Interessante Verblödung

Mit solchem launigen Bambi-Lächeln gewinnt man eine Goldene Kamera.

Schon vor Mitternacht Gruseln: die verschmitzte Schalk-Pflaume, die Leuchte des Nordens Pilawa  und Quasselphilipp Meyer-Burckhardt in einer einzigen – kann es denn wahr sein? – Sendung. Buuh Huaaaah! Buuh Huaaaah! Der NDR nennt das „im besten Sinne des Wortes interessant“. Interessant! Welch eine Untertreibung!  Fehlt nur noch das Fernsehballett unter der Leitung von Hansi dem Hinternseher.

Dumpfbacken

„Hö, hö, höööö!“
Wer lacht da, wer? Worüber?
Man sieht und hört1 von jungen Menschen, Schülern, die schon in ihrem Alter dumpf und lustlos, ohne jede Neugier auf das, was ihnen das Leben bei etwas Anstrengung bieten könnte, als lebende Leichen durch die Welt schlurfen. Sie zeigen in der Schule allenfalls dann Anzeichen von freudiger Bewegung, wenn sie im Unterricht ein Mikrofon in die Hand gedrückt bekommen und irgendwelche schäbigen Abbilder imitieren dürfen, nämlich ihre rappenden Idole, oder beim Ausflug – juchhe! kennen sie von Fußballfeiern im Fernsehen – ihre bis zur Selbstaufgabe engagierten Lehrer mit Wasser (Spaß!) übergießen.
„Hö, hö, höööö!“

Göbbels, Höckels oder so

Um Himmels willen: Wer lacht da, wer? Worüber?

  1. vor einiger Zeit in Frontal 21 über das Engagement von Lehrern in einer Sekundarschule in Berlin-Neukölln []
  2. Übrigens weniger als 5% der Zuschauer von ZDF Nachrichten sind unter 49 Jahre. Und fragen Sie mal einen jungen Menschen, ob er weiß, was eine Gewerkschaft ist! []
  3. Laut Erzählung eines Lehrers wusste in seiner Vorstufenklasse eines Gymnasiums laut Befragung kein einziger Schüler, was eine Gewerkschaft ist.
    Je jünger die Zuschauer sind, desto weniger Interesse zeigen sie an den täglichen News-Formaten. (…) Auffällig ist dabei jedoch eines: So kommt bei den 14- bis 29-jährigen selbst „RTL aktuell“, das sich noch mit Abstand am besten schlägt, nicht über einen durchschnittlichen Marktanteil von 14,7 Prozent hinaus. Betrachtet man nur die Gruppe der 14- bis 19-Jährigen, bleibt „RTL aktuell“ gar schon bei einem Marktanteil von 11,2 Prozent hängen. In absoluten Zahlen: Gerade mal 0,09 Millionen 14- bis 19-jährige Zuschauer verfolgten „RTL aktuell“ in diesem Jahr im Schnitt. (…)
    Während sowohl die Öffentlich-Rechtlichen als auch die großen Privatsender bei den jüngeren Zuschauern deutlich einbüßen, kann ein Sender gerade hier punkten und im Vergleich zu den anderen Altersgruppen hier die besten Werte einfahren: RTL II. Mit seinen stark auf „jugendliche“ Themen ausgerichteten „RTL II News“ erzielte RTL II 6 Prozent Marktanteil bei den 14- bis 29-jährigen und 5,9 Prozent bei den 14- bis 19-jährigen – deutlich mehr als beim Gesamtpublikum oder in der gesamten werberelevanten Zielgruppe. Aber auch Vox schlägt sich bei den 14- bis 29-jährigen mit 5 Prozent Marktanteil vergleichsweise gut und kann in dieser Altersgruppe mehr Zuschauer erreichen als das ZDF mit „heute“. (…) Dagegen war nur jeder 50. „heute“-Zuschauer zwischen 14- und 29 Jahren alt, nur rund 14 Prozent kamen aus der Gruppe der 14- bis 49-Jährigen.
    Fast ein Viertel der „RTL II News“-Zuschauer waren sogar unter 29 Jahren alt. (…)
    Allgemein lässt sich also offenbar die Tendenz feststellen, dass Frauen sich eher bei Privatsendern informieren, während Männer tendenziell eher auf die Öffentlich-Rechtlichen vertrauen. (…) Während die RTL-Nachrichten bei den 14- bis 49-jährigen Frauen nämlich 20,1 Prozent Marktanteil erreichen, lag dieser Wert mit 16,4 Prozent bei den gleichaltrigen Männern signifikant niedriger. Betrachtet man nur die männlichen Zuschauer, läge die „Tagesschau“ bei der Reichweite deutlich vorn. https://www.dwdl.de/magazin/6598/nachrichtenquotencheck_wer_sich_wo_informiert/page_1.html []

