Scheeerrrz! Oder doch ernst?

In der Hoffnung, dass sie ein wenig Heiterkeit erzeugen, sind im Folgenden Jeff Koons Deutungen seiner – und im Fall des Weißbiers auch fremder – Werke wiedergegeben. Zu denken, dass sie satirisch gemeint sind und das Geschwätz des Kunstmarktes parodieren, liegt nahe angesichts der vielen prätentiösen Aussagen von unfreiwilliger Komik auf dem Kunstmarkt.
Da Jeff Koons als Aktienhändler begonnen hat, fragen sich kritische Geister zuweilen, ob er nur ein „opportunistischer Marketingkünstler sei, der Ego-Fetische und Statuskrücken für Plutokraten und zwielichtige Oligarchen produziert“. Da wäre es eigentlich doch wohl eher kontraproduktiv, wenn er sich über sich selbst oder den Kunstbetrieb, von dem er so großartig profitiert, lustig machte. Es sei denn, er kann sich auf die Hörigkeit blinder Kunstspekulanten (43.460.000 € für seinen Balloon Dog (Orange)) verlassen. Jedenfalls entbehren Koons Werke, so z.B. seine – teils monumentalen – Wauwis, wie sein majestätischer Pudel (http://www.jeffkoons.com/artwork/made-in-heaven/poodle), die lustigen Yorkshire Terrier (http://www.jeffkoons.com/artwork/made-in-heaven/yorkshire-terriers), sein knuffiger Bobtail (http://www.jeffkoons.com/artwork/made-in-heaven/bob-tail)  oder die drei Puppies (http://www.jeffkoons.com/artwork/made-in-heaven/three-puppies) , nicht einer – wenn auch eher einfachen –  Ironie.
Also: Scherz oder doch tiefere Bedeutung?
In beiden Fällen hoffentlich erheiternd:

Für die Luxusmarke Louis Vuitton (Koons: „Meine Werke sind anti-elitär, massenkompatibel und demokratisch.“) hat er Taschen entworfen, die Reproduktionen alter Meister zeigen, von Rubens‘ Tigerjagd bis zu Leonardos Mona Lisa.
Dazu jedoch zunächst eine allgemeine Deutung zum Wesen und zur Funktion seiner Kunst:
„In meinem Werk sollen Werte aufscheinen, an die ich glaube und denen ich eine Zukunft wünsche. Diese Werte sind meine Gegenbilder zur politischen Realität. Sie haben die Kraft die Welt zu verändern. Nichts wirkt stärker, als mit Aufrichtigkeit konfrontiert zu werden. Deshalb hat die Kunst am meisten Kraft, die am wahrhaftigsten ist.“
Koons sagt zum tieferen Sinn seiner Taschenarbeit für Louis Vuitton:
„Indem diese Handtaschen Meisterwerke der Kunstgeschichte aus dem Museum herausholen und auf die Straße tragen, werden sie selbst zur Kunst. Wer mit einer dieser Taschen unterwegs ist, wird für seine Mitmenschen zu einem Katalysator metaphysischer Meditationen.“

Zum Bilderzyklus „Baby und Eimer“: „Wenn ich an Postkartenständern vorbeilief, spürte ich meine Empfänglichkeit für Fotos mit Babys, die in Eimern sitzen. Der Eimer war ein Symbol für Gebärmutter, Taufbecken, Rettungsboot.“                                 

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