Voran

Da „laut einer Studie“ bzw. einer von „Hör zu“ in Auftrag gegebenen „repräsentativen Umfrage“ Günter Jauch den leider verstorbenen Helmut Schmidt als „das größte lebende Vorbild der Deutschen“ abgelöst hat – Trump, L. konnte trotz deutscher Vorfahren nicht gewählt werden – und damit in der Beliebtheitsskala immerhin vor Rivalen wie Angela Merkel, Joachim Löw, Florian Silbereisen oder Steffi Graf liegt, plant der politisch ambitionierte Jauch, dem französischen Beispiel Emmanuel Macrons zu folgen und  eine parteienübergreifende politische Bewegung mit Namen „Voran“ mit sich selbst als Spitzenkandidaten zu gründen. Aus den verschiedenen Parteien haben bereits Wolfgang Bosbach, Johannes Kahrs, Jens Spahn, „Bernd“ (genannt Björn) Höcke, Katja Suding spontan ihre Bereitschaft zur Mitwirkung erklärt, sofern möglichst viele deutsche Wirtschaftsführer und Helene Fischer eingebunden werden können.

Opportun

Was ist angesagt? Neigen wir gerade zu linken sozialen Ideen? Ach, die sind schon wieder out und die faschistisch autoritären sind in? Was? Die Aufklärung ist nicht mehr modern, statt dessen das Irrationale groß im Kommen? Muss ich nun, ach, als deutscher neoliberaler Wirtschaftswissenschaftler plötzlich Neokeynsianer werden, weil ich sonst nicht mehr im Meer der Gleichgesinnten baden kann?
Ganz ruhig! Nicht aufregen! Sie sind doch irgendwie phantastisch, diese schwungvollen Pendelbewegungen: keine Langweile, immer Abwechslung! Ein Richtig oder Falsch, Gut und Schlecht gibt es nicht. Solide Standpunkte? Schlüpfriges Gelände! Am besten sich fallen lassen!

Goldig

Kompliment! Sehr schön gelegene Wohnung!

Würden Sie auf 600 Hektar Wald verzichten? Nur weil irgendwelche tschechische Kommunisten Sie 1945 enteignet haben?
Neeee!
Auch wenn Sie über 8 Milliarden Euro besitzen – natürlich jeder einzelne Euro im Schweiße des fürstlichen Angesichts verdient – und eine echte „Durchlaucht“ sind wie der von allen Steuern befreite Fürst Hans-Adam II. vom asozialen Steuerparadies Liechtenstein, der ja eigentlich nicht klagen kann?
Hans Zwei jedenfalls klagt trotzdem – beim tschechischen Verfassungsgerichtshof. Man könne die Liechtensteiner doch nicht mit den Benesch-Dekreten „durch das Land prügeln“, sagt sein Anwalt1. Prügel für seine Durchlaucht, gar auf den fürstlichen Allerwertesten? Und so durch das ganze Land gejagt? Auch, wenn Liechtenstein nicht sehr groß ist, das gehört sich einfach nicht. Aber der Anwalt übertreibt vermutlich.
Und überhaupt: „Wer den Pfennig nicht ehrt, ist des Talers nicht wert.“ Da können Sie alle fragen, z.B. die Koch Brüder in den USA, die dort mit ihren 105 Milliarden Dollar, natürlich jeder einzelne Dollar im Schweiße der brüderlichen Angesichter verdient, dafür sorgen, dass die „richtigen“ Politiker an der Macht ihnen endlich mehr Steuererleichterungen verschaffen. Für eine dauernde Befreiung von allen Steuern wären sie sogar bereit, ihren Vornamen einen weiteren, nämlich Caesar, anzufügen. Wäre das nicht goldig?

