Frau Weidel, was haben Sie bloß für ein Näschen – von feiner und bezaubernder Form!

Liebe Alice Weidel,
es mag ja hingehen, dass du mit deinem Doktortitel – von wem hast den bloß? – den Namen des Kardinals Richelieu lieber germanisch chchch röchelst – wahrscheinlich hast du alle in deiner Fraktion vergeblich gefragt, wie der denn wohl gesprochen wird – als ihn welsch Rischeljö zu sprechen, aber es überrascht, wenn du kritisierst, dass dies Land von Idioten regiert wird, denn warum wollt ihr Hirnlosen von der AfD etwas gegen Idioten haben? Ziemlich eklig ist es hingegen, wenn du in Deutschland schutzsuchende Flüchtlinge als „Burka-, Kopftuchmädchen, alimentierte Messermänner und sonstige Taugenichtse“ verunglimpfst, damit du hoffen kannst, dass das „gesunde Volksempfinden“ sie zunächst einmal in einigen Lagern zusammenpfercht.1
Wir zahlen nicht mit gleicher Münze heim, nennen dich nicht eine „braune Ratte“ oder fordern nicht, dich als gemeingefährlich in eine geschlossene Anstalt zu stecken. Vielmehr rühmen wir – und wir tun es extra für dich auf Französisch – mit Marcel Prousts Worten dein formidables Näschen: „un petit nez d’une forme fine et charmante“.2 und „die Flügel der Nase“ – wir wollen dein Französisch nicht überfordern, darum auf Deutsch –  „so zart und von so vollkommener Zeichnung wie die kleinen Schmetterlinge auf den Wiesenblumen rings um Combray“3.

  1. https://www.youtube.com/watch?v=5KANwCWhnco []
  2. A la recherche du temps perdu. A l’ombre des jeunes filles en fleur. Partie 2 []
  3. Auf der Suche nach der verlorenen Zeit. Bd 5. Die Welt der Guermantes. Ffm 2. Aufl. 1980 . S. 1792 []