Donald stellt richtig

Danke, Donald, wir lieben dich. Da du es immer wieder beteuert hast, und zwar als ganz wunderbarer amerikanischer Präsident, dass ein Treffen mit den Russen, in dem es um die Beeinflussung des amerikanischen Wahlkampfes zu deinen Gunsten gegangen sein soll, nicht stattgefunden hat, aber außerdem dies nicht existierende Treffen, wie du sagst, nur ein Treffen war, bei dem dein „wunderbarer Sohn“ und dein wunderbarer Schwiegersohn sich mit ein ein paar wunderbaren Russen nett über ein „Adoptionsgesetz für russische Waisenkinder“, für ganz süße, kleine, wunderbare Waisenkinder weißer Hautfarbe, unterhalten haben, und da dein wunderbarer Wahlkampfmanager Manafort dem Gespräch natürlich nur beigewohnt hat, weil er schon immer zu gerne vielleicht einmal in nicht allzu naher Zukunft so ein wunderbares russisches Waisenkind adoptieren wollte, so ist es nur zu verständlich, wenn du nun verärgert bist angesichts andauernder Kritik besonders an deinem „wunderbaren Sohn“ und als besorgter Vater – wir lieben dich – twitternd richtig stellst: „Es war ein Treffen, um Informationen über einen Gegner zu erhalten, völlig legal und immer wieder gemacht in der Politik“ – russische Waisenkinder können schreckliche Gegner sein – , zumal du – ganz wichtig – über das Gespräch mit gutem Gewissen und ohne einen Anflug von Enttäuschung hinzufügen kannst: „Und es hat nichts gebracht.“ Vor allem aber erfahren wir angesichts dieser Details erfreut: „Ich habe davon nichts gewusst.“ Mehr Unschuld geht wirklich nicht!1

  1. „Trump verstrickt sich in neue Widersprüche“. Süddeutsche Zeitung 7.8.18 []

Und er sah, dass es gut war

Es lebte einst und lebt noch heut ein Jüngling fortgeschrittnen Alters (insofern also kein Jüngling mehr) mit blondem Haar (ob das Haar wirklich blond war oder gefärbt, weiß man allerdings nicht so genau)  in einem Haus, das groß mit einem exquisit ovalen Zimmer mit Vorhängen wie Gold und lauter bunten Fahnen. Auch hatte er einen ziemlich großen Tisch mit einer riesigen Mappe und in der Mappe riesige Bögen kostbaren Papiers, auf die er jeden Tag in riesigen Lettern seine Unterschriften setzte, was eine riesige Menge Menschen, mit von riesiger Bewunderung offenem Mund betrachten durften.

Doch der alte Junge fühlte sich einsam. Er blickte in den Spiegel. Und wen sah er dort? Sich selbst! Super! Sich selbst! Super! Aber immer nur sich selbst. Das war nicht mehr super, sondern sehr, sehr traurig. Gab es denn in der großen weiten Welt niemanden, der einen ähnlich großen Schreibtisch in einem ebenso schönen Haus mit vielen bunten Fahnen und goldenen Vorhängen besaß?

 

  1. Laut Süddeutscher Zeitung (Christian Zaschke 4.4.18) erzählen Trumps Mitarbeiter, Putin, Erdogan und Xi Jingping seien Trumps Lieblingspolitiker. []

Ein Trump, ein Trump! Noch ein Trump!

Es gibt Menschen, über die kann man nur den Kopf schütteln, z.B. in den USA, ja angeblich manchmal sogar an der Spitze der USA. Aber in Indien gibt es sie eigentlich gar nicht! Die Inder kann man wirklich nur bewundern. Da laufen nämlich selbst „die Ärmsten der Armen mit einem Lächeln im Gesicht“ umher, wie es sich gehört. Sagt Donald Trump Jr.1 Dagegen gibt es außerhalb Indiens Menschen, die man schlichtweg als Miesepeter bezeichnen muss, was noch eine riesige Untertreibung ist. So ist es z.B. eine „Schande“, dass die ,übermenschlichen‘ Anstrengungen seiner Familie um eine Trennung von Politik und Geschäft von diesen elenden Gestalten nicht gewürdigt würden. Sagt Donald Trump Jr. Denn es sei „Unsinn“, dass die Geschäfte der Trumps von seinen Steuergesetzen profitieren würden; das Gegenteil sei richtig. Aber es danke ihnen niemand.
Niemand auf der ganzen Welt? Nein, eine Gruppe von unbeugsamen Patrioten widersetzt sich jetzt und immer den Miesmachern. Ja, es gibt sie, es gibt  u n s !  W i r  sagen:
Danke! Super! Fein gemacht! Aber hallo!
Wir sagen: Ihr Trumps seid einfach die besten nicht nur in „the land of the free / and the home of the brave“, sondern die allerallerbesten Politiker und Geschäftsleute, von denen die Menschheit je gehört hat. Das haben wir übrigens auch auf einem großen weißen Blatt Papier, das wir  einer ziemlich teuren, wunderbar mit Rokoko- und Jugendstil-Elementen goldverzierten Mappe feierlich entnommen hatten, „by the dawn’s early light“ unterschrieben. Es existieren leider momentan noch keine Aufnahmen davon, weil wir es nur auf dem Tisch in unserer kleinen Küche tun konnten. Falls ihr Trumps uns von eurem verbliebenen Vermögen etwas Geld zukommen lassen würdet zur Miete einer repräsentativeren Location – vielleicht irgendwo in Hollywood? -, würden wir den Vorgang aber gerne noch einmal für Fox News wiederholen, gerne natürlich auch wenn dabei in „the rockets’ red glare“ und bei „the bombs bursting in air“ das „star-spangled banner“ weht. Würde sich bestimmt gut machen.

  1. Süddeutsche Zeitung 22.2.18 []