  1. Süddeutsche Zeitung 29.7.17 []

Neuanfang mit so ’nem Bart

Den Macron, den französischen Staatspräsidenten und ehemaligen Investment-Banker, mögen alle, alle, alle. Er ist ziemlich jung, gut rasiert und besser frisiert als Merkel und sogar als – trotz seiner „Haare schön“ – Trump L.  Unser Kanzleramtsminister Altmaier hätte mit seiner Frisur nie französischer Präsident werden können. Alle mögen sich gerne mit Macron zeigen in der Hoffnung, dass etwas von seiner Aura, Neuanfang, Fortschritt, Dynamik, auf sie abstrahlt. Schulz, der ja auch irgendwo (wo?) Veränderung, Neuanfang will, war auch da. Und Frauke Petry kann zwar ihr Baby zeigen, aber wenn sie mit ihrem Baby neben Macron – oder sogar neben Macron  u n d  Trump L. – stehen könnte1 , dann brauchte sie sich um den Ausgang der Wahlen keine Sorgen mehr zu machen. Die Franzosen sehen in ihm keinen Politiker, sondern einen Visionär, einen Übermenschen, der über allem steht, vor allem über den Parteien bzw. der ,Politkaste‘, und endlich mal gründlich mit … -äh, ja, womit eigentlich? ach so, doch, klar – mit  a l l e m  aufräumt. So will er mehr Wirtschaftsverstand, und wie der ebenfalls blendend frisierte Christian „Porsche“ Lindner sieht er den als alter Banker natürlich bei sich und bei den Wirtschaftsführern: Noch nie waren so viele Arbeitgeber in der Nationalversammlung. Und seinem Vorbild Gerhard Schröder folgend, will er für Frankreich eine Revolution, nämlich eine Agenda 2010 auf französische Art, d.h. noch radikaler: Arbeitszeit, Überstunden, Löhne, Sicherheitsbestimmungen sollen nicht mehr auf Branchenebene oder über einzelne Branchen hinweg vereinbart werden, sondern  f l e x i b e l  nur noch in jedem einzelnen Betrieb. Auch der Kündigungsschutz muss natürlich gelockert werden. Auf die Weise räumt er gründlich auf – mit den Gewerkschaften. Und er kann das wunderbar –  nach Verhängung des Ausnahmezustandes aufgrund der Terroranschläge. Schon jetzt beklagt Amnesty International Bürgerrechtsverletzungen und Polizeigewalt. Streikende und Teilnehmer an Massendemonstrationen sind gewarnt.
Da kann er dann auch ruhig den Mittellosen das Wohngeld reduzieren und gleichzeitig die Reichensteuer auf Kapitalvermögen mindern. Er steht eben über allen und hat nebenbei einen guten Friseur!
(Fotos Wikipedia Olaf_Kosinska-13 und s14-eu5ixquick.com)

  1. Neben Marine LePen stand sie ja bereits. []

Bildung tut not.

Wie lebenswichtig Bildung ist, muss der Ungebildete täglich leidvoll erfahren. Wobei die Tatsache, dass er seine BILDung aus der BILD Zeitung bezieht, ein schlimmes Übel darstellt, aber leider nicht wirklich lebensgefährlich ist. Und er kann frohen Herzens in der Illusion weiterleben, dass Verblödung ihm nicht schade.
Aber weiß er z.B., dass das wahre Mittel gegen AIDS darin besteht, nach dem Beischlaf zu duschen? Weiß er nicht, obwohl doch Südafrikas Präsident Zuma es deutlich gesagt hat? So duscht er manchmal erst Wochen später, wenn es schon nicht mehr hilft. Unbildung!!
Und von Polens heimlichem Präsidenten Kaczyński konnte man erfahren, dass Migranten vom afrikanischen Kontinent schlimme Krankheitskeime einschleppen, gegen die nur sie, aber nicht wir immun sind. Aber wissen das all jene, die sich in die Nähe solcher unheimlicher Migranten trauen und ihnen Essen servieren, ihnen Sprachunterricht geben und möglicherweise auch vor dem Händeschütteln nicht zurückschrecken? Sie hätten es wissen können, aber sie werden es erst dann erkennen, wenn sie sterbenskrank im Hospital aufwachen. Unbildung!!
Auch in Deutschland gibt es übrigens Gegenden, in denen Menschen wohnen, deren Sprache man nicht versteht, die eine seltsame Kleidung tragen, die u.U. jodeln (!) und von denen solch Unheimliches und Ansteckendes ausgeht, dass auch Duschen nichts hilft. Aber warnt BILD vor den Seehofers, Söders, Dobrindts usw.? Im Fernsehen konnte man sogar sehen, und zwar einmal sogar bei RTL 2, wie unsere Bundeskanzlerin einigen von ihnen die Hand geschüttelt hat. Hat die Frau, immerhin an der Spitze einer Regierung, denn überhaupt keine Ahnung?