Gefährliche Linie

Die Meldung lautete: Die israelische Arbeiterpartei Awoda „suspendiert die Beziehungen“ zu Jeremy Corbyn von der Labour Party
Was fangen Journalisten damit an?
Dieser Schritt sei von „hoher Symbolkraft“, meinen Alexandra Föderl-Schmid und Cathrin Kahlweit meinen zu müssen1.
Hoch symbolisch wofür? Natürlich für den – unterschwelligen? – Antisemitismus Corbyns.
Corbyn habe, so Avi Gabbay, der Vorsitzende von Awoda, die „gefährliche Linie zwischen legitimer Kritik an der israelischen Politik und Antisemitismus überschritten“.
Ach, kann es das wirklich geben: legitime Kritik an der israelischen Politik? Gibt es tatsächlich so eine Linie, die Kritik an Netanjahus Politik von Antisemitismus unterscheidet?2 Wann ist es „gefährlich“? Es kommt ja immer wieder vor, dass jemand in einem friedlichen Zusammenleben von Palästinensern und Israelis die Garantie für die Zukunft der Einwohner Israels sieht, dann aber erkennen muss, dass die Sorge um das Schicksal der Juden in Israel leider Antisemitismus war. Wie bzw. wo hat Corbyn diese gefährliche Linie überschritten?

  1. Süddeutsche Zeitung. 12.4.18 []
  2. Wir leben schließlich auch schon in der ständigen Furcht, dass uns Spott über die Frisur von Donald Trump als Antiamerikanismus ausgelegt wird. []

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