die müssen auch zum Zahnarzt und manchmal gibt es tatsächlich auch Probleme mit dem Lebensabschnittsgefährten – das kann man dann in der BILD lesen. Darüber hinaus aber haben sie auch Yachten, Porsche, Privatflugzeuge, Villen am Lago Maggiore oder in der Toscana. Dank den Parteien, die die wenigen mit viel fördern, baden sie im Geld, ohne deswegen an Allergien zu leiden oder zum Psychiater wandern zu müssen.
Also ihr vielen mit wenig, träumt weiter! Von bezahlbarem Wohnraum, gar Reichtum. Wascht fleißig Teller! Denn wartet nur, balde werdet ihr alle Friedrich Merz.