Höckeland

„Sehr verehrte polnische Mitbürger und Mitbürgerinnen!
Da ihr alle, wie ihr ja wisst, nur elende Dumpfbacken seid und ich allein tausend Mal klüger bin als ihr alle zusammen, werde ich euch alle entmündigen, werde mir Medien und Justiz gefügig machen und eine „moralische Diktatur“ errichten, wenn ihr mir und meiner PIS-Partei bei den Wahlen bei den Wahlen eure Stimme gebt!“ Also sprach Jarosław Aleksander Kaczyński.
Und nachdem sie tränenreich die Nationalhymne „Noch ist Polen nicht verloren“ gesungen haben und „der Vater weinend zu seiner Basia gesprochen“ hat: „Höre nur, es heißt, dass die Unseren die Kesselpauken schlagen“ und: „Bonaparte gab uns ein Beispiel, wie wir zu siegen haben. Marsch, marsch, Dąbrowski …“, ist das Volk mit tränenfeuchtem Hemd auf höckerigen Wegen schnurstracks zu den Urnen geeilt und hat „gePISt“ – so sagen die Polen, wenn sie meinen „für die PIS gestimmt“ zu haben.
Lüge! Fake! Gar nicht wahr! Sie haben zwar tatsächlich „gePISt“, aber nicht wegen ihrer autoritären Anmaßungen, sondern

  1. Das parlamentarische System wurde zwar nicht grundsätzlich abgeschafft, aber doch zunehmend ausgehöhlt, die Parteien wurden nicht verboten, aber in ihrem Handlungsspielraum stark eingeschränkt. Wahlen wurden manipuliert, politische Gegner und Vertreter von Minderheiten verfolgt, wer sich der Politik der „Sanacja“ (Gesundung) entgegenstellte, wurde ausgeschaltet. []
  2. „Es gibt keine Schichten in Deutschland.“ Franz Müntefering []

Vorzeigbarer Edelkäse?

Ist er – wie Gerhard Hauptmann – gar ein Goethe? Oder vielleicht doch nur ein ganz ganz kleines Wölfchen (Biermann)? Man könnte ihn den Theo Waigl der deutschen Literatur nennen, zumindest was die Augenbrauen betrifft, allerdings wäre er vielleicht doch lieber in der AfD. Der beim Schreiben zum Kitsch und beim Denken zum Minimalismus neigende Martin Walser hatte, in seiner Eitelkeit gekränkt, einst mit dem Roman „Tod eines Kritikers“ ein „übles“ (Ruth Klüger), weil antisemitisch wirkendes (Jan-Phlipp Reemtsma) Buch geschrieben und sich in seiner Rede zum Friedenspreis über die „Moralkeule“ beschwert, die die Deutschen wegen der Verbrechen im Hitler-Nazi-Reich niederknute. Trotzdem kommt die Literaturkritikerin Iris Radisch „aus dem Staunen nicht heraus“,

  1. Die Zeit 29.11.17 []

Fahrzeugkollision auf der A 18

Nach einer Kollision unzähliger Fahrzeuge auf der A 18 sind die Rettungskräfte an die Grenzen ihrer Leistungskraft gelangt. „Es war ein Inferno“, sagte Zugführer G. „Wir konnten nicht glauben, was wir sahen. Die Fahrzeuge standen in einander verkeilt quer und senkrecht auf und neben der Standspur.“ Zu der Kollision war es gekommen, nachdem zunächst ein Fahrzeug rechts überholte, dann ein zweites Fahrzeug dieses Fahrzeug noch weiter rechts zu überholen versuchte und immer mehr Fahrzeuge bei dem Versuch, die rechts überholenden noch weiter rechts zu überholen, gegen einander stießen und rutschten, bis alles zu einem toten Blechhaufen zersplitterte und zertrümmerte.
In diesem Sinne wünschen wir uns allen ein glückliches 2018!

GAUland SPD

Alle wollen sein wie die AfD. Nur die Grünen wollen sein wie die SPD, und die SPD will sein wie die CDU. Daher wird die SPD bald nicht mehr sein. Schulz könnte auch sein wie Bernie Sanders oder Jeremy Corbyn statt wie Müntefering und Johannes Kahrs. Dann hätten er und seine Partei nicht nur 20 Prozent, sondern womöglich soviel wie Sanders oder Corbyn. Dafür müsste er aber seine Partei austauschen. Das kann ja keiner wollen. Schon gar nicht BILD. Dann schon lieber den GAU (14,3 Prozent?), aber weiter mit den ganzen Johannes Kahrs.

Muss Lindner die FDP verlassen?

Christian „Porsche“ Lindner verkündet, die Liberalen – er meint damit die FDP – seien „Anwälte der sozialen Marktwirtschaft“, und als wäre das noch nicht genug, fügt er hinzu, sie seien „nicht Interessenvertreter von Verbänden“, gemeint: Wirtschaftsverbänden1. Wird er nun aus der FDP ausgeschlossen?

  1. Süddeutsche Zeitung 19.12.17 []