Nichts Neues

Urlaubszeit. Langweilig. Kaum Stoff für Satire. Dabei seid ihr Dummen natürlich nicht plötzlich alle im Meer vor Mallorca ertrunken. Oooohhhh, nein, wie dumm! Ihr kriegt eben nie genug: Begierig saugt ihr auf, was euch z.B. dieser Trump vor vielen blau weiß roten Fahnen mit mal links, mal rechts schief gelegtem Kopf und ausgestrecktem Zeigefinger an Schwachsinn verzapft. Denn euer Hirn ist ja leider bei der Darmentleerung mit durchgerutscht. War ohnehin nicht viel, sah aber sehr unappetitlich aus. Wir erleben momentan eine virale geistige Diarrhö kosmischen Ausmaßes, vor der sich andere Viren, wie Covid 19, demütig verbeugen.
Und nun wartet ihr, dass Adolf Kalbitz aus dem Kyffhäuser zurückkehrt, wohin er sich grollend zurückgezogen hat, weil Jörg Hubert von Hindenburg-Meuthen das Heraufkommen des IV. Reichs verzögert hat. Mangels Elektrizität und aufgrund der Dunkelheit in seiner Höhle hat Kalbitz Probleme mit dem Rasieren: Damit er sich nicht versehentlich mit dem Messer die geliebte Nase wegsichelt, spart er beim Rasieren einen kleinen Fleck unter seiner Nase aus. Steht ihm hervorragend. Sieht aus wie dieser Stummfilmkomiker.
Salomo, der sich nicht nur durch einen überragenden Geist, sondern auch durch seine Manneskraft auszeichnete – er brachte es immerhin auf siebenhundert fürstliche Frauen und dreihundert Nebenfrauen und kannte sie alle beim Namen – der weise Salomon wusste es schon immer: „Es geschieht nichts Neues unter der Sonne.“ Psychisch kranke Wähler bejubeln psychisch kranke Politiker, von Minderwertigkeitsgefühlen geplagte Massen unterwerfen sich den Größenwahnsinnigen. Was wollen sie denn auch sonst machen! „Die Sonne geht auf und geht unter und läuft an ihren Ort, dass sie dort wieder aufgehe”, wusste schon der weise Salomo.
Aber halt! Ändert sich gar nichts? Überhaupt ganz und gar nichts?
Sensation! Unerhört! Ein Gericht in Frankreich hat doch tatsächlich einen ehemaligen Premierminister und Präsidentschaftskandidaten, den überaus sittenstrengen, homophoben und xenophoben,, katholisch-konservativen Francois Fillon zu fünf Jahren Gefängnis (davon allerdings drei Jahre zur Bewährung) verurteilt, und zwar nur weil er – durchaus wohlhabend und immer darum bemüht den Reichtum der Reichen zu mehren – aufgrund seiner Geldgier den Hals nicht voll kriegen konnte und aus alter Gewohnheit den Staat bzw. das Volk ein bisschen beschummelt hat. Allzu menschlich. Man nimmt eben, was man kriegt. Das versteht doch jeder. Und da diese Geldgier ja ganz sicher angeboren und folglich zwanghaft war, kann es gar nicht anders sein, als dass die Berufung gegen das Urteil auf eine allenfalls geringe Schuld erkennen wird.
Der weise Salomon wusste das natürlich schon: „Was geschehen ist, eben das wird hernach sein. Was man getan hat, eben das tut man hernach wieder.“ Und: “Der Wind geht nach Süden und dreht sich nach Norden und wieder herum an den Ort, wo er anfing. Alle Wasser laufen ins Meer, doch wird das Meer nicht voller; an den Ort, dahin sie fließen, fließen sie immer wieder.“ Usw. usw. usw.
Schließlich sagt der der weise Salomo aber auch: „Alles Reden ist so voll Mühe, dass niemand damit zu Ende kommt.“ Doch! Schluss jetzt!

Das Streben nach Höherem

Wenn einer, der mit Mühe kaum
gekrochen ist auf einen Baum
schon meint, dass er ein Vogel wär,
so irrt sich der.

Das Ehepaar G** hat es im Bereich Fäkalienentsorgung zu überragendem Expertentum und daraus resultierendem Wohlstand gebracht. Im Bereich Fäkalien macht ihnen so leicht niemand etwas vor. Aber darauf wollten sie keineswegs ausruhen; sie strebten nach Höherem, also nach “Kultur”, und hatten das Geld für ein Beraterteam, das ihnen zu “Blue Chips“ aus dem Bereich der bildenden Kunst verhalf, z.B. Jeff Koons 1. Jetzt führen sie die erworbenen Werke in hellen, gut geheizten Räumen stolz bei einem Gläschen Sekt ihren wohlhabenden Freunden vor. Und tatsächlich zeigt deren Reaktion, dass Scheiße nicht stinken muss.

Himmel!

Lass Hirn vom Himmel regnen! Aber mach mich nicht nass!
„In der FDP ist viel von Intelligenz die Rede.“1
Obwohl das doch ein Fremdwort ist.
Der große Vorsitzende Lindner wünscht „intelligente“ Öffnungsstrategien. Und vom Thüringer FDP-Vorsitzenden Kemmerich fordern Parteikollegen, er solle sein „Hirn einschalten“. Ach, ach! Als wenn das so einfach wäre! Woher nehmen? Und wäre das nicht überhaupt ziemlich gefährlich – auch für die Partei? Was wäre, wenn plötzlich auch die BILD oder die AfD intelligent sein wollten?
Kemmerich, einziger legitimer Ministerpräsident von Thüringen – so stellten ihn seine Freunde von der AfD auf der Anti-Corona-Maßnahmen-Demo vor –, hatte auf der Demo konsequent mit Rechtsradikalen gegen die harten Auflagen demonstriert. Er hatte wohl auch gemeint, damit auf dem Kurs von Lindner zu liegen. Die unerwartete Kritik an seiner Hirnlosigkeit hat ihn dann aber hart getroffen. Sie diskreditiere, so schreibt er empört, „die Arbeit des gesamten Landesverbandes in den letzten 30 Jahren“. Ja, diskreditiert sie womöglich die gesamte FDP, die FDPTradition Werner Naumanns, Ernst Achenbachs, Erich Mendes?2 Und das alles nur, weil Kemmerich und die Seinen nicht so feige wie alle Welt sind und sich nicht vor diesem lächerlich kleinen Virus fürchten. Kemmerisch ist sich wenigstens sicher, dass er noch keinem einzigen dieser Angstmacher von Angesicht zu Angesicht begegnet ist.
Ach, was, Intelligenz … Neumodisches Zeugs! Ging doch auch sonst ohne.