Adelsstolz kurz mal durchlaucht

Krempelhuber ist trotz Umfang von immerhin zwölf Buchstaben kein schöner Name; auch ein „von“ vor dem Krempelhuber vermag dem nicht abzuhelfen. Dagegen kann sich der wahre Adel mit exquisit langen und rhythmisch klingenden Namen schmücken. Das ist gewiss ganz, ganz wunderschön, hat aber, was sich die Neider – und die, die sich einen Adelstitel kaufen wollen – meist nicht klar machen, auch Nachteile. So muss der Hochgeborene beim Druck, z.B. von Traueranzeigen, schon einige Euros auf den Tisch legen, wenn da dann etwa eine Elisabeth Maria von Wiedeburg und Nostitz-Jänkendorf betrauert werden soll  von einem Hubertus Reginald von Wiedeburg und Nostitz-Jänkendorf und seiner Margarete Amalie von Wiedeburg und Nostitz-Jänkendorf und außerdem auch noch von einem Sebastian Heribald von Wiedeburg und Nostitz-Jänkendorf und seiner Charlotte Emilie von Wiedeburg und Nostitz-Jänkendorf und auch von Hermann Frederik von Wiedeburg und Nostitz-Jänkendorf und seiner Katharina Hildegard von Wiedeburg und Nostitz-Jänkendorf. Wer nur Otto Meier beklagen muss, macht sich keine Vorstellung von den Kosten. Aber weil ein Edler oft auch heute noch über größere Mengen seines einst zusammengeraubten Vermögens verfügt, so wird er natürlich nicht zu klein und materialistisch denken. Denn ökonomisch gehört er ja wohl immerhin wie die Grafen Lambsdorf und Merz zumindest zur gehobenen Mittelschicht.

Dienstagnachmittag bei Aldi

Es geschah am Dienstagnachmittag bei Aldi: nur drei Personen noch vor ihr in der Schlange, das Laufband gut gefüllt, die Kassiererin arbeitet schnell: Bing, bing, bing, bing!. Immer wieder: Bing, bing, bing. Aber da geschieht es: Die Frau hält offenbar die Spannung nicht mehr aus, sie greift die noch nicht einmal bezahlte Bild-Zeitung, zieht sie vom Laufband und, ohne sie auch nur aufzuschlagen, verschlingt sie sie gierig,.

Wer schießt? Kahrs oder Ronaldo?

– Na, Kleiner, was möchtest du denn werden, wenn du mal groß bist? Weltraumpilot oder Christiano Ronaldo?
– Oh, ich möchte Krankenpfleger werden oder Sanitäter oder Arzt oder Politiker.
– Ohje, also Samariter? Und Politiker zählst du auch dazu?
– Ja, wollen die denn nicht auch den Menschen etwas Gutes tun und setzen sich mit aller Kraft dafür ein?
–  Naja, ich bin da nicht so sicher. Aber schlag dir zunächst einmal das mit dem Krankenpfleger oder Sanitäter aus dem Kopf. Du willst ja wohl später mal im Rentenalter nicht so arm sein, dass du nicht weißt, wie du deine Miete bezahlen sollst. Arzt oder Politiker ist schon besser, wenn du im Alter nicht auf der Straße sitzen, sondern einen dicken Sportwagen fahren und eine Luxusvilla besitzen willst mit vielen Säulen und eine Yacht, auf der man Bunga Bunga spielen kann. Aber als Arzt … Wenn du als Arzt dich um Leidende kümmern willst, z.B. in Gebieten, wo Krieg oder Seuchen herrschen, kann es sein, dass du schon tot bist, bevor du den Menschen richtig helfen konntest. Das kann dir als Schönheitschirurg, möglichst mit deiner eigenen Klinik, natürlich nicht passieren. Aber wunderbar kann es auch der Politiker haben!

  1. „Es herrscht Klassenkampf, meine Klasse gewinnt, aber das sollte sie nicht.“ []