Ganz reizend

Es ist nicht bekannt, ob der österreichische Außenminister Sebastian Kurz ein heimliches Mitglied des Ku-Klux-Klan ist, denn er hat sich noch nicht in dessen Verkleidung gezeigt. Und selbst wenn er dessen „Ornat“ trüge, würde man ihn ja nicht erkennen, weil dieser ja eine Maskierung des Gesichts beinhaltet. Eigentlich trägt er ja auch schon ohne dies eine Maskierung – genauso wie seine Kollegen von der CSU – : Er verkleidet sich nämlich  – ach, wie reizend! – als zivilisierter, ja christlicher Biedermann. So kann der Grund für ihre Bloßstellung tatsächlich nur sein, dass er und sein Kollege, der CSU Abgeordnete Stephan Mayer, „krank“ sind1 , wenn dieser die Rettung der Flüchtlinge auf dem Mittelmeer als „Shuttle-Service“ bezeichnet und Österreichs jung forscher konservativer Außenminister Sebastian Kurz es „Wahnsinn“ nennt, dass so viele Flüchtlinge vor dem Ertrinken gerettet werden (bereits 37000 Menschen). Statt dessen sollten diese Menschen anderer Hautfarbe ertrinken oder von den Libyern aufgegriffen und in deren KZs gebracht werden!2 . Sie hätten sich einfach nicht aufs Meer begeben sollen!3 Die christlichen Biedermänner Mayer und Kurz und ihresgleichen verehren einen Jesus, der der Schöpfer der christlichen Parteien und Gründer von Frontex ist und der den Ertrinkenden aus christlicher Nächstenferne gütig herablassend seinen Segen gegeben hätte. Ach, Gott, so kennen wir ihn: als Kriegsgott immer auf der richtigen Seite. Allahu Akbar. Gott ist eben doch der Größte. Ganz reizend.

  1. Regina Catrabone von MOAS []
  2. „Ähnlich wie das mit dem Türkei-Abkommen gelungen ist, brauchen wir ähnliche Abkommen mit anderen Staaten. Wir brauchen eine Ertüchtigung der libyschen Küstenwache. Und an all dem arbeiten wir.“ (Thomas die Misere de Maizière)
    „Libysche Milizen, die Flüchtlinge foltern und vergewaltigen und immer wieder auch Geschäfte mit Menschenhändlern machen. Schon das müsste uns eigentlich fassungslos machen. Aber jetzt scheint die EU sogar noch einen Schritt weiterzugehen. Immer häufiger übernehmen diese libyschen Milizen die Seenotrettung jetzt auch in internationalen Gewässern, wobei das, was Beobachter uns berichten, mit Seenotrettung nur wenig zu tun hat.“ (Monitor 15.6.17)
    Denn die libysche Küstenwache bringt Migranten oft zurück in Gefängnisse … An solchen Orten sind laut einem aktuellen UN-Bericht Vergewaltigungen, Folter und Zwangsarbeit an der Tagesordnung. Und jetzt gibt es auch noch Hinweise, dass die Küstenwache selbst in kriminelle Aktivitäten verstrickt ist. (Prof. Nora Markard, Völkerrechtlerin, Universität Hamburg) Vgl. auch Michael Obert „Die Menschenfänger“ in „Süddeutsche Zeitung Magazin“ 8.6.17
    „Deutschland und andere Mitgliedsstaaten wissen jetzt sehr genau, dass die libysche Küstenwache auch Mitverantwortung trägt, dass die Flüchtenden wieder in diese Folterlager kommen, dass teilweise auf See auf Flüchtlinge geschossen wird. Wir können also nicht so weitermachen und so tun, als wüssten wir das nicht.“ (Barbara Lochbihler, Vize-Präsidentin EU-Menschenrechtsausschuss []
  3. Sie unterstellen fälschlich eine angebliche Sogwirkung durch die Aussicht auf Rettung vor dem Ertrinken. Dem widersprechen die Statistiken, weil sie keine Zunahme der Flüchtlinge seit der vermehrten Tätigkeit der Retter von den NGOs erkennen lassen. []

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