Oha!

Weil man es ja nicht mehr ertragen kann, ständig neuen Irrsinn von Trump, L. zu erfahren, ist es schön, wenn man auch mal etwas Erfreuliches erfahren kann. Man muss zwar suchen; aber wenn man sich anstrengt, findet man auch etwas.
So meldet die dpa: Spahn grenzt sich von AfD ab. Naja, er hätte ja auch ihr beitreten können. Aber vielleicht wollten sie ihn auch nicht haben als bekennenden Schwulen.
Aus zuverlässiger Quelle verlautet zudem, dass Franz „Fluffi“ Müntefering sich endgültig in den Schacht Hünxe der Zeche Lohberg zurückgezogen hat und aus tiefer Verzweiflung dem Tageslicht für immer und ewig fern bleiben will. Grund ist, dass nun ein CDU Landeschef, nämlich Brandenburgs Ingo Senftleben, eine Koalition mit der Linken für möglich hält.
Toll auch Finanzminister Olaf Scholz: Auf die Frage: „Können Sie sagen, was Sie von Ihrem Vorgänger Schäuble unterscheidet?“ antwortet er mit einem klaren, ehrlichen „Nein.“ Das ist allerdings nicht ganz richtig. Denn schließlich hat er Jörg Kukies, den bisherigen Deutschlandchef der größten Investmentbank Goldmann Sachs zum Staatssekretär für Europa und Finanzmarktregulierung gemacht, das hätte Schäuble so nie gewagt. Und dass der Bänker Kukies selbstlos auf sein Millionensalär bei Goldmann Sachs verzichtet, um sich für Peanuts1 gegen die Interessen der Heuschrecken ganz in den Dienst der Finanzmarktregulierung zu stellen, verdient uneingeschränkte Bewunderung. Da staunt selbst Ex-Kanzler Schröder, unter dem immerhin der sozialdemokratische Staatssekretär Jörg Asmussen – heute in einer Privatbank tätig – Gesetze auf den Weg brachte, die den Finanzmarkt deregulierten und die Bankenkrise herbeiführten.
Es gibt Politiker, die heißen Altmeier, und die sind auch so. Es gibt aber auch Politiker, die gibt es gar nicht, sondern nur ihr Image. Die brauchen dann gar nicht mehr den Mund aufzumachen, weil ihr Outfit alles sagt. Sie heißen z.B. Lindner und tragen ein T-Shirt unter dem Jackett. Zwar ist „Porsche“ Lindner zuletzt einmal wieder im weißen Hemd unter der Anzugjacke und mit Krawatte aufgetreten, aber das war in einer Sendung des öffentlich-rechtlichen Fernsehens, die seine jugendliche, unpolitische Klientel nicht ansieht, und außerdem hatte er doch zumindest einen Dreitagebart. Wenn er bzw. sein Image überzeugen soll, benötigt er – das weiß man vom Ex-Kanzler Schröder – natürlich auch volles Haar, gut frisiert. „Um liberales Wachstum zu generieren, ließ er sich erst einmal Haare transplantieren.“ Das schrieb eine Journalistin, und zwar seine Ehefrau, die eigentlich eine zuverlässige Quelle sein müsste. Schade, nun haben sie sich getrennt. Über den Grund kann man nur spekulieren.
Neuerdings steigt da immer so ein rundlicher, etwas dümmlich aussehender Kerl aus großen Flugzeugen. Man würde nicht auf die Idee kommen, dass es sich hier um den amerikanischen Außenminister namens Pompeo (nicht Popo) handelt. Aber zum Glück trägt er ein kleines Abzeichen mit der amerikanischen Fahne am Revers. Dann muss er es natürlich sein.
Ein anderer rundlicher Bursche, Israels Ministerpräsident Netanjahu, hat seinen gaaanzen Grips strapaziert und sich etwas gaaanz Feines ausgedacht: Um die Weltöffentlichkeit von der Bösartigkeit des Irans zu überzeugen, hat er vor laufenden Kameras (!) einen Schrank und eine Stellwand enthüllt mit vielen Aktenordnern und ganz vielen glänzenden CDs, die gerade noch genau auf die Stellwand passten!!!!! Sehr eindrucksvoll. Nun ist es also bewiesen! Niemand darf und kann mehr zweifeln: Der Iran ist böse. Aber für die völlig Doofen hat er es noch auf eine große Leinwand schreiben lassen, schwarz auf weiß: Der Iran hat gelogen. Das nennt man Aufklärung!

 

 

 

  1. Titel des Artikels von Cerstin Gammelin in der „Süddeutschen Zeitung“ vom 4.4.18: „Dienen für Peanuts“ []

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